Yes we are! – cafém #5

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Winterzeit ist Filmzeit.
Im Januar wird es den Film „Yes – we are in Poland“ zu sehen geben und im Anschluss besteht die Möglichkeit mit der Regisseurin des Films (Magda Wystub) über das Gesehene zu diskutieren.

»Berlin, April 2006: Auf einer von mir organisierten Veranstaltung zur aktuellen Situation von Lesben und Schwulen in Polen fragt eine Zuhörerin den referierenden LGBT-Aktivisten aus Polen: ›Du redest nur von schwulen Gruppen. Wie sieht’s denn mit der lesbischen Szene aus?‹ Die prompte Antwort ›In Polen gibt es keine Lesben!‹ provoziert nicht nur alle anwesenden Frauen im Raum – die allgemeine Empörung ist groß. In meiner Rolle als Moderatorin versuche ich zu vermitteln, doch auch hinterher bleibt Szymon Niemiec stur: ›Guck dich doch um – polnische Lesben kommen einfach nicht aus dem Schrank.‹ … Natürlich gibt es Lesben in Polen, aber warum sind sie so unsichtbar? Wie nehmen sich polnische Lesben selber wahr? Wie organisieren sie sich? In welche Clubs gehen sie? Auf welche Schwierigkeiten stoßen Frauen in ihrem alltäglichen Leben, wenn sie nicht dem konservativen katholischen Frauenbild entsprechen? Ich merkte, dass der Kontakt zu meinem Herkunftsland in den letzten Jahren immer schwächer wurde und fing an zu recherchieren. Am Ende stand die Idee für diesen Film.«
Magda Wystub

Die queeren Protagonistinnen, die in Yes, We Are zu Wort kommen, zeigen sich kämpferisch, aber auch desillusioniert. Die ein oder andere identifiziert sich mit dem Begriff Lesbe, andere verweigern sich wiederum der Zuordnung über sexuelle Orientierung oder Geschlecht. Allen ist gemeinsam, dass sie nicht in die heterosexuelle Matrix passen und von demselben Motiv angetrieben werden: Dem Wunsch nach einer pluralistischen Gesellschaft, in der jeder Mensch das Recht auf Selbstentfaltung hat. Dafür setzen sie sich auf sehr unterschiedliche Arten ein.
Magda Wystubs Dokumentation richtet zum ersten Mal den Fokus bewusst und ausschließlich auf emanzipatorisch denkende Lesben und queere Frauen in Polen. Sie zeigt die Vielfalt ihrer Strategien, sich in einer homophoben Umgebung zu behaupten. Die Empfindungen und Analysen sowie der heterogene Alltag der Protagonistinnen vermitteln dabei einen Einblick in das allgemeine politische Klima und die gesellschaftlichen Umbrüche in Polen.
Der Filmtitel ist einem zentralen Slogan der polnischen Lesbenbewegung entlehnt: Yes – we are in Poland! (Jesteśmy w Polsce!)

Auch wird es mit unserem Lesekreis „Aufstand aus der Küche“ von Silvia Federici weitergehen. Im Vorfeld des Films können sich Interessierte zusammenfinden und das Gelesene besprechen, bzw. gemeinsam lesen. Die Texte können wir gehabt beim Café im Dezember mitgenommen werden. Ansonsten empfehlen wir auch die Anschaffung des Buches :)

14 – 20h cafém
15h Lesekreis
16h Film

-> Die Originalsprache des Films ist Polnisch und es wird entweder mit deutschen, oder englischen oder beiden Untertiteln gezeigt werden. Entscheidung wird ganz nach den Bedürfnissen der Anwesenden kurz vorher gefällt.