Block Fundis! Solidarität mit feministischem Protest gegen den christlich-fundamentalistischen “Marsch für das Leben” in Berlin

Hier kommt der Audiomitschnitt von der Infoveranstaltung gegen den “Marsch für das Leben” am 20.09. in Berlin, die am 10.09. im AZ Conni stattfand. Zu Gast war ein*e Vertreter*ìn des Berliner Bündnisses „What the fuck!“, die über Hintergründe und die geplanten Proteste berichtete. Leider fehlen im Mitschnitt die ersten paar Minuten, weshalb das Fehlende hier kurz wiedergegeben wird:

Gleich zu Beginn wurde auf Folgendes hingewiesen: Nicht alle Menschen, die sich als Frauen* definieren, können Kinder kriegen und nicht alle Menschen, die Kinder kriegen können, definieren sich als Frauen*. Deshalb spreche sie von “schwangeren Personen” oder flit* (Frauen_Lesben_Inter*_Trans*).
Dann begann der Vortrag mit einem kurzen Abriss der Geschichte des § 218 StGB, der inzwischen seit Jahrzehnten Gegenstand feministischer Kritik ist. 1871 v.a. zur Steigerung des Bevölkerungswachstums eingeführt, stand auf Abtreibung Zuchthaus bzw. unter ‘mildernden Umständen’ eine Gefängnisstrafe. In den 1960ern und 70ern gab es in der BRD eine Bewegung zur Liberalisierung – die zentrale Parole war “Mein Bauch gehört mir”. In der Zeitschrift “Stern” bekannten sich im Jahr 1971 unter dem Titel “Wir haben abgetrieben!” 374 Frauen, darunter auch Prominente, öffentlich zu einer Abtreibung. Im Laufe der Jahre gab es, auch aufgrund feministischer Kämpfe, verschiedene Gesetzesänderungen (zu beachten: Unterschiede BRD/DDR), von denen im Vortrag einige ausgeführt wurden, die ihr aber an anderer Stelle ausführlicher findet, wenn euch das interessiert. Dass dieser Paragraph auch heute im deutschen Strafgesetzbuch steht, macht klar: Abtreibung ist in Deutschland immer noch grundsätzlich eine Straftat. Unter bestimmten, im StGB aufgeführten Bedingungen wird allerdings von einer Bestrafung abgesehen. Das sind:
- Schwangerschaftsabbruch in den ersten 12 Wochen nach Befruchtung (rechtswidrig, aber straffrei), mit Pfilchtberatung und Wartezeit (‘Fristenregelung’)
- Gefahr für körperliche oder psychische Gesundheit der Schwangeren
- Diagnose einer schwerwiegenden Behinderung des werdenden Kindes
- drohende soziale Notlage
- Schwangerschaft aufgrund einer Vergewaltigung oder sexuellen Missbrauchs
Ärzt_innen, die Schwangerschaftsabbrüche abseits dieser ‘Indikationen’ durchführen, werden mit Freiheitsstrafe bis zu drei Jahren, in schweren Fällen bis zu fünf Jahren oder Geldbuße bestraft; Frauen, die selbst abtreiben, mit Freiheitsstrafe bis zu einem Jahr oder Geldbuße.
Nun ging es um Probleme in der Beratungs-Praxis. Es gibt einen Zwang, sich vor einem Schwangerschaftsabbruch beraten zu lassen – und das impliziert, dass…Audiomitschnitt setzt ein..

Zu den Protesten gegen den “Marsch für das Leben” in Berlin: Wer mit anderen gemeinsam hinfahren möchte, möge sich bitte am kommenden Samstag (mit oder ohne Auto) 8:45 Uhr am Bahnhof Neustadt/Schlesischer Platz (bei der Europcar-Auffahrt) einfinden – 9 Uhr ist Abfahrt. Wenn ihr noch Fragen habt, fragt :) Bis dahin!