Parallelgesellschaft ist..

ein gespräch mit einer mutter:
zwei söhne, beide blond
(warum steht das hier?
also ob das eine rolle spielte.
obwohl, vielleicht doch!)
die mutter hat angst,
dass ihr ältester
mit türkischen
und/oder arabischen jugendlichen
in kontakt kommt. (Aha.)
deshalb geht er
nicht auf eine öffentliche schule. (So-so.)
weil in bezirken
in denen „die“ „überhand“ nehmen würden (Schluck.)
und die kinder
gar nicht mehr
mit der deutschen kultur (Womit?) in kontakt kämen, dort..
(Parallelgesellschaft? Bingo!)
der islam/ismus zum beispiel. (Wie bitte?)
weil „türkische, oder „sagen wir mal islamische familien,
merkwürdige umgangsformen“ hätten.
und weil „die“ ihre töchter nicht bewegen lassen,
„die müssen immer im wagen sitzen bleiben“.
sie hätte das am spielplatz beobachtet.
und weil „die“ nämlich – „schon die kleinsten“
so ein hartes auftreten hätten.
sie hätte das auf der straße beobachtet. (Moment!)

kritische fragen die
stereotypen,
vorurteile,
wahrnehmung und
vermeintliche gewissheiten
in frage stellen,
werden mit weiteren
allgemeinplätzen,
elebnisbeobachtungen,
berichten von befreundeten eltern,
wiedergekäuten medialen schreckgespenstern
und gönnerischen relativierungen
erwidert. (Würg. Einatmen. Ausatmen)

PARALLELGESELLSCHAFT IST:
DEUTSCHE DOMINANZ
HÜBSCHE WEISSE IGNORANZ
EDLE BÜRGERLICHE ARROGANZ
GANZ VIEL DUMMHEIT
UND ANGST.

Pasquale Virginie Rotter, portraitiert im Buch Daima und Referentin im Rahmen der Veranstaltungsreihe Gegenstand|Rassismus erlaubte uns zwei ihrer Texte zu veröffentlichen. Beide Texte wurden während der Ausstellungseröffnung „Daima“ in Dresden verlesen. Einer dieser Texte ist dieser.