Tag-Archiv für 'international'

Audioaufnahme unserer Veranstaltung in London: Input und Diskussion ‚gender and capitalism‘ @AFem2014

English

Aus unserer (nicht nur e*vibes-)London-Reisegruppe heraus gab es die Initiative eines inhaltlichen Beitrages zur Internationalen Anarchafeministischen Konferenz in London. Vorbereitet wurde dieser von Leuten, die so zuvor noch gar nicht zusammengearbeitet hatten, zudem sehr kurzfristig, mit eher rudimentären Englischkenntnissen und ohne zu wissen, auf welche Voraussetzungen, Diskussionszusammenhänge usw. wir dort treffen. Wir haben entschieden, nicht lange zu reden. Dazu war es nötig, wenige Hauptaussagen herauszufiltern (über die man sich echt zwischendurch mal klar werden sollte). Uns interessierte ja vor allem, was die anderen zu sagen haben bzw. was bei ihnen diskutiert wird. Und dann bestand die Aufgabe nicht zuletzt darin, eine Diskussion zu ‚leiten‘, die man zur Hälfte nicht versteht ;) Nun jedenfalls sind wir stolz, das gemacht und irgendwie geschafft zu haben.
Hier gibt’s den kurzen Input und die Diskussion – inklusive Denglish, lustigen Missverständnissen und krasser Aufregung – zum Anhören:
Input, Diskussion

Internationale anarchafeministische Konferenz in London

[English]

- einige von uns und Freund_innen fahren hin.

Wir sind sehr gespannt, was uns erwartet. Gerade auch, da sich im Internet nicht so viel herausfinden lässt.
Als wir die Themenblöcke sahen, hatten wir den Eindruck, dass einiges fehlte, das wir für grundlegend halten. Daraus entstand die Idee, dort noch eine Veranstaltung anzubieten. Uns wurde von den Organisator_innen kurzfristig noch extra Platz im Zeitplan verschafft für etwas, das nicht sehr bescheiden „gender and capitalism“ heißt. Wir werden in zwei Stunden versuchen, Geschlecht heute, also in der bürgerlich-kapitalistischen Gesellschaft, ansatzweise zu verstehen. Was ist das überhaupt, wie hängt es mit ökonomischen, wie mit kulturellen oder anderen ideologischen Entwicklungen zusammen? Vielleicht kommen wir auch noch dahin: Was folgt daraus für feministische Praxen? Wir werden einen kurzen Input ‘aus deutscher Sicht’ geben und dann in die Diskussion übergehen.
Vielleicht geraten wir so in den Verdacht, ‘böse Marxist_innen’ oder Kommunist_innen zu sein, von denen sich Anarchist_innen (nicht nur in Deutschland) ja oft vehement abgrenzen. Aber wir werden sehen.
Schon allein das mit den Worten wird schwierig.. das geht bereits los, wenn man zentrale Begriffe wie ‚Herrschaft(sverhältnis)‘ ins Englische übertragen will: nein, es ist weder „power“ noch „domination“. ‚Geschlecht‘ gibt’s im Deutschen nur einmal, im Englischen hat man direkt die Problematik von „sex“ und „gender“. Oder – welche Diskussionen wohl in unterschiedlichen Ländern oder Sprachen um’s ‚Patriarchat‘ geführt werden?
Naja. Hinterher gibt’s einen Bericht.

fff

Der 28. September – Tag für die Entkriminalisierung von Abtreibung in Lateinamerika und der Karibik

In Lateinamerika findet heute der Tag für die Entkriminalisierung von Abtreibung statt. Mit Demonstrationen, Kundgebungen und Workshops versuchen feministische Bewegungen, den Kämpfen um reproduktive Rechte Nachdruck zu verleihen.
Auf dem Blog der Liga Humanista secular do Brasil wurde dazu folgender Text zur aktuellen Lage veröffentlicht, dessen Übersetzung wir in Zusammenarbeit mit der Autorin gerne als Diskussionsmaterial zur Verfügung stellen möchten.
Hier findet ihr eine englische Übersetzung.

Die Kampagne zum 28. September und ein Überblick über die Abtreibungsgesetze in Lateinamerika1

1990 wurde auf der 5. feministischen Versammlung Lateinamerikas und der Karibik („encontro feminista Latinoamericano e do Caribe“) in Argentinien der 28. September zum „Tag für die Entkriminialisierung von Abtreibung“ erklärt. Die feministischen Bewegungen führten die Komplikationen, welche bei illegalisierten und selbst durchgeführten Abtreibungen auftreten, als Hauptgrund für die erhöhte Sterblichkeit von Frauen2 an.
In Lateinamerika wird der 28. September mit Demonstrationen, Spaziergängen, Aktionen und Workshops begangen. Ziel ist es, die lateinamerikanische Gesellschaft über die hohe Sterblichkeitsrate bei unsicheren und illegalisierten Abtreibungen von Schwangeren aufzuklären. Ebenso soll über die Objektivierung und die Kontrolle über den weiblichen Körper diskutiert, Gesetze hinterfragt, Debatten angestoßen, politische Allianzen kreiert und Handlungsstrategien skizziert werden.
Dieses Jahr wird die Kampagne in mehreren Ländern Lateinamerikas stattfinden. Wir möchten mit diesem Text Diskussionsmaterial zur Verfügung stellen und über die Hauptschwierigkeiten und den aktuellen Stand der feministischen Bewegungen der region informieren. Außerdem wollen wir einen Überblick über die gesetzlichen Regelungen zu Abtreibung geben3.
(mehr…)

Dokumentation der Veranstaltung zur Männer*-Fußball-WM in Brasilien

Am 14.04. fand die Veranstaltung zur diesjährigen WM in Brasilien statt, die hiermit dokumentiert wird: [Audiomitschnitt]
Im Audiomitschnitt findet ihr lediglich Fragmente der verwendeten Videos. Komplett könnt ihr sie hier nachschauen:
das erste video
das zweite video
das dritte video
das vierte video
Falls ihr irgendetwas zu diesem Thema plant, dann schreibt uns gern an, falls wir mit Informations-Weiterleitung helfen können.

Brasilien und die Fußball-Weltmeisterschaft der Männer

[English]

Was stellt ihr euch vor, wenn jemand ‘Brasilien’ sagt? Karneval, sonnige Strände und Fußball?

Sehr gut – und genau weil Brasilien diesen Ruf hat, eine Fußball-Nation zu sein, ist es keine Überraschung, dass es diesen Sommer Gastgeberland der Fußball-Weltmeisterschaft sein wird.

Was euch allerdings überraschen könnte, sind verstörende Fakten rund um das Event: über 30 Milliarden US-Dollar werden von der brasilianischen Regierung für die Vorbereitungen ausgegeben – und das in einer Situation mangelhafter Gesundheitsversorgung, öffentlicher Bildung, öffentlicher Verkehrmittel usw.. Mehr als 250 000 Menschen wurden aus ihren Wohnungen zwangsgeräumt. Und die FIFA, die Milliardeneinnahmen durch das Event erwartet, wird keinerlei Abgaben zahlen müssen.

Die meisten Brasilianer_innen sehen die Absurdität von all dem und bereiten sich auf Proteste vor. Der Staat ist sich aber dessen bewusst und mobilisiert, Protestierende als Terrorist_innen betrachtend, Polizeikräfte.
Wahrscheinlich wird es während des Events viele schwer verletzte oder gar tote Protestierende geben.
Wie es der FIFA-Sicherheitsberater Andre Pruis gegenüber Journalist_innen ausdrückte, werden Gummigeschosse als ‘Maßnahme auf niedriger Stufe’ betrachtet: ‘Sie tun weh, aber was soll die Polizei denn tun? Spielzeug-Pusterohre benutzen? Oder Wasserwerfer? Das funktioniert ab einem bestimmten Punkt nicht mehr’.‘Man muss sie auseinandertreiben’.

Wir sollten nicht ignorieren, was dort passiert, auch wenn es so weit weg ist. Wir sollten etwas tun! Lasst uns uns treffen und über die Weltmeisterschaft reden, über die Situation in Brasilien und über Möglichkeiten, unsere brasilianischen Genoss_innen zu unterstützen.

Montag, 14. April, ab 19 Uhr im kosmotique, Martin-Luther-Straße 13

Unsere Waffe ist Solidarität!

Der Vortrag wird gehalten von Maria aus Prag, die vor kurzem einige Zeit in Brasilien verbracht hat. Dabei lernte sie einige Anarchist*innen und Libertäre kennen, wie auch die dort gerade entstehende neue Protestbewegung. Es wird auf Englisch gesprochen, aber wir werden eine parallele Flüster-Übersetzung ins Deutsche anbieten.

Veranstaltung@FB