Wider die Rotation. Für eine emanzipatorische Praxis

Liebe Mitstreiter*innen und Interessierte,
eine ganze Weile habt ihr nichts von uns gehört. Was haben wir eigentlich gemacht?

Die Nachbereitung des eh!-Veranstaltungswochenendes ist abgeschlossen, wir werden sie euch in den nächsten Tagen zugänglich machen.

Dann hatten wir eigentlich vor, für Juli eine Demo zu organisieren, die sich an das Slutwalk-Konzept anlehnt. Wir hatten bereits andere Gruppen zum Mitgestalten eingeladen, es gab mehrere Vorbereitungstreffen (wenn auch mit geringer Beteiligung), wir hatten einen Aufruf-Entwurf, … Dann jedoch ist uns die Wichtigkeit folgender zwei Worte aufgegangen: KEIN STRESS.

Was organisieren ist gut – erstmal klarhaben, was und warum genau, ist besser. Wir sind voll damit beschäftigt, uns als Gruppe zu “finden”, zu verorten, zu gucken, was uns verbindet, was uns unterscheidet, was wir zusammen tun wollen, wie wir arbeiten wollen. Viele politische Standpunkte sind noch nicht einmal ausgetauscht. Irgendwas organisieren heißt oft: zu wenig Platz für inhaltliche Auseinandersetzung+ Diskussion sowie Emotionales/ Zwischenmenschliches. Und Spaß an dem zu haben, was wir tun, ist ja auch ultrawichtig.

Es wäre schon möglich gewesen, weiter zu rotieren und eine solche Demo jetzt “durchzuziehen”. Allerdings ging es darum ja nicht – eine Demo um der Demo willen. Es geht uns ebenso um den Prozess rund um das Ereignis/Event herum. Und: Wenn wir eine Demo organisieren, soll sie gut sein. Was wollen wir eigentlich GENAU auf die Straße tragen (und warum, und wie)? Kann eine Demo das leisten oder müssen wir da was anderes machen?

Der Termin einer möglichen Demo (falls wir sie weiterhin für ein geeignetes Ausdrucksmittel halten) soll sich nach dem Stand der Diskussion innerhalb der Gruppe richten. Es ist momentan unklar, wann wir (als Gruppe) dazu bereit sind.

Dieses “Zurückrudern” in Bezug auf die Demo ist in der Außenwirkung ein bisschen peinlich, aber zumindest besser, als etwas durchzuziehen, weil mensch nicht in der Lage ist, sich und anderen (vorläufiges) Scheitern einzugestehen :) Wir sind stolz auf diesen wichtigen “cut” und freuen uns auf die nächsten, stress-armen, input-reichen, Monate.

Aktionismus kann gut sein – erstmal lesen/diskutieren ist besser. Unsere Pläne für die nächste Zeit bestehen vor allem aus Lesen und Texte-Diskutieren innerhalb der Gruppe. Ein offener Lesekreis ist geplant, ihr werdet eingeladen, wenn das fest steht. Zudem wünschen wir uns Austausch über bestimmte Themen in Form von öffentlichen Diskussionen.

Unser erster offener Diskussionsabend fand unter dem Titel “Sexismuskritische Praxis im Diskurs” am 05.07. in der kosmotique statt. Thematisch drehte es sich um den Komplex Schutzkonzept/Awareness/Unterstützung – eine Auswertung dessen gibt’s demnächst hier zu lesen. Wir fanden die Form des Austauschs über die Gruppe hinaus sehr angenehm und werden das so weiterführen. Aber erstmal ist Sommer. Vielleicht sehen wir uns ja bei einer der weiteren Veranstaltungen? Wir freuen uns auf euch und anregende Diskussionen!

eure e*vibes