Mindestens zwei Gründe, am 27.10. auf die Straße zu gehen

An diesem Tag finden sowohl eine antirassistische Demonstration in Leipzig als auch Proteste gegen den Burschenschafts-Ball in Dresden statt.

Erst derSchnelldurchlauf, dann mehr Infos:

Samstag, 27.10., 16 Uhr, Leipzig, Südplatz:
Demonstration “Never forgive, Never forget – Remembering means fighting. Solidarität mit den Betroffenen des rechten und rassistischen Normalzustands”

Samstag, 27.10., 18 Uhr, Dresden, Ballhaus Watzke: “Akademikerball” und Gegenproteste

(Infoveranstaltung: Donnerstag, 25.10., 20 Uhr, AZ Conni)

Für den 27. Oktober 16 Uhr ruft die Kampagne “Rassismus tötet!” unter dem Motto “Never forgive, Never forget!” zur überregionalen Demonstration in Leipzig auf. Anlass ist der zweite Todestag von Kamal K., der am 24.Oktober 2010 in der Leipziger Innenstadt von zwei Neonazis ermordet wurde.
Die Kampagne „Rassismus tötet!“ sieht die Grundlage für eine solche Tat, die kein Einzelfall ist, im “Alltagsrassismus, der sich in Leipzig derzeit in Form rassistischer Bürger_innenproteste Bahn bricht. Deutsche Ureinwohner_innen in Leipzig-Waren und Grünau hetzen gegen die dezentrale Unterbringung von Flüchtlingen in ihrer Nachbarschaft. „Man sei nicht rassistisch aber Ausländer wolle man trotzdem nicht in seiner Nachbarschaft.”
Aus dem Demo-Aufruf: “Rassismus tötet. Durch Pogrome, Gesetzgebung, Abschiebungen und geistige Brandstiftung. Mit dieser Kampagne wollen wir auch in und aus Leipzig heraus die Auseinandersetzung mit rassistischer Ideologie und Gewalt führen. Wir wollen an die Menschen erinnern, die aus rassistischen und anderen menschenverachtenden Motiven ermordet wurden, den Menschen, die in ihren Unterkünften angefeindet und angegriffen wurden und werden. Wir wollen den rassistischen Verhältnissen unsere Kritik und unseren Widerstand entgegensetzen.
„Erinnern heißt Kämpfen!“ ist für uns darum keine bloße Phrase, sondern Handlungsmaxime. Es geht darum, bestehende antirassistische Kämpfe u.a. gegen Lagerunterbringung, Flughafenasylverfahren oder Residenzpflicht zu unterstützen und mit dem Kampf um die Erinnerung an die Pogrome und die Gesetzesänderung 1993 zu verbinden. Gleiches gilt für den Widerstand gegen die öffentlichen Inszenierungen von Leistungsideologie und rassistischer Ausgrenzung. Den alten und neuen Täter*innen gilt unser Kampf, den Opfern der rassistischen Verhältnisse gilt unsere Solidarität!”

Am selben Tag findet im Brau- und Ballhaus Watzke in Dresden Pieschen der “Akademikerball” statt (wir hatten bereits in einem offenen Brief Kritik geübt. Eine gute Zusammenfassung auch auf addn.me).
Ab 17:30 Uhr (also leider mit zeitlicher Überschneidung zur Demo in Leipzig) soll vor dem Ballhaus gegen die Veranstaltung protestiert werden, um sie nicht einfach unkommentiert und ungestört ablaufen zu lassen, um Anwohner*innen kritisch auf den Ball aufmerksam zu machen, Druck auf das Ballhaus auszuüben und einen Teil dazu beizutragen, dass sich Dresden nicht wie z.B. Wien als Burschi-Feier-Ort etabliert.

Wenn ihr noch mehr über die Dresdner Verbindungs-Szene erfahren wollt, können wir das Offene Antifa Treffen diesen Donnerstag 20 Uhr im AZ Conni empfehlen, wo diese in einem Vortrag näher beleuchtet werden wird.

Hier findet ihr noch verschiedene Berichte und Texte:

Addn.me

Libertäres Netzwerk Dresden

DNN-Online

CAZ

AFA Dresden

Offener Brief von e*vibes