Tag-Archiv für 'bible-belt'

Sächsischer SPD Frauenpreis 2015

Wer hätte das gedacht, dass die Linke (Clara Zetkin Preis) uns nicht mal nominiert, aber die sächsische SPD uns den dritten Platz ihres 18. Frauenpreises überlässt.

Am Montag den 16.03.15 haben wir, im Rahmen eines kleinen Festakts (mit sexistischer, musikalischer Untermalung – liebe SPD das geht doch besser), 200€, ein gläsernes Wurfgeschoss, einen Blumenstrauß und eine Urkunde überreicht bekommen. Das Wurfgeschoss wird monatlich beim cafém ausgestellt werden – falls wer interesse hat es einmal selbst in die Hand zu nehmen.

Natürlich haben wir uns es nicht nehmen lassen uns zu freuen und zu kritisieren. Hier ein Zusammenfassungsversuch des von uns Gesagtem, bzw. dem was wir sagen wollten:

“Vielen Dank. Vielen Dank auch an die ASF-Frauen die unsere Bewerbung unterstützt haben. Wir freuen uns darüber und wir freuen uns das sie nun auch begonnen haben sich kritisch mit dem Trümmerfrauenmythos auseinanderzusetzen. Noch mehr würden wir uns freuen wenn die sächsische SPD sich kritisch(er) mit ihrem Koalitionspartner, der CDU, auseinandersetzen würde und ebenso kritisch wie aktiv gegen die derzeitige Asylpolitik Sachsens vorgehen würde.
Um mit etwas Aktivistischen zu schliessen und weil wir gehört haben das mindesten eine Person aus dem Erzgebirge im Raum ist, möchten wir hier dazu aufrufen gemeinsam mit uns, am 01.06.2015 dem “Schweigemarsch für das Leben”, ausgerichtet von christlich fundamentalistischen Kräften, in Annaberg-Buchholz entschlossen entgegenzutreten und eben diesen Marsch zu einem Desaster zu machen.“

Aufuf gegen den Schweigemarsch in Annaberg-Buchholz

Wie im letzten Jahr organisieren wir wieder Protest gegen den Schweigemarsch der CDL in Annaberg-Buchholz. Fundamentalistischer Abtreibungsgegner_innen wollen dort am 01. Juni 2015 erneut für eine Verschärfung des Abtreibungsparagraphen 218 auf die Straße gehen. Unter dem Dach von Pro Choice Sachsen werden die Gegenaktivitäten und die gemeinsame Anreise koordiniert. Alle Infos dazu findet ihr unter www.schweigemarsch-stoppen.de.

Wir dokumentieren hier den Aufruf und werden euch über die weitere Veranstaltungen auf dem Laufenden halten. (mehr…)

Raise your voice! Your body, Your choice – Feministische Inhalte auf die Straße tragen!

All-Gender-Demo in Münster mit FLTI-Block
Demo am 21. März in Münster. 11 Uhr Windthorststraße (gegenüber Hauptbahnhof)

1000-Kreuze – Nicht schon wieder!

Auch im März 2015 werden wieder fundamentalistische Christ*innen1 mit weißen Holzkreuzen bewaffnet durch Münster ziehen, um betend, singend und schweigend ihre Verachtung gegenüber allem auszudrücken, was nicht ihren Normen entspricht. Der von „EuroProLife“ organisierte ‚Gebetszug‘ richtet sich in erster Linie gegen Schwangerschaftsabbrüche und damit gegen das Selbstbestimmungsrecht von schwangeren Personen. In der Kritik stehen aber unter anderem auch Verhütung, Sex vor der Ehe, Homosexualität und queere Geschlechtsidentitäten. Der Kampf um reproduktive Rechte dient als Kristallisationspunkt für eine umfassende konservative Kulturkritik an der Gesellschaft. Durch das Aufgreifen von Themen der Familienpolitik und Sexualmoral und das Schüren von Angst vor dem Aussterben des weißen2 ‚deutschen Volkes‘ werden außerdem konservative bis extrem rechte völkische Gesellschaftsbilder produziert und bedient. (mehr…)

++ Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie ++ Abtreibungsrechte und Bible Belt ++ Homophobe Eltern ++ cafém – feminismus zum kennen_lernen ++

Diese Woche gibt es zum einen die Fortsetzung der Aktionstage gegen Sexismus und Homophobie. Welche Veranstaltungen in dem Rahmen statfinden könnt ihr hier einsehen.

Insbesondere möchten wir diese drei Veranstaltungen hervorheben:

13.11.2014
Film und Input: Der Kampf um den weiblichen Körper
20 Uhr AZ Conni
mit einem Input von Pro Choice Dresden

Vielen Menschen erscheint das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in Deutschland selbstverständlich, die Kämpfe um den §218 längst von der zweiten Frauenbewegung in den 70ern ausgefochten und gewonnen.
Doch christlich-fundamentalistische Abtreibungsgegner_innen und Versuche, die Möglichkeiten selbstbestimmter Familienplanung einzuschränken, sind kein Problem der USA oder von Drittweltländern, auch in Deutschland gibt es seit einigen Jahren wieder vermehrt Kampagnen gegen die Selbstbestimmung von Schwangeren Menschen.

Neben einem Film über die Kämpfe um das Recht auf Schwangerschaftsabbruch in den 70ern wird Pro Choice Dresden über Märsche von christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen in Deutschland und Sachsen sowie die Proteste dagegen berichten, danach kann gemeinsam diskutiert werden.

15.11.2014
An diesem Tag möchten „besorgte“, homophobe Eltern gegen „Frühsexualisierung der Kinder an Grundschulen“ demonstrieren. Mit dabei Jürgen Elsässer.

Hier ein Link zu bereits bestehenden Gegenveranstaltungen:

16.11.2014
cafém – feminismus zum kennen_lernen
14 – 20 Uhr, kosmotique Dresden
16.30 Uhr Lesung

Ein Jahr und ein Monat cafém.
Dieses Mal gibt es wieder den bereits bekannten Brunch, Stencil, Spiele, Platz für Diskussionen und Treffen sowie eine Lesung.

Lesungsbeginn 16.30Uhr

Bereits im Mai kam Stefanie Lahya Aukongo zu uns stellte sich sowie Audre Lorde und May Ayim durch Kurzbiographien und Gedichten vor. Nun wird sie aus ihrer Autobiographie „Kalungas Kind“ lesen.

„Eine große Geschichte über Liebe, Mut und Tapferkeit 1978, Ostberlin: Ein kleines Mädchen kommt zur Welt – schwer verletzt. Ihre 17-jährige Mutter wurde in den Bürgerkriegswirren Namibias angeschossen und im Zuge einer staatlichen „Solidaritätsaktion“ in die DDR ausgeflogen. Eine Berliner Familie nimmt das behinderte Kind in ihre Obhut und pflegt es liebevoll. Nach einem Jahr endet die staatliche Solidarität. Stefanie muss zusammen mit ihrer Mutter zurück nach Afrika, wo nach wie vor der Bürgerkrieg tobt. Ihre Pflegefamilie weiß: Stefanie hat dort keine Überlebenschance. Die Familie wagt das Undenkbare – sie lehnt sich gegen den Staatsapparat auf. Es ist ein aussichtslos erscheinender Kampf, aber am Ende gelingt er. Doch als die kleine Stefanie wieder in Deutschland eintrifft, ist der Schock groß: Die Kleine ist dem Tod näher als dem Leben … Stefanie wächst in der DDR behütet heran. Nach dem Mauerfall reist der Teenager Stefanie in das nunmehr befriedete Namibia, um seine Mutter wiederzusehen. Es wird der Besuch in einer komplett fremden Welt. Bei einer Mutter, die nichts weniger braucht als eine behinderte Tochter. Doch die „kleine Deutsche“ lernt auch ihre Großmutter kennen, die ihr zeigt, wie sie sich mit ihrem Schicksal aussöhnen kann: „Du bist Kalungas Kind. Du weißt es nur nicht. Aber du wirst es herausfinden.“ Zurück in Berlin beginnt Stefanie ihren nächsten Kampf: Obwohl sie in mehrfacher Hinsicht nicht dem entspricht, was als „normal“ gilt, stellt sich das intelligente Mädchen allen Vorurteilen und lernt, sich zu behaupten.“

Über die Autorin:
Stefanie-Lahya Aukongo ist eine Autorin, Poetin, Fotografin, Aktivistin und Sängerin. Zu viel für ein kurzes Leben. Ganz klar: nein. Sie arbeitet als Freiberuflerin in den Bereichen NGO-Beratung und interkulturelle Kompetenz. 2009 erschien ihr autobiografisches Buch: Kalungas Kind, erschienen im Rowohlt Verlag. Sie engagiert sich für den Panafrikanismus, in dem sie schreibt, fotografiert, singt und diskutiert über das, was sie bewegt, empört und inspiriert. Während ihrer Afrikareisen hat sie sich dem afrikanischen Leben angenommen, lernte ihre leiblichen Eltern kennen und folgte ihren Spuren als Owambo.

Infoveranstaltung zum 1000 Kreuze Marsch Berlin

[English]

Am 20.09. wird in Berlin ein weiteres Mal ein Marsch von
Abtreibungsgegner_innen stattfinden. Protestiert wird dagegen unter dem
Motto „Marsch für das Leben? What the fuck!“. Hier erhaltet ihr mehr
Informationen dazu und könnt eine eventuelle gemeinsame Anreise
absprechen.

Datum: 10.09.2014
Zeit: 20:00
Ort: AZ Conni // Rudolf-Leonhard-Straße 39, Dresden
FB

Dresden stellt sich queer +++ Toller Ranzpreis für Helma Orosz +++

Es ist unglaublich, aber wahr. Oberbürgermeisterin Helma Orosz (CDU) bekam am heutigen Sonntag den Toleranzpreis des CSD Dresden verliehen.
Beim ‚Regenbogenbrunch‘ auf dem Altmarkt.
Der „Preis für Toleranz“ des Christopher Street Day Dresden e.V. wurde erst zum zweiten Mal vergeben. Letztes Jahr ging er an Robert Koall (Chefdramaturg des Staatsschaupiels), was nachvollziehbar war.

Wie aber kommt Orosz zu dieser Ehrung?

Die CDU, vor allem die sächsische, ist äußerst bekannt für ihre Toleranz. Zum Beispiel gegenüber der AfD, mit der sie wahrscheinlich koalieren wird – was zugegebenermaßen über bloße Toleranz hinausgeht. Ebenso gegenüber anderen Nazis, mit denen Frau Orosz traditionell im Februar Händchen hält. 1/2/3/4
Die Vergeschwisterung in der Menschenkette zum 13. Februar steht symbolisch für die Toleranz in der schönsten aller zerbombten Altstädte: Wir kennen keine individuellen Unterschiede mehr, seien es politische Einstellungen, Lebensweisen oder Sexualität – solange wir Dresden lieben, Sachsen sind und nicht auffallen.
Sachsen ist ein Bundesland, in dem die CDU seit 24 Jahren unangefochten regieren kann, und – was dabei kaum verwundert – das einzige Bundesland in Deutschland, in dem es immer noch keine gleichen Rechte in der gleichgeschlechtlichen ‚Eingetragenen Lebenspartnerschaft‘ gibt – und das auch in naher Zukunft nicht in Aussicht ist.
Vielleicht hilft ja beten. Einige Parteifreund_innen von Orosz geben sich da alle Mühe:
Im Erzgebirge demonstrieren hunderte Anhänger_innen der CDL (‚Christdemokraten für das Leben‘, Organisation innerhalb der CDU) gegen das Recht auf Schwangerschaftsabbruch, bezeichnen Frauen* als Kindsmörderinnen und fordern die Rückkehr zu christlichen Werten wie der klassischen (selbstverständlich Hetero-)Ehe, die nun mal den besten Rahmen für Sexualität biete.

Der CSD Dresden e.V. verleiht Helma Orosz den Toleranzpreis. W T F ?

Auch dem Laudator Dr. David Berger (Buch-Autor „Der heilige Schein: Als schwuler Theologe in der katholischen Kirche“) muss die Absurdität dieser Preisverleihung irgendwie bewusst gewesen sein – er leitete mit den Worten ein: „Sind wir verrückt? Oder masochistisch?“. Der Rest seiner Rede widmete sich dem Versuch, dies zu widerlegen:
Trotz ihrer diversen Verpflichtungen habe Helma Orosz für den CSD „immer zur Verfügung“ gestanden. Ihre Schritte auf den CSD zu seien zwar sehr „behutsam“, teilweise langsam gewesen, aber die Richtung hätte immer gestimmt. In anderen Städten hätte der CSD viel mehr Probleme. (Augenscheinlich sind Demonstrationsrechte nicht selbstverständlich, sondern Grund für einen Toleranzpreis. So hoch, diese Anbiederung zu rechtfertigen, waren die Fördergelder nun wieder auch nicht.) Die CDU habe immer wieder gebremst, wenn es um Rechte von Schwulen und Lesben in Sachsen gegangen sei. Orosz allerdings sitze innerhalb der Partei zwischen den Stühlen, wofür man ihr Respekt zollen müsse. (by the way: Wer in der sächsischen CDU sind eigentlich die „Partei-Konservativen“?).
Es ginge hier ja schließlich auch nicht um „kleinliche Parteipolitik“, sondern um grundlegende Menschenrechte. Auch in der CDU gebe es schwule und lesbische Mitglieder, die genau so aktiv seien wie die bei den Grünen oder der Linken. Aufgrund vieler schlechter Erfahrungen könne man sich als Homosexuelle_r sowieso hinter keine Partei stellen. Aber: Normalerweise lägen immer die Leute richtig, die – wie Helma Orosz – sowohl von extremen Rechten als auch von extremen Linken kritisiert würden. Was für ein Kriterium.

Bei der Veranstaltung selbst hielten es einige Menschen für nötig, still zu protestieren, um ihre Kritik zu äußern: Fünf Personen hielten Pappschilder mit Aufschriften empor: „Toleranz ≠ Respekt“, „Toleranz/Respekt ≠ gleiche Rechte“, „sächsische Verhältnisse kippen“, „Orosz ist doof“ – weiterhin war eine stilisierte Menschenkette mit Frau Orosz und Nazis aufgemalt.
Kritik muss gar nicht solidarisch und schon gar nicht ruhig geübt werden, aber hier wurde sich offensichtlich für eine recht ‚nette‘ Form entschieden. Doch schon dieser friedliche Protest war den Organisator_innen des CSD sowie dem Großteil der Besucher_innen des ‚Regenbogenbrunchs‘ zu viel der Meinungsäußerung. Sie gingen teilweise aggressiv gegen die Protestierenden vor, ent- bzw. zerrissen ihre Schilder und forderten sie zum Gehen auf. Dabei entstanden Diskussionen, die dann wiederum als ‚Störung‘ verurteilt wurden. Der Redner Berger äußerte immerhin, von ihm aus könnte man die Leute mit den Schildern da stehen lassen; schließlich sei auch dies eine Form schwul-lesbischer Meinungsäußerung. Andere sahen das anders.

Die Reaktionen der CSD-Orga und des Publikums – bzw. der „zivilcouragierten“ Bürger_innen – sprachen durchaus dafür, dass Homo- und Bisexuelle tatsächlich in der Mitte der Gesellschaft angekommen sind. Wenn schon nicht in Bezug auf gleiche Rechte, dann doch wenigstens politische Einstellungen betreffend. Einige Wenige solidarisierten sich zwar mit den kritischen Stimmen, darunter auch eine Abgeordnete des Dresdner Stadtrats. Der Großteil aber beklatschte und bekräftigte („Genau!“, „Richtig so!“) die Disqualifizierung der Kritiker_innen bzw. kümmerte sich gar aktiv selbst darum. Der CSD-Moderator bedankte sich am Ende noch für die „Zivilcourage“. Nicht etwa die der Protestierenden, sondern die derer, die sofort gegen den stillen Protest eingeschritten waren. Gelebte Toleranz.

Nun ja… Bei der Rede von Toleranz ist es eben so, dass es diese immer nur in einem bestimmten Rahmen gibt – dann aber für alle gleich. Helma Orosz erklärte das den Protestierenden noch einmal: Man solle eine Gruppe gründen, eine Veranstaltung anmelden und dann könne man sagen, was man wolle.

In diesem Land herrsche zum Glück Demokratie, wie Orosz in ihrer Rede klarstellte. Sicher gebe es noch viele Misstände in Bezug auf Gleichberechtigung, aber „unsere Gesellschaft wächst“. Ein Teil der Gesellschaft hätte das mit Leben und Menschlichkeit immer noch nicht verstanden – diese „Andersdenkenden“(!) müssten weiter „aufgeklärt und sensibilisiert“ werden. Dies täten ja die Organisatoren des CSD und viele weitere Vereine schon sehr gut, wofür sie sich bedanke. Ihre „große Bitte“ an diese sei, weiter „für Verständnis und Toleranz [zu] werben“, bis irgendwann alle tolerant seien „gegenüber jedem, der anders ist“. no comment
„Ich bin mir sicher, dass das in Dresden bald passieren wird.“ no comment2

Orosz wusste möglicherweise noch nicht mal, auf welcher Veranstaltung sie sich befand, denn sie sprach konsequent vom „CSV“ (ein Fußballverein?) oder dem „CSV-Festival“, auf dem sie sich freue, sprechen zu können. Aber gut, versprechen kann sich jede_r mal, auch mehrfach.

Solange Helma Orosz Schirmherrin des CSD ist, sollte man sich nicht wundern, im Regen nass zu werden.

  1. https://www.addn.me/antifa/dresden-im-normalzustand/#more-20292 [zurück]
  2. http://infothek.wordpress.com/2010/03/11/13-februar-2010-dresden-heidefriedhof/ [zurück]
  3. http://www.dnn-online.de/dresden/web/dresden-nachrichten/detail/-/specific/Diskussion-ueber-Nazis-in-der-Dresdner-Menschenkette-am-13-Februar-3361793002 [zurück]
  4. http://jungle-world.com/artikel/2014/08/49364.html [zurück]

Pressemitteilung von Pro Choice Dresden

+++ Protest gegen fundamentalistischen „Schweigemarsch“ im Erzgebirge + Ultrakonservative wollen Schwangerschaftsabbruch kriminalisieren + lautstarker Protest von feministischen Gruppen +++

para218

Am Montagnachmittag demonstrierten in Annaberg-Buchholz etwa 50 Menschen unter dem Motto: „Mein Körper gehört weder Kirche noch Deutschland – Weg mit §218!“, um feministische Inhalte in die Öffentlichkeit zu tragen. Anlass dafür war der sogenannte „Schweigemarsch für das Leben“ von christlich-fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen. Dabei wurde der Marsch nicht nur mit kritischen Sprechchören begleitet, die Feminist_innen verteilten zusätzlich Aufklärungsbroschüren und Informationsmaterial an interessierte Passant_innen.

Bei der Abschlusskundgebung auf dem Marktplatz wurde in verschiedenen Redebeiträgen das Recht auf Selbstbestimmung von schwangeren Menschen propagiert und deren bestmögliche Unterstützung gefordert. Die Pläne der Abtreibungsgegner_innen wurden als reaktionär und frauenfeindlich abgelehnt. Als besonders perfide stellt sich der Versuch der CDL („Christdemokraten für das Leben“) dar, Schwangerschaftsabbrüche auf eine Stufe mit dem Euthanasieprogramm der NS-Zeit zu stellen.

Mitten unter den fundamentalistischen Abtreibungsgegner_innen war auch die CDU-Landtagsabgeordnete Uta Windisch. Der CDU-Fraktionsvorsitzende Steffen Flath ließ sich dagegen – anders als in den vergangenen Jahren – entschuldigen. Die Abschlusskundgebung des Schweigemarsches wurde aufgrund der Proteste vom Marktplatz weg verlegt, um sich der Lritik nicht stellen zu müssen.

Gloria Lust von den Organisator_innen: „Wir sind sehr erfreut, dass sich auch im Erzgebirge viele Menschen gegen die Bevormundung von Schwangeren stellen. Jährlich sterben 47.000 Menschen, weil sie keine legale Möglichkeit zu einem Schwangerschaftsabbruch haben – so die Zahlen der Weltgesundheitsorganisation. Die Kriminalisierungsversuche der CDL schützen das Leben nicht, im Gegenteil: sie setzen es aufs Spiel! Wir stellen laut unsere Forderung nach mehr Selbstbestimmung und bestmöglicher Unterstützung von Schwangeren dagegen. Der Rückzieher von Flath und die Verlegung der Aufmarschroute zeigen die Wirksamkeit des erstmaligen Protests.“

Zum Protest hatte die Gruppe „Pro Choice Dresden“ aufgerufen, sie fordert unter anderem die Legalisierung von Schwangerschaftsabbrüchen, welche nach §218 StGB in Deutschland immer noch illegal sind und nur unter bestimmten Umständen straffrei bleiben. Weltweit gibt es immer wieder Versuche von Konservativen, bestehende gesetzliche Regelungen zu verschlechtern.

Auf nach Annaberg – Buchholz

kirche

26.05.14 Gegen den Schweigemarsch für das Leben der CDL in Annaberg – Buchholz
Treffpunkt für Dresden:
14:15h Bahnhof Neustadt (Schlesischer Platz)

Aufruf von Pro Choice Dresden gibt es hier zum Nachlesen.