Archiv für Juli 2012

Auswertung des Themenabends: „Sexismuskritische Praxis im Diskurs“

Am 05.Juli 2012 gab es in der kosmotique einen offenen Diskussionsabend mit dem Titel „Sexismuskritische Praxis im Diskurs“. Thematisch drehte sich der Abend um Awareness, Unterstützungsarbeit und Schutzkonzepte (die Ankündigung findet ihr hier), diskutiert wurde am Beispiel des Schutzkonzeptes zum Veranstaltungswochenende „eh! – 2,7 emanzipatorische Tage“ (http://eh.blogsport.de/schutzkonzept/), welches vom 27.-29. April 2012 in Dresden stattfand.
Es folgt eine Auswertung des Themenabends hinsichtlich Anmerkungen und Kritikpunkten zum Schutzkonzept und daraus folgender Rückschlüsse oder Ideen.

Ein Hauptdiskussionspunkt des Abends war die Frage, welche Wirkung Schutzkonzepte (insbesondere das oben genannte) auf die Besucher_innen einer Veranstaltung haben. Weshalb sie diese haben, an wen sie sich richten und wie sinnvoll sie sind.
Kritik wurde u.a. dahingehend angebracht, dass Schutzkonzepte, insbesondere das des eh!s, so wirken, als würde potenziell überall Gefahr lauern, als könnten Menschen immer und überall zu Opfern oder Täter_innen werden. Dies ist ein wichtiger Punkt, denn Schutzkonzepte sollten ja prinzipiell keine Angst schüren (die positiven Seiten einer abschreckenden Wirkung wurden ebenfalls diskutiert), sondern die Emanzipation im Raum fördern. Jedoch entspricht es durchaus der Realität, dass die Gefahr besteht, dass Grenzüberschreitungen passieren. Das Ziel ist eine Sensibilisierung für diese Verhältnisse und nicht die Förderung von Angst.
Diesbezüglich wurde auch über das Thema der Geschlechterverhältnisse und des sexuellen Begehrens geredet. Hier kann zusammenfassend gesagt werden, dass es prinzipiell um die Frage gehen sollte, ob eine Handlung Konsens ist. Wenn Menschen einvernehmlich miteinander agieren, gibt es auch kein Problem. Dies erfordert einen immer wiederkehrenden Aushandlungsprozess, denn nur weil eine Person manches gut findet, muss es eine andere nicht tun. In diesem Zusammenhang gab es die Anmerkung, dass „ständiges Nachfragen“ auch als anstrengend empfunden werden kann. Ein Argument daraufhin lautete, dass auch das „Nicht-Nachfragen“ aushandelbar ist. Gerade wenn es um Geschlechterverhältnisse und um sexuelles Begehren geht scheint es eine Spannung zu geben die nicht auflösbar ist. Eine Spannung zwischen dem Konsens und normativen Erwartungen. Denn, was genau bedeutet eigentlich Konsens? Warum ist etwas Konsens? Welche Rolle spielen gesamtgesellschaftliche Umstände? Wie viel und welchem Druck sind Menschen ausgesetzt? Diesen Fragen werden wir wohl auch innerhalb der Gruppe1 nochmals Raum geben.
Ein weiterer wichtiger Punkt hinsichtlich der Wirkung des Schutzkonzepts war, dass die betroffene Person extrem schwach wirken würde. Es entstünde ein Bild von einem Menschen, der nicht selbstständig agieren kann, Hilfe bedarf und voraussichtlich auch den Raum Richtung saferspace verlassen muss. Dies ist natürlich nicht die Wirkung, die wir uns mit dem Schutzkonzept vorgestellt hatten. Wie bereits gesagt, sollen solche Konzepte zum Empowerment beitragen und Menschen bestärken, anstatt Schwäche zu betonen. Anhand dieser berechtigten Kritik haben wir uns vorgenommen, einige Formulierungen nochmals zu überdenken. Besonders gut erschien an dieser Stelle der Satz: „Ich will tanzen und nicht in den saferspace gehen!“. Und genau darum geht es ja auch, eine schöne Zeit, die nicht mit nervigen, grenzüberschreitenden, diskriminierenden, gewalttätigen Menschen bzw. Handlungen verschwendet werden muss.
Der Ansatz „Community Accountability“ fiel im Laufe des Abends mehrfach, frei übersetzt bedeutet es so viel wie „gemeinschaftliche Verantwortungsübernahme“. Eben weil Gewalt und Diskriminierung leider überall vorkommen können, gibt dieser Ansatz nicht nur Vorschläge, wie betroffene Personen bestärkt und unterstützt werden können, sondern will auch allgemein aufklären, sensibilisieren und somit Awareness (Achtsamkeit) schaffen.
Weiterhin wurde angemerkt, das Konzept sei zu „opferfokussiert“, d.h. es wird nicht klar, was mit grenzüberschreitenden Personen passiert bzw. was genau die Grenzen auf der Veranstaltung sind. Fragen hierzu waren z.B.: wann soll eine Person den Raum verlassen auch ohne, dass Betroffenheit unter den Besucher_innen entstehen muss? Was sind die Grenzen der Veranstalter_innen? Hier wurde klar, dass diese Aspekte unbedingt ins Konzept eingearbeitet werden sollten. Aus einem politischen Anspruch heraus können ebenfalls Grenzen entstehen und nicht nur aus einer eigener Betroffenheit heraus. Diese sollten klar formuliert werden. Als Veranstalter_innen des eh!s ist uns noch einmal stärker bewusst geworden, dass wir nicht nur Dienstleiter_innen, sondern ebenfalls Teil des Raumes sind, somit auch eigene Grenzen und unsere Ansprüche (oder auch unsere Utopie) aufzeigen sollten. Eine Idee die aus diesem Gedanken entstand ist, das Schutzkonzept nicht als abgespaltenes (extra erarbeitetes) Konzept von der restlichen Veranstaltung zu statuieren, sondern es in das allgemeine Konzept der Veranstaltung zu integrieren, denn der Umgang untereinander zählt ja ebenso dazu wie alles andere. Auch der Begriff „Schutzkonzept“ könnte so umgangen werden, denn dieser kann unter Umständen eine bedrohliche Wirkung haben. Zudem suggeriert er eine Sicherheit, die gar nicht leistbar ist, da es eher um einen Umgang mit potenziellen Grenzüberschreitungen gehen kann.
Es wurde auch über die Wirkung von anderen Begrifflichkeiten diskutiert. Zum Beispiel ging es darum, dass im Konzept zum eh! auf die Begriffe „Täter_in“ und „Opfer“ verzichtet wurde, um damit einhergehende Stigmatisierungen zu vermeiden. Dies wurde zum Großteil als positiv empfunden. Jedoch kann es auch vorkommen, dass Menschen sich selbst bewusst als „Opfer“, oder einen anderen Menschen als „Täter_in“ bezeichnen wollen/müssen um z.B. einem vorhandenen Gewalt- oder Unterdrückungsmechanismus Rechnung zu tragen. Konzepte sollten daher möglichst keine Vor-Definition geben.
Der Gewaltbegriff war ein nächstes Thema der Diskussion. Im Konzept wird ausschließlich von „Grenzüberschreitungen“ gesprochen. Diese werden nicht weiter definiert, da dies sehr individuell sein kann und der Definitionsmacht der betroffenen Person obliegen sollte. Jedoch gibt es immer wieder Kritik an Konzepten, die von Definitionsmacht ausgehen hinsichtlich der Differenzierung zwischen verschiedenen Formen der Gewalt. Hierzu haben wir uns in der Gruppe nochmals eine ausführlichere Auseinandersetzung vorgenommen.

Wir danken allen Teilnehmenden des Diskussionsabends für ihr konstruktives Feedback, ihre Ideen und Gedanken!

  1. „unsere Gruppe“/“wir“: gemeint ist ein Teil der Gruppe e*vibes und einige Einzelpersonen, die sich zur Untergruppe e*space zusammengeschlossen haben um sich mit Themen wie den hier beschriebenen auseinanderzusetzen[zurück]

Rückblick auf 2,7 emanzipatorische Tage

PROLOG
“Lasst uns jetzt endlich diesen Text raushauen.” – “Ja, das nervt echt” – “Aber wir müssen da noch xyz ergänzen” – „und xyz umschreiben, das klingt komisch “ – “Aber das ist jetzt schon so lange her” – “Ja, das nervt echt” – “Lasst uns das jetzt einfach raushauen”

Nach dem “eh!” haben wir ganz viel darüber geredet, wie es gelaufen ist, wie es uns damit ging, z.B. mit dem Vorbereitungs-Stress, darüber, wie sich gruppeninterne Hierarchien ausgewirkt haben (könnten). Wir haben eure Feedback-Karten sowie sonstige Rückmeldungen ausgewertet und überlegt, wie wir nun damit umgehen und was wir für “die Zukunft” daraus lernen. Wir haben nachgedacht, was nun mit unserer Gruppe passieren soll, versucht, uns zu entspannen, uns gegen eine diesjährige Demo entschieden (Text dazu hier) und immer zwischendurch weiter nachbereitet. Nachbereitung hört irgendwie nie auf – und Gruppen-Diskussionsprozesse sind nicht in einem Text zusammenzufassen. Da aber irgendetwas nach außen dringen soll, kommt hier eine Sammlung einiger Punkte daraus.

Das Veranstaltungswochenende “eh! – 2,7 emanzipatorische Tage” fand vom 27.04. bis 29.04.2012 im AZ Conni Dresden statt. Wir möchten uns hier zuallererst bei allen Personen bedanken, die uns so tatkräftig unterstützt haben: bei DieSeR Independent Club und den SQUEERDANCE-Menschen für den Partyanteil, beim Küfa-Kollektiv Black Wok für das leckere Essen, M. für die unglaublichen Torten sowie bei allen, die das Awareness-/Unterstüzungs-/Schutzkonzept diskutiert, mit erarbeitet und umgesetzt haben. Ohne euch wäre es definitiv nicht möglich gewesen, das eh! so über die Bühne zu bringen.

Hier könnt ihr sehen, was uns beim sonntäglichen Abschlussbrunch-Feedback (und darüber hinaus) zurückgefüttert wurde bzw. was uns selbst aufgefallen ist:

Das Programm (hier nachzulesen) enthielt die Formate Vortrag, Workshop, Film, Konzert, Party und Theater und war damit sehr vielfältig.

Zum Programm gab es viele unterschiedliche Wahrnehmungen. Die einen empfanden die Dichte der Einzelveranstaltungen genau richtig, da so zwischendurch auch eine Auseinandersetzung zu den Themen in Gesprächen ermöglicht wurde, die anderen hätten sich mehr inhaltlichen Input gewünscht und empfanden das Programm als wenig bereichernd. Innerhalb von e*vibes sehen die Haltungen dazu ebenso verschieden aus. Das ist wohl einfach Geschmackssache.

Der von Teilen unserer Gruppe selbst gestaltete Identitätsworkshop wurde mit Lob bedacht. Auch die Stimmungskarten (grün=mir geht es gut, gelb=ich fühle mich gerade nicht ganz wohl oder irgendetwas stört, rot=ich muss mich zurückziehen oder benötige eine Pause) wurden als positiv wahrgenommen. Wir werden sie bei folgenden Veranstaltungen wieder mit einbeziehen.

Einige Menschen meinten, dass der Workshop und die Vorträge tiefgreifender als “Einführungen” gewesen seien, was in den meisten Fällen als positiv bewertet wurde. Allerdings gilt andersherum: Wenn Themen (wie in den Vorträgen) doch recht akademisch aufbereitet werden, kann dies Menschen ausschließen. Es ist unserer Meinung nach ziemlich unmöglich, in Bezug auf den Inhalt solcher Veranstaltungen “allen Menschen” gerecht zu werden. Wir werden weiter darüber nachdenken, inwiefern es möglich oder wünschenswert ist, vielfältige Angebote, auch in Bezug auf Hemmschwellen, zu schaffen.

Wir hatten beim Sonntags-Brunch auch nach Themenvorschlägen für kommende Veranstaltungen gefragt. Vorschläge waren: Lookism(us), Anarchafeminismus, Subjekte und Handlungsfähigkeit (z.B. Referentin Hanna Meissner).

Außerdem wurde sich für nächste Veranstaltungen in dieser Größenordnung ein Auftaktplenum o.ä. gewünscht, in dem alles erklärt werden könnte.

Auch das Abschlussfeedback hätten wir besser vorbereiten können. Naja.

Das Theater und die Küfa fanden alle großartig, was wir natürlich auch an die Verantwortlichen weitergegeben haben.

Einige Personen wünschten sich, dass bei so einem schönen Conni-Hof über den Tag auch draußen Musik läuft.

Die Party am Freitag war super besucht und das Programm wurde von vielen gelobt. Samstag waren nicht so viele Gäste da, was der Stimmung zum Glück keinen Abbruch tat.
Es gab dennoch einige Sachen, die zu kritisieren waren, auf die im Folgenden noch näher eingegangen wird.

Der Veranstaltungsort war das AZ Conni. Wir haben das Conni als Veranstaltungsort gewählt, da es für Gruppen wie e*vibes durch die vorhandenen Räumlichkeiten und Ressourcen eine gute Möglichkeit bietet, no-budget-Veranstaltungen wie das eh! durchzuführen. Wir wurden von einigen “Connileuten” tatkräftig in der Durchführung unterstützt und wollen uns auch dafür hier nochmals bedanken. Die Kooperation lief aus unserer Sicht ganz gut. Wir hätten uns im Vorfeld nur genauer über die Verantwortlichkeiten der Dienste unterhalten müssen, was allen Parteien während der Veranstaltung und im Nachgang viel Stress erspart hätte. Danke an alle, die uns trotz der Diskrepanzen (z.B. Schichtverlängerungen, unzulängliche Schlüsselabsprachen etc.) unterstützt haben.

Einiges ist im Hinblick auf die Soundtechnik und den Zeitplan, v.a. abends/nachts schiefgelaufen. So kam es dazu, dass eine Band erst später starten konnte, weil sich der Aufbau und der Soundcheck zu lange hinzogen oder dass Leute aufgrund einer Verlängerung der Veranstaltung am Freitag länger arbeiten mussten. Rechtzeitige Absprachen z.B. bezüglich der Kassen oder der Schlüssel waren unzulänglich, was im Nachgang zu einem Finanzchaos führte. Es tut uns Leid, wie das gelaufen ist.

Einige Personen meldeten uns zurück, dass das Conni auf einige Menschen ausschließend wirkt. Begründet wird dies u.a. dadurch, dass die Atmosphäre mit “Szenegeklüngel” umschrieben werden könne, was einen Zugang für “connifremde” Menschen erschwere.

Auf dem Connigelände gibt es eine Halfpipe. Diese wird im “normalen Betrieb” überwiegend von männlich wahrgenommenen Personen befahren, die das Skaten auch oftmals für die Inszenierung ihrer Männlichkeit nutzen. Beim eh! wurde die Rampe nur selten, bis gar nicht genutzt. In der Vorbereitung haben wir uns darüber Gedanken gemacht, wie wir intervenieren bzw. reagieren können, konnten die Überlegungen dazu aber aus Orga-Stress-Gründen nicht zuendedenken bzw. umsetzen. In Zukunft werden wir jedoch auf die Gegebenheiten am Veranstaltungsort noch besser eingehen.

Kritik gab es dafür, dass es nicht für alles eine vegane Alternative gab (z.B. Seife auf den Toiletten).

Gelobt wurde, dass immer ein_e Ansprechpartner_in von “der Orga” zur Verfügung stand. Unser Infostand sei allerdings nicht auffällig genug gewesen und es hingen meist viele Orga-Menschen dort rum, was wohl nicht sehr einladend wirkte.

Im “Open Space” im Infocafé war selten irgendwer zum Lesen, Diskutieren oder eigene-Veranstaltungen-Anbieten, was wohl an der fehlenden Bewerbung und somit Unauffälligkeit des Raumes bzw. der damit zusammenhängenden Möglichkeiten lag – schade. Vielleicht lag es aber auch einfach am großartigen Wetter?!

Vor dem eh! baten wir interessierte Personen, sich zu den jeweiligen Workshops anzumelden, damit sie im Falle eines übermäßigen Andrangs auch sicher einen Platz in den Workshops haben konnten. Zum Glück war es aber nicht notwendig, Leute nach “mit Anmelde-Button” und “ohne Button” zu ordnen. Wenn auch teilweise gequetscht, passten doch alle Interessierten in den Conni-Saal.

Der Conni-Saal: Es war wohl zu warm und zudem für manche Menschen nicht erträglich, dass geraucht wurde. Das sei vor allem bei den Konzerten sehr anstrengend gewesen. Wir haben bei dem ersten Konzert reagiert und über Sookee die Bitte um das Einstellen des Rauchens aussprechen lassen, der dann auch fast alle Konzertteilnehmer_innen nachkamen. Ein ausreichend kommuniziertes Rauchverbot hätte das von vornherein besser gemanaged.

Wir haben uns bemüht, auch außerhalb Dresdens Werbung zu machen. Das scheint ganz gut funktioniert zu haben, denn es waren viele Personen von “außerhalb” angereist.

Es wurde das Fehlen von Vertreter_innen einiger anderer engagierter Gruppen aus DD+Umgebung bemerkt. Wir wissen nicht genau, woran das liegt und können daher nur Mutmaßungen anstellen. Außerdem kam diesbezüglich die oben schon erwähnte Anmerkung, dass der Veranstaltungsort für einige Personen schon ausschließend wirkt und sie die Veranstaltung daher nicht aufgesucht haben. Vielleicht sollte beim nächsten Event in so einem Rahmen mehr Wert auf Vernetzung gelegt werden – sowohl im Vorfeld, als auch währenddessen? Vielleicht ist es auch so, dass das Themengebiet in Dresden tatsächlich nicht mehr Menschen interessiert? Vielleicht sollten wir mehr sensibilisierende kleine “Aktionen” starten?

Alle an der Orga/Awareness beteiligten Menschen waren weiß und hatten einen akademischen Background. Eine analoge Homogenität (etwas abgeschwächt) schlug sich auch bei den Besucher*innen nieder. Es ist schwierig, Ausschlussprozesse eigeninitiativ, ohne Beteiligung von Menschen mit anderen Background-class-race-sex-etc. aufzulösen. Wir beschäftigen uns oft mit diesen Fragen und hoffen, dass sich daran zumindest mittelfristig etwas ändern wird.

Allgemein wurde eine sehr respektvolle und sensible Atmosphäre wahrgenommen, was uns sehr gefreut hat. Dazu beigetragen hat auch sicherlich das vorher erarbeitete und dort überall ausgehängte “Schutzkonzept”. Der “Safer Space” wurde selten genutzt. Wir hoffen, dass es nicht an schlechter Sichtbarkeit o.ä. lag, sondern daran, dass er einfach kaum gebraucht wurde. Kritik an bzw. Diskussionen um dieses Konzept könnt ihr in einem anderen Text lesen, der unsere öffentliche Diskussionsveranstaltung dazu nachbereitet (ist fast fertig).

Der Vorsatz, alles zu dokumentieren, hat nicht immer funktioniert, teils wegen Stress, teils aus technischem Versagen. Für alle, die sich darauf verlassen haben: Sorry. Das vorhandene Dokumentations-Material wird nach und nach online gestellt.

EPILOG
“Irgendwie klingt das viel zu negativ” – “Ja, eigentlich war es voll schön” – “…was auch die meisten Leute gefeedbackt haben.” – “Vielleicht haben wir über die negativen Dinge einfach mehr nachgedacht” – “hm, außerdem ganz viel Kleinkram – wen außerhalb der Orga interessiert das überhaupt”- “Sollten wir das evtl. nochmal positiver formulieren?” – “Ach egal, lasst uns das jetzt endlich raushauen!”

Holzbau-Woche Frauen*Lesben*Transgender*

In der Offenen Werkstatt in Pieschen wird es vom 26.-30.September darum gehen, innerhalb eines Frauen*Lesben*Trans*Kontextes an einem eigenen Möbelstück oder Ähnlichem zu arbeiten. Ein bis zwei Tischlerinnen werden anwesend sein und beratend zur Seite stehen.
Unter http://werkstadtpiraten.blogsport.de/ könnt ihr euch bis 1. September anmelden und alle Details nachlesen.

Diskussion ums AZ Wuppertal

Seit einigen Monaten läuft in Wuppertal eine heftige Auseinandersetzung um Antisexismus. Aus der Ferne können wir nur unzureichend nachvollziehen, was nun genau geschah – jedoch finden wir eine Beschäftigung mit der Problematik notwendig.
Hier http://antisexismuswuppertal.blogsport.de könnt ihr den für uns öffentlich wahrnehmbaren Teil dieses Konflikts nachlesen und euch einen Überblick verschaffen.
Am 10.-12. August möchten Menschen aus diesem Anlass nun Antisexistische Tage in Wuppertal veranstalten. Es braucht noch Unterstützung: hierzu werden Personen gesucht, die Workshops zu dem Themenfeld Antisexismus anbieten können.
Unsere momentanen Kapazitäten machen eine Mitwirkung leider unmöglich, aber vielleicht fallen euch noch Gruppen oder Personen ein oder ihr wollt selber was machen.

Wider die Rotation. Für eine emanzipatorische Praxis

Liebe Mitstreiter*innen und Interessierte,
eine ganze Weile habt ihr nichts von uns gehört. Was haben wir eigentlich gemacht?

Die Nachbereitung des eh!-Veranstaltungswochenendes ist abgeschlossen, wir werden sie euch in den nächsten Tagen zugänglich machen.

Dann hatten wir eigentlich vor, für Juli eine Demo zu organisieren, die sich an das Slutwalk-Konzept anlehnt. Wir hatten bereits andere Gruppen zum Mitgestalten eingeladen, es gab mehrere Vorbereitungstreffen (wenn auch mit geringer Beteiligung), wir hatten einen Aufruf-Entwurf, … Dann jedoch ist uns die Wichtigkeit folgender zwei Worte aufgegangen: KEIN STRESS.

Was organisieren ist gut – erstmal klarhaben, was und warum genau, ist besser. Wir sind voll damit beschäftigt, uns als Gruppe zu “finden”, zu verorten, zu gucken, was uns verbindet, was uns unterscheidet, was wir zusammen tun wollen, wie wir arbeiten wollen. Viele politische Standpunkte sind noch nicht einmal ausgetauscht. Irgendwas organisieren heißt oft: zu wenig Platz für inhaltliche Auseinandersetzung+ Diskussion sowie Emotionales/ Zwischenmenschliches. Und Spaß an dem zu haben, was wir tun, ist ja auch ultrawichtig.

Es wäre schon möglich gewesen, weiter zu rotieren und eine solche Demo jetzt “durchzuziehen”. Allerdings ging es darum ja nicht – eine Demo um der Demo willen. Es geht uns ebenso um den Prozess rund um das Ereignis/Event herum. Und: Wenn wir eine Demo organisieren, soll sie gut sein. Was wollen wir eigentlich GENAU auf die Straße tragen (und warum, und wie)? Kann eine Demo das leisten oder müssen wir da was anderes machen?

Der Termin einer möglichen Demo (falls wir sie weiterhin für ein geeignetes Ausdrucksmittel halten) soll sich nach dem Stand der Diskussion innerhalb der Gruppe richten. Es ist momentan unklar, wann wir (als Gruppe) dazu bereit sind.

Dieses “Zurückrudern” in Bezug auf die Demo ist in der Außenwirkung ein bisschen peinlich, aber zumindest besser, als etwas durchzuziehen, weil mensch nicht in der Lage ist, sich und anderen (vorläufiges) Scheitern einzugestehen :) Wir sind stolz auf diesen wichtigen “cut” und freuen uns auf die nächsten, stress-armen, input-reichen, Monate.

Aktionismus kann gut sein – erstmal lesen/diskutieren ist besser. Unsere Pläne für die nächste Zeit bestehen vor allem aus Lesen und Texte-Diskutieren innerhalb der Gruppe. Ein offener Lesekreis ist geplant, ihr werdet eingeladen, wenn das fest steht. Zudem wünschen wir uns Austausch über bestimmte Themen in Form von öffentlichen Diskussionen.

Unser erster offener Diskussionsabend fand unter dem Titel “Sexismuskritische Praxis im Diskurs” am 05.07. in der kosmotique statt. Thematisch drehte es sich um den Komplex Schutzkonzept/Awareness/Unterstützung – eine Auswertung dessen gibt’s demnächst hier zu lesen. Wir fanden die Form des Austauschs über die Gruppe hinaus sehr angenehm und werden das so weiterführen. Aber erstmal ist Sommer. Vielleicht sehen wir uns ja bei einer der weiteren Veranstaltungen? Wir freuen uns auf euch und anregende Diskussionen!

eure e*vibes