Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

Für Interessierte bieten wir (e*space) nun diesen Workshop an:

Update (24.03.): Wir freuen uns sehr, dass der Workshop auf so viel Interesse stößt. Jedoch sind wird nur fünf Leute, die auch noch andere Dinge zu tun haben. Derzeit gibt es so viele Anfragen, dass sie uns voraussichtlich bis Ende Juli beschäftigen werden und dann machen wir erstmal einen Monat Pause. Gern könnt ihr uns trotzdem weiterhin Anfragen – im Idealfall für den Herbst/Winter. Gerne könnt ihr euch auch melden wenn ihr selbst Interesse habt einen ähnlichen Workshop zu konzipieren und zu halten. -> Emails bitte an: e_space@riseup.net

Bei eurer Partyreihe kommt es immer wieder zu Übergriffen und ihr wisst nicht wie ihr damit umgehen könnt? In eurer Gruppe gibt es fast nur Männer* und/oder die wenigen Frauen* bringen sich wenig ein? Ihr fragt euch, wie ihr bei eurem Sommercamp auf Diskriminierung aufmerksam machen könnt?
Schon wieder eine den Freund_innenkreis spaltende Diskussion über Definitionsmacht? Wenn ihr bei solchen Fragen gerade nicht weiterkommt oder euch weitere Anregungen fehlen, bieten wir euch diesen Workshop an:

Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

Herrschaftsverhältnisse strukturieren unser Denken und Handeln. Deren Analyse und Kritik auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ist unabdingbar. In konkreten Situationen stellen wir uns vor diesem Hintergrund die Frage nach Handlungsmöglichkeiten und -alternativen. Umgegangen wird mit Diskriminierung und Gewalt sowieso immer, nur meist ignorant oder planlos und damit oft Bestehendes verstärkend. Aber auch ein bewusstes “es ganz anders machen wollen” kann nach hinten losgehen.

Wir sind keine Antidiskriminierungs-Organisation, deren Blick bei der juristischen Gleichstellung der Menschen endet oder für die die Existenz von Polizei und bürgerlicher Rechtsprechung einfach für alle Zeiten vorausgesetzt ist. Aber wo sind die Alternativen?

Wir wollen nach emanzipatorischen Ansätzen suchen, also in Richtung der Befreiung der Individuen. Uns geht es um das richtige Leben im Falschen – also das Unmögliche, das so oft zur bloßen Elendsverwaltung der kapitalistischen Zustände verkommt. Ein Unterfangen, in dem man sich nun mal in Widersprüchen verheddert.
Wir betrachten uns als Multiplikator_innen, die ihre bisherigen Überlegungen weitergeben, sie mit euch verwerfen, weiterdenken, Strategien und Konzepte entwickeln sowie politische Kontroversen anstacheln wollen.

Wir sind keine Unterstützungs-, oder Awarenessgruppe, keine Mediator_innen oder Konfliktmanager_innen. Wir haben nicht ‘die Lösung’. Wir diskutieren MIT euch, nicht FÜR euch. Wir verteilen keine Antisexismus-Zertifikate.

Inhaltlich umfasst der Workshop Folgendes:
- Diskriminierung und Gewalt (Was genau verstehen wir darunter? Wo finden sie statt?)
- Strategien zum Umgang mit Diskriminierung und Gewalt? (Gibt es progressive Alternativen zum Strafrecht?)
- Sensibilisierung/Awareness (Was ist das? Was soll das? Wie kann das aussehen?)
- Unterstützung von Personen die von Diskriminierung und/oder Gewalt betroffen sind und Arbeit mit diskriminierenden und/oder gewaltausübenden Personen (Gesprächsführung, Konfrontation, Deeskalation, eigene Grenzen)
- Vertiefung mit praktischen Übungen (z.B. Rollenspiele) möglich
- Vertiefungsdiskussion über Definitionsmacht
- Input zu Traumatisierung

Je nach euren Wünschen können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden. Ungefährer zeitlicher Rahmen: 1-3 Tage, je nachdem welche Schwerpunkte und Vertiefungen ihr auswählt.