Archiv für Oktober 2012

Eingesendet: Redebeitrag zu Geschlechterverhältnis und Krise auf der FAU-Demo

Hiermit dokumentieren wir einen Redebeitrag, der heute auf der Demonstration „Wir haben eine Würde zu verteidigen! Globale Solidarität gegen Sozialkahlschlag und Ausbeutung!“ gehalten wurde. Kritisiert wurde die fehlende Auseinandersetzung mit Reproduktionsarbeit sowie die fehlende Hervorhebung der Situation von Frauen als doppelten Krisenverliererinnen. Gefordert wurden dahingehend grundlegendere, umfassendere Fragstellungen bei der Beschäftigung mit Kapitalismus, Krise und Arbeit(-skampf). Der Beitrag wurde zudem als Flyer verteilt. Hier kommt er:

Wer von der Krise redet, kann vom Geschlechterverhältnis nicht schweigen.

Wachsende Ausbeutung, Flexibilisierung, Armut, Kurzarbeit und Erwerbslosigkeit, Rückgang staatlicher sozialer Absicherung – man könnte meinen, Männer und Frauen seinen gleichermaßen von der Krise betroffen. Sind sie aber nicht. Frauen sind doppelte Krisenverliererinnen.

Der Beschäftigungsaufbau der letzten Jahre hat vor allem Frauen in prekäre Arbeitsverhältnisse gedrängt. Zwei Drittel aller im Niedriglohnsektor Beschäftigten in Deutschland sind Frauen. Auch Leiharbeit beginnt sich in traditionell weiblich segregierten Beschäftigungsfeldern, wie dem Pflegebereich, auszubreiten. In ökonomischen Krisenzeiten sind Frauen überproportional von Entlassungen betroffen. Die Konjunkturprogramme sind vor allem eine Unterstützung männerdominierter Branchen – so etwa der Automobil- und Baubranche.

Das Geschlechterverhältnis ist weiterhin hierarchisch, aber es hat sich verändert. Frauen werden zwar immer noch schlechter bezahlt als Männer, werden aber immer weiter in Erwerbsarbeit und Öffentlichkeit integriert. Der Familienlohn über den männlichen „Ernährer“ ist für die Kapitalverwertung zu teuer geworden. Damit der Wert der Arbeitskraft sinkt, müssen stattdessen möglichst viele Familienmitglieder der Lohnarbeit unterworfen werden.

Frauen sind aber zudem immer noch hauptverantwortlich für Hausarbeit, Gebären, Erziehung, Pflege, Sorge um Kinder, Alte, für die Entspannung oder das „Wieder-Auftanken“ des arbeitenden Mannes (ausgehend von der hegemonialen heterosexuellen Kleinfamilie).
Frauen sind also für Beruf und Familie, für Produktion und Reproduktion gleichermaßen zuständig und somit doppelt vergesellschaftet – die großartige „Vereinbarkeit“ gehört zum Bild der erfolgreichen Frau. Diese Doppelbelastung führt zu weniger kontinuierlichen Arbeitsbiografien, häufig zu Teilzeitarbeit, was wiederum zu geringerem Einkommen und der Restabilisierung von Abhängigkeiten führt.

Unter prekärer und entgrenzter Lohnarbeit erhöht sich der Aufwand für Selbstsorge und Sorge für Andere noch. Der gleichzeitige Abbau der sozialen Absicherung und Reduktion der staatlichen Aufwendungen in den Bereichen der Erziehung und Bildung, Gesundheit und Pflege spitzt die Lage weiter zu.

Aber hey, wer in der Krise arbeitslos wird, hat wenigstens Zeit, sich um den Abwasch zu kümmern.

Zwar werden inzwischen immer mehr Pflege- und Sorge-Tätigkeiten über den Dienstleistungssektor verwertet (wo es wieder zumeist schlecht bezahlte Frauen sind, die diese Arbeit machen), jedoch bleibt es wegen geringer Möglichkeiten zur Produktivitäts-steigerung in diesem Sektor am günstigsten, wenn meist weibliche Erwerbstätige die wachsenden Reproduktionsaufgaben ohne gesellschaftliche Unterstützung am Rande der Erschöpfung zusätzlich zu ihrer Lohnarbeit realisieren.

Eine sozialdarwinistische Familienpolitik (z.B. Elterngeld) ermutigt v.a. besserverdienende Frauen bzw. Paare, trotzdem Kinder zu kriegen.

Eben diese haben auch die finanzielle Möglichkeit, sich von der überlastenden Hausarbeit oder Kinderbetreuung zu befreien, indem z.B. Migrantinnen ausgebeutet werden.

Arbeitskämpfe müssen auch vom Standpunkt der Reproduktion aus geführt werden.

Die gesellschaftlich abgewerteten Reproduktions-Tätigkeiten bleiben im hegemonialen Diskurs als typische Frauenarbeit oft unsichtbar. Gewerkschaften reihen sich hier ohne Ausnahme ein: Auf Basis androzentrischer Denkmuster setzen sie den männlichen (und weißen) Arbeiter als Allgemeines – und vergessen den „Rest“, der doch konstitutiv ist für denselben.

Der Wert bzw. das moderne (männliche) Arbeitssubjekt muss Emotionales, Sinnliches von sich abspalten, was dann gesellschaftlich an Frauen und die Privatsphäre delegiert wird. Reproduktionstätigkeiten sind notwendig zur (Wieder-) Herstellung der Ware Arbeitskraft und somit stumme Voraussetzung von abstrakter Arbeit und Wert.

Für Frauen kann es nicht nur um Gleichberechtigung innerhalb des Systems, etwa über gender mainstreaming-Prozesse, gehen. Über abstrakte Gleichheit ginge dies ja doch nicht hinaus. Ebenso sollte die teilweise Einbeziehung von Frauen als Krisenverwalterinnen nicht mit Emanzipation verwechselt werden.

Es müssen sich grundlegendere Fragen gestellt werden:
Welche Existenzbedingungen und Reproduktions-Arbeiten sind gesellschaftlich notwendig, wie sind diese organisiert und verteilt und inwiefern ist das gesellschaftlich vermittelt? Wie wollen wir die Arbeit verteilen?

Mögliche realpolitische Forderungen, die zu diskutieren wären, könnten sein: Arbeitszeitverkürzung in der Erwerbssphäre, Ausbau sozialer Infrastruktur, Vergesellschaftung von Reproduktionskosten. Ja, die Bezahlung von Haus- und Sorgearbeit wäre eine mögliche Forderung, jedoch würde dies den Lohnarbeitsbereich nur ausweiten und der Verwertung weiterer Lebensbereiche, die ohnehin voranschreitet, noch zuarbeiten. Wäre da nicht eher die angemessene Frage: Wie werden wir abstrakte Arbeit und Wert los?

Um die Arbeit aufzuheben, müssen verschiedene Seiten der Medaille, nicht nur die Produktionssphäre, beleuchtet werden. Dabei ist das Geschlechterverhältnis endlich nicht mehr als Neben- oder Frauenthema, sondern als gesellschaftliches Grundprinzip zu betrachten.

(Wie) Können Reproduktions-Arbeiter*innen „streiken“?

Wie sieht ein Arbeitskampf aus, der alle gesellschaftlich notwendigen Tätigkeiten im Blick hat und Kapitalismus mitsamt seines Arbeitsbegriffs tatsächlich zu überwinden trachtet?“

Aktionswochen gegen Sexismus und Homophobie

Nach der erfolgreichen Kundgebung am 27.10., vor dem Ball- und Brauhaus Watzke, gegen den „Akademikerball“ geht es direkt weiter mit den Aktionswochen gegen Sexismus und Homophobie.

Diese beginnen am 30.10. mit einem Klavierkonzert im Coselpalais. Es spielen Laura Gallati und Christina Thürmer-Rohr. Zu hören sein wird eine barocke Triosonate von Jan Dismas Zelenka in Gallati’s Bearbeitung für zwei Klaviere, die 4.Klaviersonate der Schostakowitsch-Schülerin Galina Ustvolskaya und zudem „Kaleidoskop für zwei Klaviere“ von Gallati und Thürmer-Rohr selbst.

Prof.Dr. Thürmer-Rohr ist neben ihrer Beschäftigung mit experimenteller Musik noch psychologische Beraterin, Stadtplanerin, v.a. aber als Pulizistin (u.a. „Vagabundinnen“) und als feministische Forscherin im Bereich Erziehungswissenschaften bekannt. Als solche hält sie am nächsten Tag, dem 31.10., den Vortrag „Der Feminismus und das Ende des Kassandra-Syndroms“, welcher sich mit grundsätzlichen Fragen des Feminismus in Bezug auf Christa Wolfs Kassandra-Texte beschäftigt.

Beide genannten Veranstaltungen kosten (im Gegensatz zum Rest der Aktionswoche!) leider Geld. Konzert: 15/12 EUR, Vortrag 10 EUR

Der Hauptzeitraum der Aktionstage reicht vom 5.11. bis 16.11. und bietet zu verschiedenen Themenschwerpunkten Theoretisches und Praktisches, von verschiedenen Gruppen und Institutionen, an. Hierzu werden wir regelmäßig informieren.

Am Montag den 26.11. findet der letzte Vortrag statt welcher sich mit Julie Salinger beschäftigt, die sich sich im ersten Rechtsschutzverein für Frauen in Dresden engagierte und 1944 in Theresienstadt ermordet wurde.

Aufruf 27.10. // Kundgebung gegen den Akademikerball

Studentische Verbindungen wollen fragwürdige Ballkultur von Burschenschaften, Corps und Co. in Dresden etablieren

Im Ball- und Brauhaus Watzke führt eine Vernetzung studentischer Verbindungen aus Dresden, die „Gesellschaft zur Förderung Studentischer Kultur“ (GFSK) den ersten „Dresdner Akademikerball“ durch. Wir haben keinen Bock auf die Bewahrung und Reproduktion reaktionärer Werte und tanzen den Burschis deswegen hier unsere Meinung.

Die GFSK ist nicht irgendeine „unpolitische“ Gruppierung, sondern besteht aus Verbindungen, die bewusst an eine Vergangenheit anknüpfen, die auf völkischem Nationalismus, Antisemitismus, Antifeminismus, Elitarismus und anderen reaktionären Ideologien beruht. Das hiesige Treffen kann also NICHT nur „der Pflege der (akademischen) Tanzkultur“ dienen, wie die GFSK in einer Stellungnahme behauptet. Diese Art der Tanzkultur führte zudem in den vergangenen Jahren immer wieder zu Skandalen, weil sich die radikale europäische Rechte auf diesen Bällen nicht selten ein Stelldichein gab. Es ist eine Farce, wenn erklärt wird, dass der Ball allen offenstehe, „egal welcher Herkunft, Religion oder Orientierung er sein möge“ .

Schon lange versucht die GFSK unter Verschweigen ihres Hintergrunds den Einfluss der kleinen KorporiertInnenszene in Dresden zu vergrößern. Im Verein nehmen das Corps Teutonia und die Burschenschaft Cheruscia eine zentrale Rolle ein. Während elitäre Erstere sich vor allem auf die so genannten Preußischen Tugenden, zu denen unter anderem Gehorsam, Fleiß, Unterordnung und Härte gezählt werden, beziehen, ist Letztere politisch der „Neuen Rechten“ zuzuordnen und schon mehrfach durch Nähe zum Nazispektrum aufgefallen. Personell gibt es immer wieder Überschneidungen. Alexander Kleber, jahrelanger Anmelder der Nazidemonstrationen zum 13.2. in Dresden verbrachte seine Studienzeit ebenso bei der Burschenschaft Cheruscia wie der Pressereferent der sächsischen NPD-Fraktion, Holger Szymanski. Sämtliche bisherigen Vorstandsmitglieder der GFSK sind einer der beiden Verbindungen zuzuordnen oder sind Angehörige derer Mitglieder. Aber auch die GFSK als Ganzes hat keine Abgrenzungsprobleme zur radikalen Rechten und lädt regelmäßig den rechtskonservativen Monarchisten Dr. Frank Volta zu Vorträgen ein.

Fortschrittsfeindliche Ansichten sind seit 1817 in studentischen Verbindungen, allen voran den Burschenschaften, vorhanden. Zwei Jahre nach Gründung der Jenaer Urburschenschaft, trafen sich viele deutsche Burschenschafter auf der Wartburg bei Eisenach, wo in antisemitischen Hetzreden die „deutsche Nation“ beschworen und Bücher jüdischer Autoren verbrannt wurden. Viele Mitglieder dieser Vereinigungen zogen begeistert in den 1.Weltkrieg, um für deutsche Großmachtfantasien zu töten. Nach der Niederlage stellten sie einen wesentlichen Teil der Freikorps und anderer Paramilitärs, welche die Novemberrevolution niederschlugen. Mit dem so genannten „Arierparagraphen“ wurde 1920 beschlossen, dass nur noch „deutsche Studenten arischer Abstammung, die sich offen zum Deutschtum bekennen“ in die Verbindungen der Deutschen Burschenschaft (DB) aufgenommen werden. Elitäre Männerbünde der DB gehörten zu den stärksten Unterstützer_innen der NSDAP und zu den Wegbereitern des Nationalsozialismus.

Zu kritisieren ist auch das in den Verbindungen vorherrschende und durch sie stabilisierte Geschlechterbild. Die überwiegende Mehrheit der studentischen Verbindungen sind reine heterosexuelle Männerbünde, die Frauen* und homosexuelle Menschen diskriminieren und ausschließen. Dies äußert sich zum Beispiel darin, dass Nicht- Männern und Personen mit nicht-heterosexuellen Orientierungen der Zutritt zu den Häusern untersagt oder nur auf Einladung erlaubt ist. Zwar gibt es mittlerweile auch „Damenverbindungen“, unter dem neugegründeten Dachverband Neue DB, aber auch diese vertreten ähnlich fortschrittsfeindliche Grundsätze und haben zudem weitaus weniger Rechte innerhalb des Dachverbandes.

Bei uns gibt es mehr als zwei Geschlechter; und wenn gewollt mehr als eine Liebesbeziehung. Tanze mit wem und wie du willst, niemand wird dich komisch ansehen; niemand muss “führen” oder “sich führen lassen” wenn sie_er es nicht will und was bitte sollen “Herren- und Damenschritte” sein?

Wir finden es nicht erstrebenswert, sich zu erniedrigen, um in einer Hierarchie aufzusteigen und sich durch Klüngelei mit „Alten Herren“ einen Vorteil im Konkurrenzkampf zu verschaffen– wir wollen eben diesen Kampf loswerden.

Das Konstrukt der Nation ist für uns ein lästiges Übel und Nichts, dass es abzufeiern gilt. Wir sind interessiert an deiner Person und nicht an dem, was in deinem Pass steht. Nationalismus raus aus den Köpfen!

In diesem Sinne bist DU herzlich eingeladen, mit uns zusammen hier vor dem Ball- und Brauhaus Watzke ein Tänzchen zu wagen :)

Samstag 27.10.12
17.30h
Vor dem Ball- und Brauhaus Watzke (Haltestelle Altpieschen)

e*vibes – für eine emanzipatorische praxis

Anfaschistische Aktionsgruppe Dresden

Rhythms of Resistance Dresden

Einzelpersonen des Libertären Netzwerks Dresden

Undogmatisch Radikale Antifa Dresden

Mindestens zwei Gründe, am 27.10. auf die Straße zu gehen

An diesem Tag finden sowohl eine antirassistische Demonstration in Leipzig als auch Proteste gegen den Burschenschafts-Ball in Dresden statt.

Erst derSchnelldurchlauf, dann mehr Infos:

Samstag, 27.10., 16 Uhr, Leipzig, Südplatz:
Demonstration “Never forgive, Never forget – Remembering means fighting. Solidarität mit den Betroffenen des rechten und rassistischen Normalzustands”

Samstag, 27.10., 18 Uhr, Dresden, Ballhaus Watzke: “Akademikerball” und Gegenproteste

(Infoveranstaltung: Donnerstag, 25.10., 20 Uhr, AZ Conni)

Für den 27. Oktober 16 Uhr ruft die Kampagne “Rassismus tötet!” unter dem Motto “Never forgive, Never forget!” zur überregionalen Demonstration in Leipzig auf. Anlass ist der zweite Todestag von Kamal K., der am 24.Oktober 2010 in der Leipziger Innenstadt von zwei Neonazis ermordet wurde.
Die Kampagne „Rassismus tötet!“ sieht die Grundlage für eine solche Tat, die kein Einzelfall ist, im “Alltagsrassismus, der sich in Leipzig derzeit in Form rassistischer Bürger_innenproteste Bahn bricht. Deutsche Ureinwohner_innen in Leipzig-Waren und Grünau hetzen gegen die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft. „Man sei nicht rassistisch aber Ausländer wolle man trotzdem nicht in seiner Nachbarschaft.”
Aus dem Demo-Aufruf: “Rassismus tötet. Durch Pogrome, Gesetzgebung, Abschiebungen und geistige Brandstiftung. Mit dieser Kampagne wollen wir auch in und aus Leipzig heraus die Auseinandersetzung mit rassistischer Ideologie und Gewalt führen. Wir wollen an die Menschen erinnern, die aus rassistischen und anderen menschenverachtenden Motiven ermordet wurden, den Menschen, die in ihren Unterkünften angefeindet und angegriffen wurden und werden. Wir wollen den rassistischen Verhältnissen unsere Kritik und unseren Widerstand entgegensetzen.
„Erinnern heißt Kämpfen!“ ist für uns darum keine bloße Phrase, sondern Handlungsmaxime. Es geht darum, bestehende antirassistische Kämpfe u.a. gegen Lagerunterbringung, Flughafenasylverfahren oder Residenzpflicht zu unterstützen und mit dem Kampf um die Erinnerung an die Pogrome und die Gesetzesänderung 1993 zu verbinden. Gleiches gilt für den Widerstand gegen die öffentlichen Inszenierungen von Leistungsideologie und rassistischer Ausgrenzung. Den alten und neuen Täter*innen gilt unser Kampf, den Opfern der rassistischen Verhältnisse gilt unsere Solidarität!”

Am selben Tag findet im Brau- und Ballhaus Watzke in Dresden Pieschen der “Akademikerball” statt (wir hatten bereits in einem offenen Brief Kritik geübt. Eine gute Zusammenfassung auch auf addn.me).
Ab 17:30 Uhr (also leider mit zeitlicher Überschneidung zur Demo in Leipzig) soll vor dem Ballhaus gegen die Veranstaltung protestiert werden, um sie nicht einfach unkommentiert und ungestört ablaufen zu lassen, um Anwohner*innen kritisch auf den Ball aufmerksam zu machen, Druck auf das Ballhaus auszuüben und einen Teil dazu beizutragen, dass sich Dresden nicht wie z.B. Wien als Burschi-Feier-Ort etabliert.

Wenn ihr noch mehr über die Dresdner Verbindungs-Szene erfahren wollt, können wir das Offene Antifa Treffen diesen Donnerstag 20 Uhr im AZ Conni empfehlen, wo diese in einem Vortrag näher beleuchtet werden wird.

Hier findet ihr noch verschiedene Berichte und Texte:

Addn.me

Libertäres Netzwerk Dresden

DNN-Online

CAZ

AFA Dresden

Offener Brief von e*vibes

Kommentarfunktion

Hallo,
wir, e*vibes-für eine emanzipatorische praxis, möchten uns hiermit bezüglich eurer Kommentare und unserer Reaktionen auf diese zu Wort melden. Bei den letzten Posts auf unserem Blog haben wir vergessen die Kommentarfunktion zu deaktivieren. Dies hat zu Verwirrungen geführt, da wir Kommentare trotzdem nicht freigeschaltet haben. Dies taten wir, da wir uns auf dem Blog ersteinmal gegen Kommentare entschieden haben und wir es zeitlich nicht bewerkstelligen können sowohl die Facebookseite, als auch den Blog im Bezug auf Kommentare zu betreuen.
Hierzu auch noch ein kurzer Ausschnitt eines Statements welches wir vor kurzen auf Facebook veröffentlicht haben:

Diese Gruppe basiert auf freiwilligem, unbezahltem Engagement und trifft sich wöchentlich. Während dieser Treffen versuchen wir uns auch mit euren Kommentaren bzw. Anfragen auseinanderzusetzen und eine Gruppenmeinung zu diesen zu finden. Dies gelingt nicht immer, außerdem fehlt es uns oft auch an zeitlichen Kapazitäten und z.T. auch an Interesse (auf jedes Rumgetrolle zu reagieren). Wir bitten euch somit nicht verägert zu sein wenn wir nicht immer auf eure Kommentare als Gruppe reagieren. Auch hoffen wir das sich mehr Menschen die die Seite regelmäßig anschauen, einbringen und es so zu anregenden Diskussionen kommt.

Liebe Grüße „eure“ e*vibler_innen

Kommende Veranstaltungen

Hier nochmal in der Übersicht für euch:

Donnerstag 18.10.2012 /// Vortrag zu Pussy Riot beim OAT
@ AZ Conni (R.-Leonhard-Str. 39| Dresden)
Ankündigung
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Mittwoch 14.11.2012 /// Selbstbehauptungstraining im Rahmen der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie
@ TU Dresden
Ankündigung
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Mittwoch 14.11.2012 /// Burschenschaften antisexistisch betrachtet – Kritik am Verbindungswesen /// Vortrag im Rahmen der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie
@ TU Dresden
Ankündigung
Die Veranstaltung bei Facebook

Vernetzungsabend im Wums e.V.

Treffen, kennenlernen, vernetzen mit emanzipatorischen, selbstorganisierten und unkommerziellen Initiativen.

Wir möchten euch noch einmal auf den am 16.10.2012 stattfindenden Vernetzungsabend hinweisen. Dieser bietet vor allem neu Hinzugezogenen die Möglichkeit sich verschiedene politische Gruppen Dresdens anzuschauen. Los gehts ab 19.00 Uhr mit leckerem Essen, kleinen Vorträgen und vielen Informationen im Wums e.V. auf der Columbusstraße 2 in Dresden Löbtau.

Bis dahin!

Plakat

Burschenschaften antisexistisch betrachtet – Kritik am Verbindungswesen

Im Rahmen der Aktionstage gegen Sexismus und Homphobie des Referat Gleichstellung finden auch zwei von e*vibes- für eine emanzipatorische praxis organisierte Veranstaltungen statt. Zum einen ein Selbstbehauptungstraing, zum anderen ein Vortrag zu Sexismus in Burschenschaften. Hier ist nun der Ankündigungstext für die zweite Veranstaltung:

Wer oder Was ist ein Burschenschafter? Sind das nur Männer? Und was machen die so?
Der Vortrag soll zum einen, einen groben Überblick auf Burschenschaften geben und zum anderen deren ideologische Momente herausgearbeiten. Denn völkischer Nationalismus, autoritäres Denken, Sexismus […] spitzen sich insbesondere bei der deutschen Burschenschaft zu. Dabei ist es wichtig zu benennen, dass Burschenschaften kein Randphänomen darstellen, sondern breite gesamtgesellschaftliche Relevanz haben. Antifaschistische Intervention ist daher dringend geboten. Diesbezüglich wird der Vortrag feministische Perspektiven einer antifaschistischen Kritik stark machen.

Zeit: Mittwoch, 14.11.2012 von 14.50 – 16.20 Uhr
Ort: TU Dresden, Raum wird noch bekannt gegeben

Lisa:2 [Marburg]

lisa2.blogsport.de
http://www.stura.tu-dresden.de/aktionstage
http://aktionstage-tud.tumblr.com/
Die Veranstaltung bei Facebook

Offener Brief an das Ball- und Brauhaus Watzke bezüglich des Akademikerballs am 27.10.2012

Sehr geehrte Damen und Herren,

unsere sexismuskritische Gruppe e*vibes – für eine emanzipatorische praxis hat davon erfahren, dass die Gesellschaft zur Förderung Studentischer Kultur (GFSK) Ihre Räume angemietet hat um am 27. Oktober einen sogenannten Akademikerball auszurichten. Wir haben an der GFSK einige Kritikpunkte, die Sie als Inhaber_innen der Räumlichkeiten interessieren dürften.

Entgegen der Selbstdarstellung der GFSK beinhaltet sie als Vernetzungsplattform verschiedene studentische Verbindungen, darunter eine rechtsradikale Burschenschaft. Dass zahlreiche personelle Überschneidungen von Dresdner Verbindungen, insbesondere von Corps Teutonia und Cheruscia, in die rechte Szene bestehen, ist nichts Neues und sollte Grund genug sein, der Organisation jegliche Unterstützung zu verwehren (siehe Stura Dresden).

Uns ist wichtig, noch einmal gesondert darauf aufmerksam zu machen, welch sexistisches, chauvinistisches und patriarchales Weltbild studentischen Verbindungen im Allgemeinen zu Grunde liegt. In ihrer öffentlichen Stellungnahme zum Dresdner Akademikerball bekennt sich die GFSK wie selbstverständlich zur Freiheitlich Demokratischen Grundordnung. Die darin aufgeführten Menschenrechte scheint sie „überlesen“ zu haben. Denn anscheinend gilt das darin verankerte grundlegende Prinzip der Egalität (Gleichheit) vor allem für Männer: Die meisten studentischen Verbindungen sind reine heterosexuelle Männerbünde. Anderen Geschlechtern und Personen mit anderen sexuellen Orientierungen ist der Zutritt zum Haus untersagt oder nur auf Einladung erlaubt. Auf Frauen trifft man dort in Form von Begleitung bei Partys oder Bällen sowie auf Werbeflyern für eben solche, wo z.B. Damen im Bikini Freigetränke versprochen werden. Die gängige Argumentation, die Geschlechtertrennung sei akzeptabel, weil sie historisch gewachsen sei, ist unsinnig. Auf diese Weise könnte man sämtliche Missverhältnisse in unserer Gesellschaft rechtfertigen und konservieren. Zur Entstehungszeit derartiger Organisationen im 18. Jahrhundert waren Frauen in der Tat noch vom Hochschulstudium ausgeschlossen und studentische Verbindungen setzten sich seit Bestehen vehement für den Erhalt dieses Zustandes ein. Die Frauenbewegung hat sich den Zugang zu höheren gesellschaftlichen Positionen erst hart erkämpfen müssen.

In der GFSK gibt es zwar eine gemischte (Arion) sowie eine reine Damenverbindung (Regina-Maria-Josepha). Doch auch diese Verbindungen teilen die inhaltlichen Grundsätze der Männerverbindungen – Deutschnationalismus, Elitenbildung, Konservatismus, Obrigkeitstreue und das Idealbild einer hierarchisch organisierten Gesellschaft. Laut diesem Weltbild werden Männern aufgrund ihres biologischen Geschlechts grundlegend andere – und vor allem gesellschaftlich höher gestellte – Eigenschaften zugewiesen als Frauen, die als fürsorglich und zurückhaltend gelten. Das Männerbild von Burschenschaftlern ist geprägt von Werten der Härte, des Ertragenkönnens und soldatischer Untertänigkeit. Diese patriarchale Struktur produziert Sexismus, Homophobie und Antifeminismus und ist daher abzulehnen.

Wir finden, eine Veranstaltung der GFSK zuzulassen ist vollkommen untragbar, und fordern Sie auf, das Mietverhältnis für den 27.10.12 aufzulösen.

Die Kritik patriarchaler Verhältnisse ist ein zentrales Thema unserer Gruppe. Falls Sie Genaueres zu unserem Selbstverständnis erfahren möchten, besuchen Sie gerne unsere Website unter evibes.blogsport.de.

Mit freundlichen Grüßen,
Gruppe e*vibes

Selbstbehauptungstraining

Im Rahmen der Aktionstage gegen Sexismus und Homphobie des Referat Gleichstellung finden auch zwei von e*vibes- für eine emanzipatorische praxis organisierte Veranstaltungen statt. Zum einen ein Selbstbehauptungstraing, zum anderen ein Vortrag zu Sexismus in Burschenschaften. Hier ist nun der Ankündigungstext für die erste Veranstaltung:

Du hast Interesse an Selbstbehauptung, um selbstbewusster mit Diskriminierungen in deinem Leben und Beschränkungen deines Raumes umgehen zu können, aber bist dir nicht si
cher ob du in vorhandenen Angeboten den geschützten Raum findest, den du brauchst und willst?

Mike und Katja aus Leipzig bieten einen geschützten Raum für ein intensives Training als Einstieg in die Ansätze von Selbstbehauptung und -verteidigung an. Sie zeigen euch Grundtechniken der Körpersprache, damit du entschlossen auftreten kannst. Dabei werden einige Alltagssituationen durchgespielt.

Der Workshop ist offen für alle Personen, die auf einen solchen Rahmen Lust haben und aus verschiedenen Gründen bei anderen Angeboten gar nicht teilnehmen dürften, sich nicht angesprochen fühlen oder Bedenken haben, ob sie sich in der Atmosphäre wohlfühlen und wirklich offen sein können, ohne Angst vor blöden Sprüchen, abschätzigen Blicken, Verunsicherung im Verhalten etc. haben zu müssen.

Grundansatz ist die Freiwilligkeit bei allem und die Möglichkeit, sich herauszuziehen, wenn etwas zu viel wird oder nicht gewollt wird. Natürlich stehen Mike und Katja euch auch immer als sensible Gesprächspartner_innen zur Verfügung, um die Trainingssituationen individuell auf eure Wünsche und Anmerkungen anzupassen.

Falls du nun Lust hast an diesem Training teilzunehmen bitten wir dich eine kurze Anmeldeemail an das Referat für Gleichstellung zu schicken, da die Teilnehmer_innenanzahl begrenzt auf 15 Leute begrenzt ist

Voranmeldungen an: gleichstellung@stura.tu-dresden.de

Zeit: Mittwoch, 14.11.2012 von 11.10 – 14.30 Uhr
Ort: Nöthnitzer Str. 60a, Sporthalle 1

http://www.stura.tu-dresden.de/aktionstage
Die Veranstaltung bei Facebook