Lesekreis „Das Geschlecht des Kapitalismus“ und Uni-Seminar „Feministische Philosophie“

Ab sofort gibt es zwei wöchentliche Veranstaltungen, die wir euch empfehlen möchten:

1. Das „Netzwerk Theorie & Kritik“ organisiert einen Lesekreis zum Thema „Kapitalismus und Patriarchat“ auf der Grundlage von Roswitha Scholz‘ Buch „Das Geschlecht des Feminismus“. Er findet jeden Donnerstag 18:30-20:00 Uhr an der TU, Schumann-Bau (Münchner Platz 3), Raum A107 statt – das erste Mal morgen, am 18.April, mit einer Einführung. Den weiteren Plan findet ihr hier (klick).
Aus der Ankündigung: „Kapitalismus und patriarchales Geschlechterverhältnis sind untrennbar verbunden. Es ist die kapitalistische Warenform selbst, welche ohne die Abspaltung und Minderbewertung eines Weiblichen nicht denkbar ist. Frauen wird in der kapitalistischen Moderne nicht nur die häusliche Reproduktion zugewiesen, sie werden ebenso zur Projektionsfläche von Eigenschaften wie Emotionalität und Verstandesschwäche. Dieser „Wert-Abspaltungs-Theorie“, wie sie von der deutschen Feministin Roswitha Scholz entwickelt wurde, wollen wir uns anhand ihres Werks „Das Geschlecht des Kapitalismus“ nähern. Wie sich zeigen wird, impliziert die Kritik des Abspaltungsverhältnisses eine radikale Neuorientierung kritischer Theoriebildung überhaupt, will diese nicht dem androzentrisch-universalistischen Muster der Aufklärung verhaftet bleiben.“
Wie voraussetzungsvoll oder leicht verständlich, wie spannend oder langweilig die Diskussionen sein werden hängt dann sicherlich von den Anwesenden ab. Also schaut einfach vorbei. Übrigens: Roswitha Scholz wird auch auf dem e*camp im Juni sein…
Wenn eine*r von euch das Buch nicht kaufen kann oder will, schreib uns eine E-Mail, wir können unter Umständen Einzelexemplare verleihen.
(Das „Netzwerk Theorie & Kritik“ organisiert ebenso einen Lesekreis zu „Dialektik: Denken in Widersprüchen“, mittwochs 18-20 Uhr in der kosmotique, Martin-Luther-Straße 13).

2. In diesem Semester gibt es ein Seminar mit dem Titel „Feministische Philosophie“ an der TU, Dozentin ist Constanze Demuth. Dort (wie in vielen Univeranstaltungen) überprüft keine*r, wer anwesend ist und ob du z.B. TU- oder überhaupt Student*in bist. Es sind auch genügend Menschen da, um, wenn gewünscht, in der Masse unterzugehen und ohne Erwartungsdruck in den mehr oder weniger akademischen Unibetrieb reinzuschnuppern.
Das Seminar findet jeden Dienstag in der 5. Doppelstunde, also 14:50-16:20 Uhr im Hörsaalzentrum (Bergstraße 64), Raum 403 statt. Zu jeder Sitzung soll sich mit einem bestimmten Text beschäftigt werden. Zu diesem gibt es am Anfang ein Kurzreferat, dann soll der Text gemeinsam verstanden und darüber diskutiert werden. Diese Texte sind in einem Reader zusammengestellt, der für 6,69€ im Copyshop ESF (Zellescher Weg 21) erhältlich ist. Hier der Seminarplan (eine Textsitzung ist schon vorbei, wie ihr seht):

9.4. Einführung, Referatvergabe
16.4. Elisabeth List: „Der Ort des Weiblichen im philosophischen Diskurs“
23.4. Carol Gilligan/Grant Wiggins: „Die Ursprünge der Moral in den frühkindlichen Beziehungen“
30.4. Seyla Benhabib: „Der verallgemeinerte und der konkrete Andere. Die Kohlberg/Gilligan Kontroverse aus der Sicht der Moraltheorie“
7.5. Annette C. Baier: „What Do Women Want in a Moral Theory?“
14.5. Luce Irigaray: „Ethik der sexuellen Differenz“
28.5. Naomi Scheman: „Feminist Epistemology“
4.6. Alice Crary: „What Do Feminists Want in an Epistemology“
11.6. Judith Butler: „Antigones Verlangen“
18.6. Judith Butler: „Antigones Verlangen“ (2)
25.6. Catherine Clément: „Sängerinnen oder der Frauenzirkus“
2.7. Hélène Cixous: „Geschriebene Frauen, Frauen in der Schrift“
9.7. Seyla Benhabib: „Feminismus und Postmoderne“
16.7. Abschlusssitzung