Archiv für Februar 2014

Gutes Leben ohne Sorgen! (Diskussionsanregungen zur Care Revolution)

Rückblick auf die Veranstaltung am 16.01. in der EHS

Vom 14.-16. März 2014 findet in Berlin die „Aktionskonferenz Care Revolution. Her mit dem guten Leben – für alle weltweit!“ statt.
Vor vier Wochen, am 16.01., gab es an der EHS Dresden (Evangelische Hochschule für Soziale Arbeit) eine Infoveranstaltung dazu. Jeweils kurze Inputs brachten eine Vertreterin des AK Reproduktion bzw. der Konferenz und Vertreter_innen von uns sowie vom Allgemeinen Syndikat Dresden/FAU Dresden. Danach gab es eine Diskussion, in der weniger diskutiert als vielmehr diverse Themen auf den Tisch gebracht und Standpunkte in den Raum geworfen wurden. Aber immerhin – schließlich gab es eine derartige Veranstaltung in Dresden noch nicht. Vielleicht war dies ein Auftakt für das so notwendige kontinuierliche ‚Dranbleiben‘ am Thema.
Die Veranstaltung wurde zum Nachhören aufgenommen. Denkwürdig ist’s, wie Getrommel und Gejubel mutmaßlicher EHS-Studierender von der gleichzeitig dort stattfindenden ‚Medienkunstnacht‘ hinaufdringen und das Verstehen erschweren ;-) Viel Spaß damit: Audiomitschnitt

Unser Input während der Infoveranstaltung ging zunächst kurz um die Frage, warum sich Feminist_innen eigentlich mit Sorgetätigkeiten beschäftigen. Also: Wie hängen Care-Tätigkeiten und deren gesellschaftliche Abwertung mit Geschlecht zusammen? Dieser konstitutive Zusammenhang fehlte uns im Aufruftext, der die Frage, warum man eigentlich weniger Geld bekommt, offenlässt. Danach nannten wir einige Punkte, die uns einerseits oft bei Protesten zum Thema, andererseits bei der Konferenz zu kurz kommen oder problematisch scheinen. Diese kommen hiermit nochmal schriftlich und etwas ausformulierter, um damit Diskussionen auf der Konferenz bzw. um sie herum anzuregen.

Probleme und Diskussionsfragen

Immer wieder mal gibt es Proteste im bezahlten Sozial- oder Pflegebereich, bei denen einige Ansätze, Aussagen oder Schild-Aufschriften echt problematisch sind. Da gibt es Demos gegen Sozialabbau („Wir sind mehr wert!“) oder gegen Krankenhausprivatisierungen, „Pflege am Boden“-Flashmobs etc.
Die Konferenz reiht sich in diese insofern mit ein, dass sie solche Proteste vernetzen und bündeln will. ‚Anders‘ ist an der Konferenz, dass im Programm Geschlecht thematisiert wird, was bei Protesten zum Thema oft nicht ‚auf dem Schirm‘ ist – da besteht noch Interventionsbedarf. Außerdem stellt der Konferenzaufruf klar, dass es im Kapitalismus eben nicht um menschliche Bedürfnisse geht (man sich darüber also nicht zu wundern braucht) und deshalb eine grundlegende Veränderung stattfinden muss. Aus diesen und anderen Gründen unterstützen wir den Konferenzaufruf, auch wenn uns einiges fehlt, zu kurz kommt oder ähnlich problematisch gesagt wird wie in o.g. Beispielen.

Zuweilen werden einige Tätigkeiten als besonders ‚menschliche‘ moralisch geadelt. Als wenn sie irgendwie mehr als andere den menschlichen Bedürfnissen dienen würden. Aber Hegen und Pflegen und Sorgen und Kümmern sollten nicht glorifiziert werden.

Kein Bereich innerhalb des Kapitalismus dient menschlichen Bedürfnissen. Bedürfnisse werden zwar befriedigt, aber dies ist eher Nebenprodukt – darum geht es nicht. Das ist auch bei Sozialarbeit o.ä. nicht anders. Ob die engagiert arbeitenden Individuen das so wollen oder nicht. Die Tätigkeit der Pflegerin hat mit der der Bankangestellten ihre Lohnarbeitsförmigkeit gemeinsam, wenn sich auch vermutlich der Lohn unterscheidet. Aber inwiefern geht es im Pflege- oder Bildungssektor mehr um menschliche Bedürfnisse als im Immobilien- oder Aktiengeschäft? Wer sagt eigentlich, welches wirklich echt menschliche Bedürfnisse sind? Gepflegt werden und zur Schule gehen schon, einkaufen oder Auto fahren nicht? Alle Bedürfnisse sind gesellschaftlich vermittelt; es ist unmöglich, unmittelbar ‚menschliche‘ zu finden. Die Tischlerin und Designerin macht Öko-Möbel für glückliche Menschen, der Politiker im Bundestag kümmert sich um Menschen, die Versicherungsberaterin kümmert sich um Menschen, sie alle sind ganz menschlich und besorgt. Unterschiede bestehen bei diesen Berufen, die alle „was mit Menschen“ machen, sicher im Grad der gesellschaftlichen Vermittlung. Aber auch in Berufs- und Selbstbildern der dort jeweils Tätigen.

Gerade der Berufsethos im Sozialbereich „Ich helfe aufopferungsvoll (ggf.: und liebe es), das macht mich zur Heldin“ ist ideologische Verschleierung, die an Erkenntnis, Problembewusstsein und schließlich Arbeitskämpfen hindert. Es ist also fraglich, ob es eine gute Strategie ist, politisch genau auf dieses (Selbst-)Bild zu setzen, um Verbesserungen der Bedingungen einzuklagen.

Die Schwierigkeit, in diesem Sektor zu streiken, wenn es nicht auf die Kosten von z.B. pflegebedürftigen Menschen gehen soll, liegt klar zutage. Also: Was können Druckmittel von ‚Care‘-Protesten sein? Um überhaupt an diesen Punkt zu kommen, muss klar gesagt werden, dass es sich hierbei nicht um nette menschliche Gesten, sondern um Lohnarbeit handelt, die immer Ausbeutung ist. Das kann man sagen, auch wenn man ‚das eigentlich gern macht‘ usw. Das ist ja gerade das Absurde: Hier können besonders gut Löhne gedrückt werden, weil es wirklich unmenschlich wäre, diesen Menschen nicht zu pflegen. Aber es so zu tun, ist noch lange nicht ‚menschlich‘. Denn die Formen der Tätigkeiten im Kapitalismus verhindern, dass man sie wirklich gut machen kann.

Das betrifft nicht nur die Lohnarbeitsform, sondern auch die häuslichen, familiären, unbezahlten Tätigkeiten, die zumeist Frauen* überlassen bleiben – ob diese nun zusätzlich lohnarbeiten oder nicht. Diese Tätigkeiten sind auch nicht reiner oder echter oder menschlicher oder vom ‚bösen Außen‘ verschont. Das Private ist heute (im schlechten Sinne) politisch, nämlich gesellschaftlich durchdrungen. Es ist nicht ‚verschont‘, sondern ausgeschlossen, beschränkt und unsichtbar.

Beide Bereiche gehören, in ihrer Abhängigkeit voneinander, gemeinsam überwunden.
Es ginge um die allgemeine Befreiung von Mühsal und Plackerei.

Wir können nur erahnen, wie Tätigkeiten in einer befreiten Gesellschaft aussehen würden, die menschlichen Bedürfnissen dienten – welche auch immer das dann wären. Vielleicht müssten viele Arbeiten nicht mehr unter solch unzumutbaren Bedingungen oder gar nicht mehr gemacht werden. Vielleicht würden neue Tätigkeitsbereiche entstehen. Klar ist nur: Sie wären weder lohnarbeitsförmig organisiert noch der Privatsphäre oder einer gesellschaftlich abgewerteten Gruppe zugewiesen.

Wenn es also um die Überwindung von Lohnarbeit und ihrer Care-Seite inklusive häuslicher Sphäre geht, was bringt dann die spezielle Aufwertung bestimmter Tätigkeiten?
Inwiefern derartige Forderungen realpolitisch sinnvoll sein können, ist zu diskutieren. Jedoch muss darüber hinausgeblickt werden, soll die Realpolitik nicht richtungslos bleiben oder in eine falsche Richtung laufen.
Protestierende mit Slogans wie „Wir sind mehr wert“ können nicht sehen, dass sie im Kapitalismus eben nicht „mehr wert“ sind (auch nicht nach ausführlicher Wert-Schätzung). Erst recht nicht, dass Wert und Mehrwert eigentlich ihr Problem sind. Und: Mit Aussagen wie „Gutes Leben braucht Sorge“ (Titel der Veranstaltung in der EHS) wird ein „Gutes Leben ohne Sorgen“ undenkbar.
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Eine weitere Frage, die doch wichtig wäre zu klären: Wie verhält sich die heutige Forderung nach Aufwertung von Sorgetätigkeiten zu der propagandistischen Aufwertung von ‚einfacher Arbeit‘ und ‚Mutterschaft‘ im NS? Auch wenn man am Ende zu der Antwort gelangt, dass das doch absolut nichts miteinander zu tun hat: Die Frage sollte man sich stellen. Und dann dafür sorgen, dass es nichts damit zu tun hat.

Im Nationalsozialismus waren Frauen* insofern den Männern* gleichgestellt, als dass sie sich gegen den gemeinsamen ‚Feind‘, die Juden_Jüdinnen zusammenschlossen. Sie waren nicht bloße ‚Gebärmaschinen‘. Ihre Mutterschaft wurde hochgelobt, ihre Tätigkeiten im Haushalt oder bei der Erziehung der Kinder immer mehr anerkannt. Das 1938 von Hitler gestiftete Mutterkreuz unterstreicht die Bemühungen der NSDAP, diese „Frauenaufgabe“ aufzuwerten. Im eigenem Heim wurde selbstbewusst „in kleinstem Rahmen der Kampf gegen den inneren Feind, den undeutschen Geist, ausgetragen“ (Frauenführerin Irene Seydel, zit. nach L. Radonic).

Weibliche Erwerbsarbeit nahm ab 1933 stetig zu. Einerseits aufgrund des Ausfalls männlicher Soldaten als Arbeitskraft, aber auch durch Professionalisierung vorheriger Hausarbeit. Die Anerkennung lief darüber, dass ja jedes Glied der ‚arischen Volksgemeinschaft‘ wichtige Arbeit für deren Weiterbestand und Optimierung leiste. (Artikel dazu: Radonic und Walterspiel)

Damit im Hinterkopf ist es interessant, sich Argumentationen von z.B. Gewerkschaften oder Protestaufrufen heute anzugucken..
Die letzte großangelegte Kampagne zur Aufwertung einer Berufsgruppe waren wohl die vor Nationalstolz strotzenden Plakate von „Das Handwerk“. „Ich bin nicht nur Handwerker. Ich bin der Motor, der Deutschland antreibt.“
Hoffentlich schreiben sich das nicht bald irgendwelche Mütter auf die Fahnen. Denkbar wäre auch: „Ich bin keine Hausfrau. Ich bin das Notstromaggregat, das die Produktion am Laufen hält.“ Oder „Ich bin kein Altenpfleger. Ich pflege deutsche Tradition.“
Hoffentlich bleibt uns das erspart. 1

Die Frage wird sein, ob etwas eingefordert wird und was, von wem und mit welcher Begründung. Wenn man z.B. von einer staatlichen Institution irgendwas fordert (mehr Geld oder so) und dann anfängt, seinen Anspruch darauf zu rechtfertigen, muss man sich auf etwas berufen, das allgemein wichtig gefunden wird. Wir leisten was für die deutsche Wirtschaft.2
Der absurde Versuch müsste sein, sich von derartigem Populismus abzugrenzen, ohne komplett unbeachtet zu bleiben.

Die Organisator_innen der Konferenz scheinen jedenfalls mögliche problematische Lesarten oder Abwandlungen ihrer Kritik bzw. ihrer Forderungen nicht zu befürchten. Auch nicht in Richtung einer personalisierten Kapitalismus‘kritik‘ – was angesichts der Bandbreite der beteiligten Gruppen nicht abwegig ist. Naja, Revolutionen schlagen einfach nicht fehl.
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Eine ganz wichtige Frage, die lediglich in einem angekündigten Workshop 3 kurz gestellt wird, ist:
Welche Rolle nehmen wir mit Kritik an Zuständen und dem Bestreben nach einer anderen Organisation von Sorgearbeiten ein?
Krisen erfüllen im Kapitalismus zwar die Funktion eines ‚heilsamen Gewitters‘, aber wenn zu viele Leute durchs soziale Netz fallen, laufen Produzieren und Konsumieren auch nicht mehr so gut.4
Der Kapitalismus ist darauf angewiesen, Arbeit ständig neu zu organisieren, Arbeitsteilung zu optimieren usw.. Angewiesen auch auf unsere Kreativität ‚von unten, wie jetzt mit den existierenden Problemen umgegangen werden kann. Man kann das als Chance sehen, was aber eine Tendenz zur Beschönigung von Elend hat.

Tragen unsere Überlegungen und pragmatische Verbesserungsvorschläge also einfach nur zur Optimierung des Kapitalismus bei, zum Abfedern von Symptomen? Dass sie dazu beitragen, ist klar – und auch wichtig, weil irgendwer die Verrohung in Grenzen halten muss. Aber die Frage ist: bleibt es dabei?
Wie können wir mehr machen als nur zu reproduzieren – oder weniger? Wie überschreiten wir dieses einzelne Verschieben, das gesellschaftliche Verhältnisse unangetastet lässt?

Vielleicht ist ein Ansatz, mehr zu sein als das: sich mit eben dieser Rolle auseinanderzusetzen, sie zu reflektieren, sie (auch öffentlich) abzulehnen und diese Ablehnung als Ausgangspunkt zu nehmen.
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Wir finden wichtig, dass diese Punkte/Fragen diskutiert werden. Ob das auf der Konferenz passiert (wenn sie es auch nicht unbedingt herausfordert), hängt an allen Anwesenden. Ansonsten gibt es ja noch viele andere Orte – zu Hause, am Arbeitsplatz, in der Politgruppe oder ganz woanders.

So, Aufbruchstimmung vermiest?

  1. „Ich baue keine Stadien. Ich gebe 80.000 Menschen ein Zuhause.“ oder „Ich repariere keine Motoren. Ich lasse Herzen wieder schlagen.“ zeigen wieder mal, dass das mit der Rede von ‚menschlichen‘ Bedürfnissen ’ne schwierige Angelegenheit ist. [zurück]
  2. Aber: Im Sozialbereich geht es bei Förderanträgen allerdings meist um „Europa“ oder „benachteiligte Gruppen“ – entkräftet das die Argumentation? [zurück]
  3. „B1. Funktionialisierung von Moral“: „(…)Auf einmal lastet gesellschaftliche Verantwortung auf uns, auf den einzelnen Personen und wir sollen ausbügeln, was strukturell nicht funktioniert und wo politische Entscheidungen die Bedingungen verschlechtern.(…)“ http://care-revolution.site36.net/ablauf/workshops/#b1 [zurück]
  4. Wie viele Leute das sind, und wie viele als ‚Überflüssige‘ gelten, auf deren Reproduktion das Kapital nicht mehr angewiesen ist, hängt auch von sozialen Kämpfen ab. Wenn immer mehr ‚überflüssig‘ sind – woran können oder wollen wir dann überhaupt noch appellieren? [zurück]

cafém – feminismus zum kennen_lernen #7

audre lorde

[English]

Im März-cafém werden wir weiterhin Schwarzen Feminismus und Schwarze feministische Bewegung_en in Deutschland thematisieren.

Wie immer wird es vorne im Barbereich Brunch, Spielecke, Bücherstand, Zines dazu Tee und Kaffee geben. Im hinteren Bereich gibt es in verschiedenen Ecken Möglichkeiten sich auf unterschiedliche Art und Weise mit ausgewählten Texten, Gedichten und Audiobeiträgen zur Thematik zu beschäftigen.

Um 17 Uhr wollen wir gemeinsam den Film „Audre Lorde – Die Berliner Jahre 1984 bis 1992“ sehen. Der Dokumentarfilm vermittelt Audre Lordes Beiträge zu dem deutschen Diskurs über Rassismus, Xenophobie, Antisemitismus, Klassenunterdrückung, und Homophobie. Er legt einen Schwerpunkt auf Audre Lordes Beziehung zur deutschen Schwarzen Diaspora und auf ihren literarischen und politischen Einfluss. Es werden die Entstehung einer afro-deutschen Bewegung und die Ursprünge der antirassistischen Bewegung vor und nach der deutschen Wiedervereinigung beleuchtet. Die Anfänge der politischen Debatten werden festgehalten und ermöglichen so eine historische Analyse und ein Verstehen gegenwärtiger Debatten zum Thema Identität und Rassismus in Deutschland.

Wo? Im kosmotique, Martin-Luther-Str. 13, DD
Wann? Am Sonntag den 16.03.14 von 14-20 Uhr
Genaue Zeiten:
14 – 17 Uhr Lesen&Diskutieren von Texten und hören der Audiobeiträge
17 Uhr Film mehr Infos

++Bustickets zur Frauen*kampftagsdemonstration in Berlin++

Ein paar Infos zu den Tickets.
Kostenfaktor: 5-15€
Abfahrtszeit: 08.März// 9.30h am Neustädter Bahnhof (Hansastraße).

Mehr Hintergrundinfos gibt es hier.

„Yo Decido“– Ich habe mehr als Bauchschmerzen

(YOU REMEMBER, MEIN BAUCH…?)

Feministisches Foto-Shooting & Amusement
8. März 2014, Internationaler Frauenkampftag, ab 18 Uhr
kosmotique, Martin-Luther-Str. 13, Dresden-Neustadt
*

In Spanien soll die freie Entscheidung für eine Abtreibung abgeschafft werden. Die erst 2010 dort eingeführte Fristenregelung wird damit Geschichte. Das neue sogenannte „Gesetz zum Schutz des empfangenen Lebens und der Rechte der schwangeren Frau“ wird Schwangerschaftsabbruch generell unter Strafe stellen. Eine Abtreibung wird daher künftig nur bei „Gefahr für physische und psychische Gesundheit der Frau“ sowie nach einem „Delikt gegen die sexuelle Freiheit und Integrität“ – sprich nach einer Vergewaltigung – möglich sein. Bevor eine Abtreibung aus medizinischen oder psychologischen Gründen möglich wird, braucht es in Zukunft ein Gutachten von zwei unabhängigen Ärzt_innen. Ein_e dritte_r Ärztin_Arzt kann dann den Abbruch vornehmen. Sie dürfen jedoch nicht in derselben Klinik arbeiten – somit wird das zu einem Spießrutenlauf für die Betroffenen. Das neue Gesetz wirft spanische Feminist_innen und Abtreibungsbefürworter_innen um mehr als 30 Jahre zurück. Den Schwangeren wird das Recht über sich zu entscheiden genommen. Besonders schlimm trifft es Arme und Flüchtende, im Gegensatz zu Vermögenden, können sie nicht im Ausland abtreiben lassen.

Das entspricht der faktischen Abschaffung des Rechts auf Abtreibung in Spanien! GRRR!

No way! Keine Kriminalisierung von Abtreibungen!

Kommt also am Internationalen Frauenkampftag zu einem Soli-Foto-Shooting in die kosmotique. Kommt als Gruppen, Freund_innen oder Bezugsgruppen, als Einzelpersonen, Fangruppen oder Sportteams, bringt Soli-Plakate mit und lasst Euch fotografieren. Die Fotos werden dann als Soli-Gruß an feministische Zusammenhänge in Spanien geschickt und wir werden Sie als kleine Ausstellung in der kosmotique zeigen.

Also bastelt schöne Pappen, Transpis, Pappmaché-Plastiken oder studiert Choreografien als Gesten Eurer Solidarität!

Selbstverständlich anonymisieren wir Euch, wenn Ihr das gerne wollt!

Mehr Infos: http://jungle-world.com/artikel/2014/03/49158.html

* Eine Veranstaltung der Kosmotiqueler_innen, welche wir gerne bewerben :)

Frauen*kampftag 2014

Frauen*kampftag

Wir unterstützen den Aufruf zum Frauen*kampftag 2014.

Cool, dass Leute diese Demo organisieren, um an diesem Tag, dem 8.März, Feminismus kraftvoll auf die Straße zu tragen! Der Aufruf wird von vielen verschiedenen Gruppen getragen und ist somit als eine Art Kompromiss zu sehen. Eigene Statements oder Forderungen von Gruppen oder Einzelpersonen sind gern gesehen.

Wir beteiligen uns an einer regionalen Vernetzung, die nun einen Bus aus Dresden organisiert, mit dem wir alle nach Berlin und zurück fahren können. Sichert euch frühzeitig Plätze :)

Unser nächstes Vernetzungstreffen findet am 16.02. statt, gegen Ende des cafém, 19 Uhr im kosmotique.
Dazu laden wir euch alle herzlich ein! Geplante Themen sind derzeit; was wir dort eigentlich genau auf die Straße tragen wollen (auch ganz praktisch: was nehmen wir mit?) und ob es dazu noch etwas vorzubereiten gibt. Auch möchten wir darüber reden, ob es noch ganz andere Ideen gibt, was man an diesem Tag so machen könnte. Oder.. Kommt einfach vorbei.
Buskarten wird es bei der Gelegenheit auch geben.

Wir empfehlen natürlich, vorher schon da zu sein und den Vortrag von Sharon Dodua Otoo nicht zu verpassen :)

cafém – feminismus zum kennen_lernen #6

[English]

Das Februar-cafém wird sich mit Schwarzem Feminismus, Schwarzen Frauen* in Deutschland und dem im letzten Jahr erschienenen Buch Daima beschäftigen.

Daima: Von Zeuginnen, Bildern und Visionen.
Ein Buchpräsentation.

“Ohne eine Vision fühlt sich jede soziale Veränderung wie der Tod an.”
Audre Lorde

Auf einer globalen Ebene wurden Schwarze Frauen historisch sowohl innerhalb (weiß dominierten) feministischen Bewegungen wie auch in (männlichen dominierten) Black-Power-Bewegungen unsichtbar gemacht. Deutschland stellt hierbei keine Ausnahme dar und kulturelle Repräsentationen werden von den Idealen “weiß” und “männlich” dominiert. Nichtsdestotrotz haben Schwarze Frauen in Deutschland sich immer selbst organisiert und repräsentiert – das Fotobuch „Daima“ ist lediglich einen weiteren Beitrag in eine lange Reihe kulturelle Produktionen und kreative Arbeit von Schwarzen Frauen in Deutschland.
In dieser interaktiven Veranstaltung, wird Mutter, Autorin, Herausgeberin und Aktivistin Sharon Dodua Otoo ihre Beweggründe schildern, die sie dazu geführt hat die englischsprachige Buchreihe „Witnessed“ ins Leben zu rufen. Dabei wird sie den Fokus besonders auf der letzten Publikation „Daima. Images of Women of Colour in Germany“ von Nzitu Mawakha legen.

Präsentation auf englisch und deutsch. Alle Willkommen.

Dazu kommt bereits Bekanntes – Spiele, Schmöckerecke, Diskussionen, (neue) Zines, Bücherstand, Tee, Lesekreis, Brunch (bitte bringt etwas mit), Kinderspielecke..

Datum: 16.02.14
Wo: kosmotique
Wann: 14 – 20h
16h Input danach Lesekreis*

*Der Lesekreis wird dieses Mal beginnen das erste Essay des Buches „Aufstand aus der Küche“ von Silvia Federici zu besprechen. Gerne können Personen noch hinzukommen, jedoch wäre es super wenn das Essay bereits im Vorfeld gelesen wurde.

Fotosoliaktion 01.02.

Hier findet ihr die Bilder der Fotosoliaktion..

Aborto Libre!