Aufruf der Kampagne NoExcuses zum Februar 2015

Auch in diesem Jahr ruft die Kampagne NoExcuses wieder dazu auf, sich kritisch mit dem Dresdener Gedenkspektakel und trauernden (Neo-)Nazis auseinander zu setzen. Hier der Aufruf:

Zum 70. Jahrestag der Luftangriffe auf Dresden hat die sächsische Landeshauptstadt was ganz besonderes und wie immer Superlative aufzubieten: “PEGIDA” – vom ehemals größten jährlichen Naziaufmarsch in Europa am 13. Februar zum wöchentlich stattfindenden bundesweit größten rassistischen Spaziergang. Und das Staatsoberhaupt läßt sich Dresden auch nicht entgehen. Was ist also zu erwarten: Menschenketten mit Gauck und “PEGIDA”.
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Refugee Frauen Treffen #2

[English, Francais, Tigrinya]

Liebe Refugee Frauen,

wir möchten euch am Mittwoch (28.01.2015) zu einem zweiten Treffen einladen und freuen uns weiterhin das so viele von euch am letzten Mittwoch gekommen sind.

Wir möchten euch treffen und kennenlernen
Wir möchten euch einen Ort zur Verfügung stellen an dem ihr reden und euch selbst organisieren könnt.
Wir möchten wissen was ihr braucht.
Wir wollen euch unterstützen.
Wir wollen gemeinsam Spaß haben.

Lasst uns am Mittwoch, am Albertplatz (Jorge – Gommondai – Platz), um 16Uhr treffen.
Gemeinsam gehen wir dann zu einem anderen Ort.

Ihr könnt den Albertplatz mit der 3,4,6,7,8 und 11 erreichen.
Die Haltestelle heißt auch Albertplatz.

Wir sprechen nur Englisch, Französisch und Deutsch.
Kann eine Fraun von euch von in Tigrinya oder Arabisch übersetzen?
Sonst reden wir einfach mit unseren Händen :)

Ladet eure Freundinnen ein.

e*skunks – let’s skunk capitalism

Wir sind eine Interessengruppe von e*vibes, die sich mit den Zusammenhängen zwischen Kapitalismus und Geschlechterverhältnissen beschäftigt. Wir treffen uns alle zwei Wochen und lesen Texte, diskutieren miteinander und entwickeln daraus politische Praxen. So ist zum Beispiel der Vortrag “Geschlecht und Kapitalismus – eine Lovestory” entstanden. Außerdem arbeiten wir gerade an einem Podcast zu diesem Thema. Auch Lust? – Dann melde dich bei e_vibes@riseup.net, Betreff “e*skunks”.

Gedenken abschaffen!

Das Buch „Gedenken abschaffen“ erscheint in englischer Übersetzung – und das wird gefeiert. Es geht um „Kritik am Diskurs zur Bombadierung Dresdens 1945″.

Das Autor_innenkollektiv „Dissonanz“:

Hallo,

wir freuen uns Euch die englische Übersetzung unseres im Februar 2013 erschienenen Buches „Gedenken abschaffen. Kritik am Diskurs zur Bombardierung Dresdens 1945” auf der Website www.abolishcommemoration.org bekannt geben zu können!
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„We still have our demands“. Pressemitteilung der Initiative „Remembering Khaled“

English

Dresden, Samstag, 24. Januar 2015

Am Donnerstag Nachmittag haben wir erfahren, dass die Polizei einen Mitbewohner Khaleds verdächtigt ihn umgebracht zu haben. Wir sind traurig und schockiert, aber es ist gut, dass der mutmaßliche Mörder gefunden wurde und Freunde und Verwandte von Khaled nun Bescheid wissen. Dennoch sind viele Fragen offen und wir warten auf mehr Informationen.

Wir möchten betonen, dass selbst wenn der Mörder Eritreer ist, er nicht die Community repäsentiert.
Außerdem würde es nicht bedeuten, dass es keinen Rassismus in Sachsen und vor allem in Dresden gibt. Angesichts der Atmophäre in der Stadt, die zumindest teilweise durch PEGIDA Proteste geschaffen wird, war ein rassistischer Tathintergrund nicht unwahrscheinlich.
Diese rassistischen Zustände bestehen nach wie vor. In den letzten Wochen gab es allein in Dresden mehrere Angriffe gegen Geflüchtete. Die Chronik der RAA (Hilfe für Betroffene von rassistischer und rechter Gewalt) dokumentiert die Fälle die angezeigt wurden. Aber das ist nur die Spitze das alltäglichen Rassismus.

Nach den ersten Pressemeldungen waren viele Kommentare von Menschen zu lesen, die behaupteten von Anfang an gewusst zu haben, dass es sich nicht um einen rassistischen Mord gehandelt habe oder den Mord sogar begrüßten. Diese Reaktionen auf den Mord und die neuen Ermittlungsergebnisse stellen Beleidigungen aller Opfer rassistischer Gewalt dar.

Wir verbleiben in Solidarität mit den Freunden und der Familie Khaled und werden weiter gegen Rassismus und für die Rechte und die Sicherheit von Geflüchteten kämpfen.

Unsere Forderungen sind nach wie vor:

1. Wir wollen alle Information zu den Umständen von Khaleds Tod.
2. Wir fühlen uns nicht sicher in Dresden, weil viele Eritreer*innen hier Probleme haben. Wir haben Verständigungs-Probleme, also brauchen wir Übersetzer*innen zwischen Deutsch und Tigrinya.
3. Ein Teil der Dresdner Bevölkerung akzeptiert hier lebende Refugees nicht und demonstriert jeden Montag. Ein Großteil von uns will nach wie vor Dresden verlassen, da wir uns hier nicht willkommen fühlen. Aber einige haben entschieden zu bleiben und für ihre Rechte und gegen Rassismus zu kämpfen.

Weitere Informationen: http://remembering-khaled.org

Räder 4 Refugees

Für Mobilität und Unabhängigkeit in der Stadt werden dringend Fahrräder gesucht, im Moment vor allem für eine Gruppe von (refugee-)Frauen, denen wir die Räder Anfang Februar bei einem Workshop „Fahrradfahren“ dauerhaft übergeben wollen.
Dazu brauchen wir VOLL funktionsfähige Räder, zB 26 oder 28 Zoll, die es Menschen leicht machen, Rad fahren zu lernen und gerne auch Helme.
Bitte meldet euch bei e_vibes@riseup.net wenn ihr solche Räder und Helme habt.

Einladung für geflüchtete Frauen

[English and Tigrinya]

Liebe Refugee Frauen,

wir möchten euch am Mittwoch (21.01.2015) zu einem Treffen einladen.
Wir sind eine Gruppe von Frauen aus Dresden.
Manche von uns haben die Demonstration für Khaled mit euch organisiert.

Wir möchten euch treffen und kennenlernen
Wir möchten euch einen Ort zur Verfügung stellen an dem ihr reden und euch selbst organisieren könnt.
Wir möchten wissen was ihr braucht.
Wir wollen euch unterstützen.

Lasst uns am Mittwoch, im AZ Conni, um 16Uhr treffen.
Das AZ Conni ist in der Rudolf – Leohnard – Straße 39
Das AZ Conni ist das Haus was wir letzte Woche für die Treffen genutzt haben.

Ihr könnt die Straßenbahn Nummer 13 zum Bischofsplatz nehmen.
Wenn ihr möchtet bezahlen wir die Tickets für euch.

Wir sprechen nur Englisch, Französisch und Deutsch.
Kann eine Fraun von euch von in Tigrinya oder Arabisch übersetzen?
Sonst reden wir einfach mit unseren Händen :)

Ladet eure Freundinnen ein.

Demonstration: Rights and Safety for Refugees! In Memory of Khaled

[English]

In Memory of Khaled Samstag 17. Januar, 15:00 Albertplatz/Jorge – Gomondai – Platz

They don’t really care about us -
Khaled Idris Bahray ist tot

Am Morgen des 13. Januar 2015 wurde der eritreische Flüchtling Khaled Idris Bahray (†20) im Hinterhof seines Wohnhauses in Leubnitz-Neuostra tot aufgefunden.

Entgegen erster Polizeimeldungen ist mittlerweile sicher, dass Khaled durch mehrere gezielte Messerstiche ums Leben gekommen ist. Ein rassistisches Tatmotiv kann zum jetzigen Zeitpunkt nicht ausgeschlossen werden. Khaled kam aus Eritrea und war erst seit wenigen Wochen in Dresden. Seine Freund*innen sind geschockt und wollen wissen, warum er getötet wurde. Sie wollen aber auch wissen, warum sie hier – in Dresden – nicht sicher sind. Aus diesem Grund werden wir uns am Samstag treffen und gemeinsam auf die Straße gehen, um die Fragen und Forderungen seiner Freund*innen lautstark auf die Straße zu tragen.

Warum wurde Khaled ermordet?

Das wissen wir bisher nicht. Niemand weiß das bisher. Die übliche Reaktion auf solche Fälle ist jedoch immer zuerst, einen rassistischen Mord auszuschließen. Das haben die NSU-Morde und der Fall von Oury Jalloh mehr als deutlich gezeigt. Die Erkenntnisse aus diesen Fällen und die Berichte auch der Freund*innen von Khaled zeigen aber, dass Geflüchtete hier bedroht sind. Sie haben Angst. Und ihre Angst ist berechtigt. Das allein ist Grund genug auf die Straße zu gehen und gegen Rassismus zu protestieren.

Die Dresdner Polizei hat ihre Ermittlungen um den Mord an Khaled mit Fehleinschätzungen und Versäumnissen begonnen. Obwohl seine Leiche blutüberströmt gefunden wurde, schloss die Polizei “Fremdeinwirkung” vorzeitig aus. Erst durch öffentlichen und medialen Druck ermittelt nun die Mordkommission und stellt klar: Khaled wurde mit Messerstichen getötet. Der falsche Anfangsverdacht hat die ganze Ermittlungsarbeit verzögert: Erst 30 Stunden nachdem Khaled gefunden wurde, sicherten Beamt*innen die Spuren. Dabei hat die Dresdner Polizei bereits in der Vergangenheit rassistische Gewalt bagatellisiert und durch ihre “Ermittlungen” Aufklärung eher behindert als befördert; bekannt wurde dies beim Mord an Jorge Gomondai 1991. Deswegen fordern wir umfassende Aufklärung des Mordes und werden alle Ermittlungen kritisch begleiten.

Rassismus gestern und heute

Vor dem Hintergrund eines wiedererstarkenden Nationalismus (“Wir sind ein Volk”) und eines politischen und rechtlichen Vakuums im Osten des Landes kam es ab 1991 zu einer Intensivierung rassistischer Übergriffe in ganz Deutschland, deren schreckliche Höhepunkte die Pogrome in Hoyerswerda, Rostock sowie die Morde in Mölln und Solingen waren. Eine weitreichende Hegemonie von Alltagsrassismus in der ostdeutschen Gesellschaft sind dessen Folge. Mit der (über die Pogrome begründeten) Abschaffung des Grundrechts auf Asyl hatten die Rassist*innen der Mehrheitsgesellschaft bekommen, was sie wollten, und fühlten sich in Siegesstimmung.

Diese Entwicklungen führen uns in diese rassistische Gegenwart: Im Gegensatz zu anderen Städten leben in Dresden kaum Migrant*innen. „Der überwiegende Teil der Zuwanderer kommt also nicht freiwillig in die neuen Bundesländer und verlässt sie wieder, sobald sein oder ihr Aufenthaltstatus dieses zulässt.“ Dieses Zitat aus dem Integrationskonzept der Stadt Dresden beschreibt die Situation ungewohnt offen.

Wir leben in einer Stadt, in der es alltäglich ist, dass Geflüchtete und Migrant*innen auf offener Straße angegriffen werden, wo regelmäßig Brandanschläge auf migrantische Gastronomien verübt werden, wo Marwa El-Sherbini im Gerichtssaal wegen ihres muslimischen Hintergrunds erstochen wurde. Die rassistische Grundstimmung in Dresden liegt in der Luft. PEGIDA ist die Manifestation eines Rassismus der Mitte. Dieser macht möglich, dass Bewohner*innen von Dresden-Laubegast durch eine Unterschriftensammlung und Drohungen verhindern, dass ein Hotel zur Asylunterkunft wird; oder dass eben junge Migrant*innen am 22.Dezember 2014 nach einer PEGIDA-Demonstration unter Applaus mit Pfefferspray, Elektroschockern und Teleskopstöcken angegriffen werden.

Menschenverachtende Kommentare in den sozialen Medien wie “Einer weniger” sprechen für sich.

Wie geht es Refugees in Dresden?

Gerne würden wir unsere Nachbar*innen und die Menschen in unserem täglichen Umfeld besser kennen lernen. Es wäre uns eine Freude, wenn wir gegenseitig unsere Kultur teilen könnten, doch leider finden wir keinen Kontakt.

Besonders bedrückend ist dabei der Umstand, dass von den Menschen in unserer Umgebung niemand Interesse an uns zeigt. Im Gegenteil. Wir werden angefeindet. Täglich erfahren wir so Ausgrenzung. Die Möglichkeit verbaler und körperlicher Angriffe gehört für uns zum Alltag. Im Supermarkt, auf der Straße und in der Straßenbahn. Menschen verlassen ihre Sitzplätze, wenn wir uns neben sie setzen, nur aufgrund unserer Herkunft!

Die Migrant*innen verstehen die Beleidigungen nicht, die ihnen entgegengeworfen werden. Viel schlimmer ist jedoch, dass wir Drohungen nicht verstehen. Wenn jemand kommt und sagt: ich bring dich um – wie sollen wir das dann verstehen?

Die Lage an den Montagabenden ist für sie besonders beänstigend. Nach den PEGIDA-Demonstrationen gehen kleine rassistische Gruppen in die Stadt auf Menschenjagd. Wir trauen uns nach 20 Uhr nicht mehr auf die Straße. Sie empfehlen uns, nur in Gruppen unterwegs zu sein, alles andere wäre zu gefährlich. Aber jeder sollte sich frei bewegen dürfen. Dass es nicht so ist, finden wir erschreckend. Wir sind nach Deutschland gekommen, um Gewalt, Krieg, Armut und Verfolgung hinter uns zu lassen. Unsere Eltern freuten sich für uns, dass wir vor diesen Umständen fliehen konnten. Wir haben gedacht, dass das nun alles hinter uns liegt und wir endlich in Freiheit leben dürfen. Warum können wir keinen Frieden finden? Warum wollen die Menschen hier die Ursachen unserer Flucht nicht wissen? Warum ist es so schwer Freund*innen zu finden?

Angesichts der aktuellen Situation fordern wir Refugees:

1.Wir wollen wissen, was Khaled passiert ist und fordern eine gerechte Bestrafung der Mörder
2. Wir fühlen uns nicht sicher, in Dresden zu leben, weil viele Eritreer*innen hier Probleme haben. Wir haben Verständigungs-Probleme, also brauchen wir Übersetzer*innen zwischen Deutsch und Tigrinya
3. Ein Teil der Dresdner Bevölkerung akzeptiert hier lebende Refugees nicht und demonstriert jeden Montag. Wenn wir hier also nicht willkommen sind, müssen wir woanders hin ziehen, wo es für uns sicher ist.

Wir stehen hinter der Eritreischen Community und allen von der rassistischen Grundstimmung betroffenen Menschen in Dresden. Wir fordern die Politik auf, endlich für die Sicherheit der Refugees zu sorgen. Wir fordern den Innenminister Ulbig zum Rücktritt auf, weil er seiner Aufgabe nicht nachkommt. Und vor allem fordern wir die Dresdner Bevölkerung auf, sich am Montag endlich auf die Straße zu begeben, um klar Stellung gegen PEGIDA zu beziehen. Wir fordern Dresdner Vereine und Institutionen, Unternehmen und alle Menschen in dieser Stadt auf, endlich Flagge zu zeigen. Wenige sind betroffen, gemeint sind viele. PEGIDA geht uns alle an! Anstatt das Recht auf Asyl durch Debatten um angebliche sichere Herkunftsländer zu beschneiden, fordern wir die Schaffung eines sicheren Exils!

KEIN MENSCH IST ILLEGAL!
REFUGEES WELCOME!
Sicheres Fluchtland – statt “Sicheres Herkunftland”!

Wir grüßen alle antirassistischen und antifaschistischen Demos, die parallel zu dieser Demonstration stattfinden!

Mehr Informationen findet ihr hier.
Auch könnt ihr hier die Forderungen der Geflüchteten und Freund_innen von Kaled lesen.

Khaled Idris Bahray ist tot // Khaled Idris Bahray is dead

[english]

Der aus Eritrea Geflüchtete wurde am Dienstagmorgen blutüberströmt vor seiner Haustür in Dresden gefunden. Freund_innen und Mitbewohner_innen von Khaled Idris gehen von einem gewaltsamen Tod aus.

Wir sind in Gedanken bei den engen Bekannten und Freund_innen von Khaled Idris Bahray und trauern mit ihnen. Wir können nur ahnen, was die Mitbewohner_innen von Khaled, was viele andere Geflüchtete in Dresden angesichts dieser Nachricht im Moment durchmachen müssen.

Angesichts dessen möchten wir euch zu einer Mahnwache am Jorge-Gomondai-Platz aufrufen. Wir werden dort ab 14:00 Uhr versuchen, unseren Gefühlen Ausdruck zu verleihen, auch wenn sie nicht in Worte zu fassen sind. Wir tun dies nicht vereinzelt, sondern zusammen. Nicht im Privaten, sondern auf der Straße, weil dies in einer Stadt mit offen rassistischer Grundstimmung geschehen ist.

no words left.

- Einzelpersonen von e*vibes – für eine emanzipatorische praxis

Sollte eigentlich klar sein, aber weil auf dieser Seite noch gar nichts dazu gesagt wurde: Pegida sind scheiße! Kein Dialog!