Tag-Archiv für 'kritik'

Wir arbeiten nicht mit „Definitionsmacht“.

Ein Text der Interessiertengruppe e*space

Wir arbeiten nicht mit „Definitionsmacht“. 1

Dafür gibt es verschiedene Gründe, die wir im Folgenden kompakt darlegen wollen. Nachfragen beantworten wir gerne. Wir hoffen, dass uns auch Feminist_innen zuhören, die „Definitionsmacht“ vertreten. Leider wurden und werden auch ernstzunehmende Kritikpunkte oft als ‚antifeministisch‘ abgeschmettert. Vielleicht hilft uns das Label „feministische Gruppe“. Wir möchten nun allerdings nicht zig alte Argumente auflisten, sondern mit einem neuen Diskussionsbeitrag dazu beitragen, weiter zu kommen.

Allgemein ist festzustellen, dass schon seit Längerem eine problematische Ineinssetzung von „Definitionsmacht“ und jeglichen Ansätzen der Parteilichkeit mit und Unterstützung von Betroffenen von Diskriminierung und Gewalt stattgefunden hat. Einige von uns sind selbst über lange Zeit dieser Ineinssetzung erlegen: Wer was gegen DefMa hat, hat auch was gegen Empowerment von Frauen* oder feministische Praxis. Deshalb sind die Auseinandersetzungen so emotional aufgeladen. Das kommt nicht von ungefähr, weil es diese Leute ja auch zuhauf gibt, sowohl gesamtgesellschaftlich als auch in der Linken. Aber diese Leute können nicht gleichgesetzt werden mit allen, die eine bestimmte Herangehensweise kritisieren.
Lassen wir das doch endlich. Statt so weiterhin überfällige Diskussionen zu verweigern, wollen wir an dieser Stelle aufzeigen, in welche Richtung die Auseinandersetzung unseres Erachtens gehen müsste:

Die Diskussion wird dadurch erschwert, dass niemand weiß, wie „Definitionsmacht“ eigentlich zu definieren wäre, bzw. alle Interessierten sich eine eigene Definition zusammenzimmern. Was man aber beobachten kann, sind die Praxen, die bisher unter Bezugnahme auf den Ansatz umgesetzt wurden.

- Wenn Menschen von Veranstaltungen oder Camps fliegen, weil sie einen unterschiedlichen Wissens- und Erfahrungsschatz haben, Szenecodes nicht kennen oder Pfui-Wörter benutzen,
- Wenn Menschen (bundesweit) aus allen Szenenzusammenhängen ausgeschlossen werden,
- Wenn Menschen keine Möglichkeit haben, sich zu erklären,
- Wenn Menschen, die mit Aggressor_innen2 arbeiten, automatisch zu „Täterschützern“ werden,
- Wenn Menschen Angst haben, sich in Diskussionen einzubringen, weil sie einer hegemonialen Gruppe zugeordnet werden,
- Wenn Menschen persönliche Entwicklungspotentiale abgesprochen werden,
- Wenn Menschen mit Samthandschuhen gezwungen werden, sich hegemonialen Gegendiskursen anzugleichen,
- Wenn politische Differenzen auf dem Rücken von Betroffenen ausgetragen werden – oder gar nicht,

..dann fragen wir uns: Wie konnte das geschehen? Wir sind der Meinung: Wenn das alles aus „Definitionsmacht“ gemacht wurde bzw. gemacht werden konnte, dann lässt es sich nicht mit der Aussage retten, einige würden das eben eigenartig oder falsch umsetzen – sondern dann muss es irgendetwas mit dem Wesen des „Konzepts“ zu tun haben.

Um überhaupt über „Definitionsmacht“ und mit ihr verknüpfte Praxen diskutieren zu können, lautet unsere Arbeitsdefinition: „Definitionsmacht heißt, dass die Tat-Definition der Betroffenen allgemein anerkannt wird. Dies soll erreicht werden durch parteiliche Verbündete, die diese Definition vertreten. Es schließt nicht unbedingt die Macht über Konsequenzen bzw. Sanktionsmacht mit ein.“ In letzterem Punkt gibt es nämlich sehr unterschiedliche Ansichten. Nicht zu umgehen ist allerdings der erste Punkt: Es geht bei Definitionsmacht nicht nur um die Verteidigung der simplen – wenn auch häufig leider nicht selbstverständlichen – Tatsache, dass jede Person subjektiv wahrnimmt und empfindet. Niemand anders kann mir beispielsweise sagen, wie intensiv oder nicht ich etwas erlebt haben soll.

Bei „DefMa“ aber geht es (wie der Begriff verrät) um eine Definition, also eine allgemeine Bestimmung. Es geht darum, das subjektiv Besondere zum Allgemeinen zu machen. Wenn ich das Erlebte als XYZ begreife, dann WAR ES (objektiv) XYZ.

Der Kampf um Definitionen ergibt dort Sinn, wo der Ansatz entstanden ist – nämlich im juristischen Kontext und in Bezug auf sexualisierte Gewalt. Vor Gericht sind Definitionen von Taten wichtig, da an diese das jeweilige Strafmaß geknüpft ist. Zudem geht es dort um Beweise, die z.B. bei einer Vergewaltigung meist schwer zu erbringen sind – mal ganz abgesehen von dem Spießrutenlauf durch Polizeiverhöre u.ä. für Betroffene im Vorhinein. Bei Schuldzuschreibungen an (meist weibliche) Betroffene und ständigen Zweifeln an deren Glaubwürdigkeit war und ist ein solcher Ansatz wichtig. Die Macht, die Tat bspw. als Vergewaltigung zu definieren, muss hin zu den Betroffenen verschoben werden. Das muss nicht bedeuten, die Errungenschaften des hiesigen bürgerlichen Rechtssystems wie Verteidigungsrecht und Unschuldsvermutung auszuhebeln. Allerdings sind die Bedingungen für eine tatsächliche Gleichberechtigung nicht gegeben. Eventuellen Stigmatisierungen, Ohnmachtserfahrungen, Traumata und der schwierigen Beweisbarkeit u.a. in Fragen der Glaubwürdigkeit muss Rechnung getragen werden.
Der juristische Umgang mit von sexualisierter Gewalt Betroffenen ist weiterhin zu skandalisieren und anzugreifen. Die vergangenen Kämpfe in diesem Bereich waren genauso wichtig, wie auch die aktuellen darum, nicht einvernehmliche sexuelle Handlungen ahnden zu können, die vom Strafrecht bisher nicht abgedeckt sind.3

Will man aber, wie wir, selbst nicht auf einen Katalog von Sanktionen (wenn das, dann das) hinaus, so braucht man nicht unbedingt eine Definition. Eine allgemein akzeptierte Übereinkunft darüber, wie das Geschehene benannt wird, verliert an Relevanz gegenüber dem, was Betroffene brauchen, um wieder handlungsfähig zu werden und Selbstbestimmung (zurück) zu erlangen. Auch für den Umgang mit dem_der Aggressor_in ist nicht die Tatdefinition entscheidend, sondern vor allem dessen_deren Zugänglichkeit, wie auch die je individuellen Bedürfnisse, Wünsche, Wissensstände, Situationen und Forderungen im Kontext gesellschaftlicher Herrschaftsverhältnisse.

Darüber hinaus können bestimmte, im Kontext von Definitionsmacht aufgekommene Praxen hinderlich sein für eine gute Unterstützungsarbeit. Beispielsweise sind sich Betroffene sowohl in ihrer Situationswahrnehmung als auch ihren Bedürfnissen häufig unsicher. Der Prozess einer – parteilichen – Auseinandersetzung hierüber hilft beim Sortieren und Aufarbeiten.4 Statt einer festen Definition der betroffenen Person braucht es folglich Unterstützer_innen, die mit einer „jazzy method“ im Sinne CARAs verschiedene Handlungsmöglichkeiten haben, die sie je nach Bedürfnis und Situation anbieten können.5

Die Gleichsetzung von Nachfragen mit einem generellen Anzweifeln verhindert eine sinnvolle Unterstützung, die auch den Abgleich von Wahrnehmungen beinhalten können muss, um den Prozess der Bearbeitung des Erlebten begleiten zu können. Eine Benennung ist dabei wichtig, sie muss allerdings ein Teil des Prozesses sein und es gibt keinen Grund, sie zum Dreh- und Angelpunkt von Unterstützung zu machen.

Auch in der Arbeit mit gewaltausübenden Personen kann das Festhalten an Definitionsmacht hinderlich sein. Hier wird nämlich eine Auseinandersetzung davon abhängig gemacht, ob der_die Aggressor_in die Definition der betroffenen Person_en übernimmt. Gerade wenn es nicht um sexualisierte Gewalt geht, kann durchaus auch diese_r die Situation anders wahrgenommen haben. Dann ist es wenig hilfreich, die Übernahme der Definition der betroffenen Person zu fordern, sondern es sollte zuerst um eine Anerkennung von deren Wahrnehmung – also ein Problembewusstsein – gehen. Ziel der Arbeit wäre eine Beendigung von diskriminierendem und/oder gewaltvollem Verhalten.

Zudem darf in der Auseinandersetzung mit gewaltausübenden Personen hinter den Schutz der körperlichen Unversehrtheit vor Willkür oder Rache nicht zurückgegangen werden. Ebenso nicht hinter die Möglichkeit, als ‚Beschuldigte_r‘ gehört zu werden und sich gegebenenfalls auch zu verteidigen. Das heißt natürlich nicht, dass dies öffentlich geschehen muss, dass in einem solchen Gespräch die Parteilichkeit mit der betroffenen Person über Bord geworfen werden müsste oder dass es dabei um eine ‚Beweisaufnahme‘ ginge.
Auch der Frage, was eine gewaltausübende Personen für ihre soziale Rehabilitierung leisten müsste, muss sich gestellt werden. Denn es kann ja nicht darum gehen, dass einfach (!) immer jemand aus politischen Zusammenhängen „entfernt“ wird.

Die genannten Schwierigkeiten verschärfen sich noch, wenn eine Situation uneindeutig ist, sich im Licht späterer Informationen anders darstellt, oder sich herausstellt, dass auf beiden Seiten Gewalt oder Diskrimierung ausgeübt wurde.

Womit wir zum nächsten Problemkomplex kommen.
Der „Definitionsmacht“-Ansatz hat sich in den letzten Jahrzehnten immens ausgeweitet: Er verbreitete sich in (queer-)feministischen Szenen sowie in der linken Szene allgemein. Es ging um immer mehr Diskriminierungsformen, es konnte sich nun auch auf sprachliche Äußerungen bezogen werden. Der Ansatz wurde zum ‚Konzept‘, häufig inklusive der Bestimmung von Betroffenen über Konsequenzen. Stichwort Rauswurf.
Wird ein Ansatz, der Personen soviel Macht in die Hand geben soll, jedoch auf so weite Bereiche ausgeweitet, wird es letztlich vollends autoritär.

Vor dem Hintergrund der dargestellten Probleme braucht es Diskussionen, die über „Definitionsmacht“ hinausgehen. Grundlage jeder Diskussion wäre für uns Folgendes:

- Die Anerkennung dessen, dass jeder (!) Mensch Situationen subjektiv wahrnimmt.
- Parteilichkeit mit Menschen in gesellschaftlich(!) benachteiligter, also diskriminierter Position statt pseudo-Unparteilichkeit.
- empowernde Unterstützungsarbeit mit Betroffenen von (sexualisierter) Gewalt und/oder Diskriminierung
- Arbeit mit diskriminierenden und/oder gewaltausübenden Personen, mit dem Ziel der Verhaltensveränderung
- politische Arbeit, die auf eine Veränderung der Strukturen zielt

Dabei sind die englischsprachigen Diskussionen um „Community Accountability“, „Transfor-mative Justice“ und „Accountability Processes“ allgemein spannend.6 Hier wird das Blickfeld erweitert: Die gewaltausübende Person ist zwar verantwortlich für ihr Verhalten, aber natürlich nicht allein. Welche Strukturen haben dieses Verhalten begünstigt, legitimiert oder attraktiv gemacht? Es wird versucht, abseits von Strafe eine Verantwortungsübernahme aller zu befördern. Hiermit ließen sich nicht nur Herrschaftsverhältnisse und Kontexte komplexer einbeziehen, sondern auch mit Situationen umgehen, in denen es nicht nur „den Täter und das Opfer“ gibt.

Weitere Aspekte, die aus unserer Sicht wichtig sind, bzw. diskutiert werden müssen:
- Informieren/Bewusstwerden über diverse vorhandene, professionelle Institutionen, die Arbeit mit Betroffenen und Ausübenden (und vieles mehr) anbieten. Verhältnis zu diesen und Unterschiede, Ressourcen, Vor- und Nachteile im Vergleich zu selbstorganisierten Gruppen klären.
- Wer hat die Legitimation, einen Plan für Konsequenzen zu machen vs. Verantwortlichkeit aller
- Stellenwert des Anspruchs auf grundlegende Veränderung von gesellschaftlichen Struk-turen.
- Verbesserung des Vorhandenen (juristischer Rahmen) vs. längerfristiges Ziel (staatsun-abhängige Strukturen)
- Was kann Aufklärung (nicht) leisten?
- Leid von Betroffenen öffentlich machen und anprangern (Hollaback, #hashtags, ..)
- Reflektieren der eigenen gesellschaftlichen Funktionen (Elendsverwaltung)
- genereller Sinn von Awareness- und Unterstützungsgruppen
- wichtig: wenn konkrete Hilfe, dann mit politischer Arbeit verbinden (Voraussetzungen und Umstände anprangern), nur dann könnte es mehr sein als nur unbezahltes Lücken stopfen
- Einordnung feministischer Praxen in Beziehung zu allgemein gesellschaftlichen Tenden-zen
- Wie verhält sich der Focus auf Veränderung individuellen Verhaltens zu neoliberalen Anforderungen an Arbeitskräfte?
- Wo sind die durch Herrschaftsverhältnisse gesetzten Grenzen der Verhaltensänderung und wie viel Raum soll das in feministischer Praxis einnehmen?
- Wie kann der Kapitalismus mitsamt allen mit ihm verbundenen Herrschaftsverhältnissen überwunden werden?

Über alle genannten Punkte laden wir herzlich zur Diskussion ein.

e*space
e_space@riseup.net

* Obwohl wir Geschlechterkategorien als Konstruktion erkennen, ist die Zweigeschlechlichkeit mitsamt ihren „natürlichen“ Zuschreibungen eine gesellschaftliche Realität, mit der wir immer wieder konfrontiert sind. Aus diesem Grund verwenden wir zwar die Bezeichnung „Frauen“, markieren diese aber mit einem Stern.

  1. Wir beziehen uns hier auf den Definitionsmachtsbegriff, wie er innerhalb der (akademisierten) feministischen radikalen Linken in Bezug auf den Umgang mit sexualisierter Gewalt verwendet wird. ‚Definitionsmacht‘ setzen wir in Anführungszeichen, um zu verdeutlichen, dass es den einen Definitionsmachtsansatz nicht gibt, s.u. [zurück]
  2. Wir sind uns durchaus bewusst, dass in der übergroßen Mehrzahl der Fälle Menschen, die sexualisierte Gewalt ausüben, Männer* sind und betroffene Personen Frauen*. Um jedoch die Betroffenen im umgekehrten Fall nicht noch weiter zu marginalisieren, werden wir in diesem Text beide Gruppen gendern. [zurück]
  3. Vgl. bspw. Bundesverband der Frauenberatungsstellen und Frauennotrufe in Deutschland: Vergewaltigung verurteilen – Für eine Reformierung des §177 StGB.https://www.frauen-gegen-gewalt.de/vergewaltigung-verurteilen.html [zurück]
  4. Vgl. No Lager Bremen (2014): Definitionsmacht neu ausbuchstabiert. Stichworte zum kollektiven Umgang mit sexualisierter, rassistischer und anderer Gewalt in sozialen Bewegungen, S.11f. In: Transact 6: Wie ist meine Freiheit mit deiner verbunden? Stichworte zu gemischter Organisierung, Definitionsmacht und Critical Whiteness, S. 11-15. [zurück]
  5. Vgl. Communities against Rape and Abuse (CARA) (2010): Taking risks: Implementing grassroots community accountability strategies. In: The revolution starts at home. Confronting Partner Abuse in Activist Communities, S. 64-79. www.transformativejustice.eu/wp-content… .
    Zum Thema Glaubwürdigkeit und Aufarbeitung: s. S.76f. [zurück]
  6. Ähnlich interessant sind auch Diskussionen um „Safer Spaces“, bei denen es grundsätzlicher um Fragen von (persönlicher) Sicherheit geht. [zurück]

Vortrag und Diskussion: Definitionsmacht – eine feministische Kritik

Oft wird Kritik am ‘Konzept’ der Definitionsmacht1 als antifeministisch abgeschmettert. So werden wichtige Debatten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und Diskriminierung verhindert.
Als feministische Gruppe hoffen wir, dass uns dies erspart bleibt und ein offener Autausch über theoretische und praktische Probleme sowie mögliche Alternativen zu diesem scheinbar unumstößlichen Standard stattfinden kann.

18.11.2014
16:40 Uhr
HSZ R.401, TU Dresden
@FB

  1. Die Referent_innen werden sich auf den Definitionsmachtsbegriff, wie er innerhalb der (akademisierten) feministischen radikalen Linken in Bezug auf den Umgang mit sexualisierter Gewalt verwendet wird, beziehen. [zurück]

Samstag in Dresden: Besorgte Eltern

Bezüglich der Gegenveranstaltung zu den „Besorgten Eltern“ am Samstag:

Nach dem Vernetzungstreffen sind noch ein paar Ideen aufgekommen, die wir euch nicht vorenthalten wollen. Außerdem haben wir die vermutliche Demoroute der „Besorgten Eltern“ zugespielt bekommen, vielleicht hat irgendwer Interesse an einer kritischen Begleitung.

Die Demoroute von „bE“: Theaterplatz, über Taschenberg zum Neumarkt, Wilsdruffer Str., Postplatz, Theaterplatz.
ca. 14:00-16:30 Uhr

Wir haben mal ein paar Ideen gesammelt. Herausgekommen sind dabei ein paar mehr oder weniger ernstzunehmende Sprüche. Leider schaffen wir es wohl nicht noch Transpis oder Plakate anzufertigen. Vielleicht gefällt jemandem eine der Ideen und síe können noch umgesetzt werden. (z.B. im Gerede e.V. Freitag von 10-19 Uhr)
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für Schilder mit Pfeilen (um neben den „besorgten Eltern“ zu stehen). Macht sich immer witzig auf Fotos:

“ist besorgt”
“ist seit 13 Jahren besorgt”
“macht sich schreckliche sorgen”
“hat Angst, dass es ihm besorgt wird”
“bekommt Sorgenfalten wegen ..”
“…”

So generell für Schilder oder Transpis:

„vielfalten statt sorgenfalten“
„papier-falten statt sorgenfalten“
“is schon okay. ihr braucht euch keine sorgen machen.”
“deine mudda is besorgt”
“wer hat euch eigentlich besorgt?”

Zitate berühmter Persönlichkeiten bzw. Gedicht-Ausschnitte bezüglich „Sorgen“:
www.aphorismen.de/suche?f_thema=Sorge
zitate.net/sorgen.html

Sprüche, die gerufen werden könnten. – die Punkte stehen da, um den Rhythmus zu verdeutlichen.

“dildos .statt. kuschel.tiere!”
“strampler .aus. la.tex!”
“nip.pel.klemmenstattnu.tel.la.bemmen”
“vibratoren statt nasebohren”
“schwullesbischtransbi, ne, das hattnma früher ni”
“besorgt? -s euch doch lieber selbst”
“muschi, pimmel, möse – sind.nicht.bö.se!”
“wer hat euch besorgt? ich … nicht!”
„gott ist scheiße, ihr seid die beweise“
„ehe ist scheiße, ihr seid die beweise“
“eure kinder werden so wie wir”
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Wir sehen uns Samstag!

Geschlecht und Kapitalismus – eine Lovestory..

Im Rahmen der „Start ins Wochenende“ – Veranstaltung im AZ Conni findet am 24.09.14 folgender Vortrag statt:

Wie in jeder guten Te­le­no­ve­la ist auch die Be­zie­hung zwi­schen pa­tri­ar­cha­len Struk­tu­ren und bür­ger­li­cher Wirt­schafts­wei­se eine fa­cet­ten­rei­che und durch­aus wech­sel­haf­te Ge­schich­te. Trotz ihres gro­ßen Al­ters­un­ter­schie­des ar­ran­gier­ten sie sich mit­ein­an­der, teil­ten Ar­beit und Haus­halt, wuch­sen an­ein­an­der – und ge­ra­de auch an ihren Dif­fe­ren­zen.
Wir wer­den ei­ni­ge Epi­so­den an­schau­en und einen Blick auf ihren ak­tu­el­len Be­zie­hungs­sta­tus wer­fen. Mut­ma­ßen wir doch zu­sam­men: Wie geht es mit den bei­den wei­ter? Wer­den fe­mi­nis­ti­sche Be­we­gun­gen sie ent­zwei­en oder meis­tern sie zu­sam­men jede Krise? Gehen sie ihren ge­mein­sa­men Weg, bis dass der Tod sie schei­det oder ist es doch ein­fach eine vor­über­ge­hen­de Af­fä­re? Lasst uns die Story ein wenig wei­ter­spin­nen: Wie sähe ein Happy End aus – und in­wie­fern haben wir über­haupt Ein­fluss auf das Script?

Wann: 24.09. // 19Uhr
Wo: AZ Conni (Rudolf – Leohnard – Str. 39)
@FB

Audiomitschnitt: Kritische Theorie und Rassismus

Der Rassismusbegriff scheint, nicht zuletzt aufgrund seines inflationären Gebrauchs, zunehmend an Erklärungskraft einzubüßen. Unter dem Label „Rassismus“ firmieren die verschiedensten Assoziationen, welche alles andere als eine klare Übereinstimmung der Erkenntnis mit ihrem Gegenstand darbieten. Ist Rassismus eine Erscheinungsform von Fremdenfeindlichkeit – oder umgekehrt? Im Vortrag soll versucht werden, eine differenzierte Reflexion auf den Begriff – gerade in Abgrenzung zu unzureichenden Erklärungsversuchen – zu forcieren.

Der Mitschnitt ist hier zu finden.

zertrümmern. Redebeitrag am 8.Mai zu Trümmerfrauen in Dresden

hammer
(Bildquelle: BILD vom 05.07.2013, „Stressabbau mit dem Vorschlaghammer“)

Der folgende Beitrag wurde heute auf der Demo „08. Mai 1945 Tag der Befreiung – ein Tag zum Feiern“ in Dresden gehalten.

Hier gibt’s den Beitrag zum Anhören.

So langsam hat sich ja in linken Kreisen in Dresden etabliert, allgemein über Opfermythen und Geschichtsrevisionismus zu sprechen.
„Noch immer zu wenig Beachtung finden hingegen die Leistungen der Dresdner `Trümmerfrauen´“1, findet das Frauenstadtarchiv. Dem möchten wir zustimmen, allerdings mit anderen Absichten.

Die sogennanten „Trümmerfrauen“ räumten ab 1945 bis in die 50er, teilweise 60er Jahre in Deutschlands zerbombten Städten auf. Sie schafften Trümmer weg, rissen stehengebliebene Gebäudeteile ab, machten die Steine wiederverwendbar. Und sie bauten „alles“ wieder auf: Wohnhäuser, Fabriken, Schulen usw.. Weil die körperliche Arbeit sehr schwer war, wurden 1946 bestehende Arbeitsschutzbestimmungen für Frauen teilweise aufgehoben. Als Beschäftigte hießen sie „Bauhilfsarbeiterin“, „Trümmerarbeiterin“ oder „Arbeiterin für Enträumungsarbeiten“ – aber es gab auch unbezahlte Freiwillige.
Auf der Baustelle waren die Frauen*2 nicht allein: Auch (deutsche und alliierte) professionelle Trümmerbeseitiger_innen, sowie Kriegsgefangene und von den Alliierten zwangsverpflichtete ehemalige Nazi-Männer* mischten mit.

Die mittlerweile nicht mehr existente rechts­nationale Internetseite truemmerfrauen.de bringt das starke Bild der „Trümmerfrau“ auf den Punkt: Unter dem Motto “Andere zerstörten unser Heimatland, sie bauten es auf mit bloßer Hand” heißt es:

“8. Mai 1945, Deutschland, eine einzige Trümmerwüste. 500 Millionen Kubikmeter Schutt und Asche. Experten berechnen, dass es mindestens 30 Jahre dauern wird, bis die Trümmer beiseite geräumt sind. Die Experten, haben sich gründlich geirrt, weil sie nicht mit den Frauen unseres Landes gerechnet haben. Schon am ersten Tag nach dem Krieg beginnen Sie mit der Arbeit. In einer beispiellosen Energie­leistung vollbringen sie, was niemand für möglich hält. Als ihre Männer und Söhne aus der Kriegsgefangenschaft heimkehren, haben sie unser Land bereits gründlich aufgeräumt. Der Wiederaufbau beginnt und die Welt staunt. Als Trümmerfrauen setzten sie sich und allen Frauen unseres Landes ein Denkmal”.

Das Bild von den starken deutschen Frauen, die sich unter äußersten Entbehrungen für den Wiederaufbau des Landes aufopferten, taugte und taugt auch heute noch wunderbar zur deutschen Vergangenheitsbewältigung.

Die Schuld am Holocaust und Nationalsozialismus wurde nach ’45 auf wenige Figuren projiziert. Hitler war’s – und vielleicht noch Göring und Himmler. So konnte sich der Großteil der „einfachen Leute“ aus der Verantwortung ziehen bzw. die eigene Schuld verdrängen.

Der deutsche Feminismus der 70er und 80er Jahre entwickelte eine weibliche* Version der Schuldabwehr, die bis heute wirkt: Die Männer warn’s. In Diskussionen um „Mittäterschaft“ von Frauen wurde argumentiert, die Frauen hätten schon auch mitgetan, aber im Grunde nur, weil sie sozusagen vom Patriarchat dazu genötigt wurden.
Dass im NS die Hierarchie zwischen den Geschlechtern zugunsten der Herrschaft der „arischen“ „Volksgemeinschaft“ – der deutschen Männer und Frauen – an Bedeutung verlor, musste von den Nachkriegsfeministinnen verdrängt werden. Im Na­tio­nal­so­zia­lis­mus waren „arische“ Frau­en* in Bezug darauf den Män­nern* gleich­ge­stellt, dass sie sich gegen den ge­mein­sa­men ‚Feind‘, vor allem die Jü­din­nen und Juden, zu­sam­men­schlos­sen. Sie waren nicht nur bloße ‚Ge­bär­ma­schi­nen‘:

Ihre Mut­ter­schaft wurde hoch­ge­lobt, ihre Tä­tig­kei­ten im Haus­halt oder bei der Er­zie­hung der Kin­der immer mehr an­er­kannt. Das 1938 ge­stif­te­te Mut­ter­kreuz un­ter­streicht die Be­mü­hun­gen der NSDAP, diese „Frau­en*auf­ga­be“ auf­zu­wer­ten. Im ei­ge­nem Heim wurde selbst­be­wusst „in kleins­tem Rah­men der Kampf gegen den in­ne­ren Feind, den un­deut­schen Geist, aus­ge­tra­gen“ – so Frau­en­füh­re­rin Irene Sey­del.3

Frauen* im NS waren eben nicht nur das schüchterne Heimchen am Herd. Auch nicht nur stützende Ehefrau. Frauen* wirkten, als KZ-Aufseherinnen, BDM-Führerinnen, Munitionsarbeiterinnen oder Denunziantinnen, an der Ausgrenzung und Vernichtung von Millionen von Menschen nicht weniger begeistert mit als die Männer*. Sie standen ihren männlichen* Kollegen dabei in nichts nach.

Auch gegen das Bild der unterdrückten Hausfrau spricht, dass weib­li­che* Er­werbs­ar­beit ab 1933 ste­tig zunahm. Ei­ner­seits durch Pro­fes­sio­na­li­sie­rung vor­he­ri­ger Haus­ar­beit, aber ab Beginn des Krieges auch auf­grund des Aus­falls männ­li­cher* Sol­da­ten als Ar­beits­kraft. Die Tätigkeiten der Frauen* wurden deshalb anerkannt, weil schließlich jedes Glied der ‚ari­schen Volks­ge­mein­schaft‘ wich­ti­ge Ar­beit für deren Wei­ter­be­stand und Op­ti­mie­rung leis­te. Es war schon damals so: Gruppen, z.B. Frauen*, emanzipieren sich gerade dann, wenn man sie als Kriegs- oder Krisenverwalterinnen braucht.

Die Täterinnenschaft der deutschen Frauen* lässt sich schwer mit dem Bild der Trümmerfrauen vereinbaren. Dieses zeigt die mit bloßen Händen Steine klopfende Frau*, die Not leidet, für die sie noch nicht mal was kann. Sie hat den Krieg schließlich nicht gemacht. Sie sorgt sich nur um die Kinder und um das Essen für den nächsten Tag. Was kann sie dafür? Es ist ungerecht. Aber sie steht es durch – die Starke, die Heldenhafte, die Selbstlose. Für uns alle.

Gut, dass Frauen* so stark sind und so viel Leid ertragen können. „Zäh wie Leder“.
Gewürdigt wurde und wird diese Opferbereitschaft z.B. in Feierstunden, mit Ausstellungen und der Errichtung von Denkmälern (wie in Dresden am Rathaus). Außerdem wurden Auszeichnungen überreicht: In der DDR der Titel „Aktivist der ersten Stunde“, in der BRD das Bundesverdienstkreuz. Nicht zu vergessen die „Eichen-Pflanzerin“ auf dem 50-Pfennig-Stück.

Diverse Nazigruppen finden, dass den Trümmerfrauen noch mehr Ehre gebührt. Aber nicht nur sie:
Die sich insbesondere für Senioren einsetzende Kleinpartei „Graue Panther“ unterstützte seit Mitte der 80er Jahre Trümmerfrauen, die Altersarmut beklagten und mehr, auch finanzielle, Anerkennung forderten. Daraus hervorgegangen ist der „Gedenktag für die Trümmerfrauen“ am 9. Juli.
Das Dresdner Frauenstadtarchiv führt seit 2006 jährlich ein „Trümmerfrauentreffen“ durch. Man „wählte“ den Termin „bewusst“ 4: den 8.Mai, den Tag der Befreiung! Dieses Jahr wurde es auf den 23.05. verschoben – warum, konnten wir bislang nicht in Erfahrung bringen. Kooperiert wird zum Thema Trümmerfrauen in der Dresdner Erinnerungskultur mit dem Stadtarchiv, der Dresdner Gleichstellungsbeauftragten, dem Frauenbildungszentrum „Hilfe Zur Selbsthilfe“ und auch mit Schulen.
Eben dieses Frauenstadtarchiv hat 2006 auch eine Broschüre 4
herausgegeben, die auf Basis von Trümmerfrauen-Befragungen und Archivmaterial entstand und deren „Hauptanliegen“ es ist, „allen Frauen Dank zu sagen, die das Kriegsende und seine verheerenden Folgen als Anfang und nicht als Ende betrachteten“– „jener Generation von Frauen, ohne die Dresden nach 1945 – wenn überhaupt – weniger rasch zu dem geworden wäre, was es heute wieder ist – eine Stadt, die als Elbflorenz zu neuer kultureller Blüte reifte“ 4
.
In der Broschüre wird durchgängig „der Untergang der einstigen sächsischen Residenz“ Dresden betrauert und als „Symbol sinnloser Vernichtung“ bezeichnet. Es ist die Rede von einem „apokalyptischen Feuersturm“ mit „hungrige[m] Schlund“ – eine deutsche Schuld oder Verantwortung an Krieg und Vernichtung wird nirgendwo überhaupt nur erwähnt. Denn: „Die Sehnsucht nach Frieden war es auch, die damals die Frauen zu Tausenden zum Wiederaufbau Dresdens motivierte.“4 Und eben diese Sehnsucht nach Frieden verhindert augenscheinlich heute die Auseinandersetzung mit Geschichte.
Weiterhin heißt es dort: „Mit dem Ende des Zweiten Weltkrieges verbinden die meisten jungen Frauen und Mütter die Erinnerung an den schmerzlichen Verlust ihrer Männer, Väter, Brüder und Söhne, die der brutalen, das Völkerrecht mit Füßen tretenden Kriegführung Hitlerdeutschlands zum Opfer fielen.“4 Hier sind also gar die deutschen Soldaten Opfer – nämlich der Kriegsführung.
In dem 27seitigen Pamphlet kommen auch einige Frauen* der „Erlebnisgeneration“ zu Wort. Charlotte W. beispielsweise klagt: „Für mich war’s die Strafarbeit für die Familie, weil mein Bruder in der Partei gewesen war, in der Nazi-Partei. Mein Bruder war ganz einfaches Mitglied gewesen, weil er studieren wollte. Das war eben so. Das ist Sippenhaftung gewesen.“4 Weitere Schicksalsschläge könnt ihr bei Interesse selbst nachlesen.

Auch die Arbeitsgemeinschaft Sozialdemokratischer Frauen (ASF) führt seit mehreren Jahren eine Kundgebung am Frauen*tag durch. Welcher Ort ist da am naheliegendsten? Richtig, das Trümmerfrauendenkmal. „Neben der Ehrung der Trümmerfrauen mit Blumen am Denkmal wollen wir an diesem Tag daran erinnern, was Frauen heute leisten und leisten wollen.“5 (Vorsitzende Dorothee Marth 2010)

Soweit zu Dresden.

In München haben zwei Mitglieder der Grünen im Dezember letzten Jahres die Konsequenz gezogen, das dortige Trümmerfrauendenkmal öffentlichkeitswirksam mit einem braunen Tuch zu verdecken. Das Tuch hatte die Aufschrift „Den Richtigen ein Denkmal, nicht den Alt-Nazis“. Daraufhin brach ein Shitstorm inklusive Morddrohungen los. Argumentativ gingen dabei Nazis, sonstige rechte Frauen* und Männer* sowie Friedens- und Versöhnungs-Freund_innen Hand in Hand – nur eine Menschenkette oder Montagsdemo haben die dort nicht gemacht.

In Dresden wird momentan keine öffentliche Diskussion um Trümmerfrauen oder auch Täterinnenschaft von Frauen im NS geführt. Das muss nicht so bleiben. Vielleicht nimmt ja hieran jemand Anstoß:
Die Trümmerfrauen haben dazu beigetragen, Deutschland ganz schnell wieder aufzubauen. Dafür haben sie Schwerstarbeit geleistet. Die Frage ist nur, was daran toll sein soll. Allgemein sollte sich niemand – für Deutschland oder für irgendeinen anderen Gedanken – Steine klopfend den Rücken kaputtmachen. Wer von den Alliierten dazu verpflichtet wurde, sollte froh sein, dass es sie_ihn nicht schlimmer getroffen hat.
Wir können nicht allen Trümmerfrauen unterstellen, Nazis gewesen zu sein oder deren Ideen gutgeheißen zu haben. Da das aber auf so gut wie allen Deutschen zutraf, gibt es absolut keinen Grund zu glauben, bei den Trümmerfrauen sei es anders gewesen. Dass sie die Ideen des NS ablehnten, ist die abwegigere Unterstellung.
Deutsche Frauen waren im Allgemeinen nicht weniger schuld bzw. verantwortlich als jedes andere Mitglied der „Volksgemeinschaft“. Dieses „Volk“ hörte am 8.Mai 1945 nicht auf zu existieren. Wenn auf Montags- oder Samstagsdemos heute gerufen wird „Wir sind das Volk“, dann ist das ernstzunehmen.

Antisemitische, antiromaistische, rassistische, sozialdarwinistische und völkische Tendenzen müssen bekämpft werden.

Am 08.Mai 1945 half nur militärisches Eingreifen. Was aus feministischer und herrschaftskritischer Sicht heute zu tun ist, darüber müssen wir uns unterhalten.
Kein Frieden dem Volk!

Zum Weiterlesen:
Ljiljana Radonic 2006
Antifaschistischer Frauenblock Leipzig (AFBL) 2003
Zum Weiterhören:
Radiokollektiv Volume Mascara Murmansk (RVMM) Rubrik „denkmal“,
z.B. Beitrag zur Margit-Fischer-Stiftung

    Auch wenn es nicht explizit um Trümmerfrauen gehen wird, möchten wir in diesem Zusammenhang folgende Veranstaltung empfehlen: Wir haben Ljiljana Radonic für einen Vortrag nach Dresden eingeladen. Der Titel lautet „Von weiblichen Opfermythen. Deutsche Frauenbewegungen und Antisemitismus“. Er wird am 21.05. um 19 Uhr im kosmotique (Martin-Luther-Straße 13) stattfinden. Der Eintritt ist frei.
  1. * Ob­wohl wir Ge­schlech­ter­ka­te­go­ri­en als Kon­struk­ti­on er­ken­nen, ist die Zwei­ge­schlecht­lich­keit mit­samt ihren „na­tür­li­chen“ Zu­schrei­bun­gen eine ge­sell­schaft­li­che Rea­li­tät, mit der wir immer wie­der kon­fron­tiert sind. Aus die­sem Grund ver­wen­den wir zwar die Be­zeich­nung „Frau­en“, mar­kie­ren diese aber mit einem Stern. [zurück]
  2. http://www.frauenstadtarchiv.de/ [zurück]
  3. zit. nach Radonic http://jungle-world.com/artikel/2006/21/17545.html [zurück]
  4. http://www.frauenstadtarchiv.de/fsa-dresden_broschuere-truemmerfrauen.pdf [zurück]
  5. http://www.spd-frauen-dresden.de/index.php?mod=content&menu=90401&page_id=2074 [zurück]

Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

Für Interessierte bieten wir (e*space) nun diesen Workshop an:

Update (24.03.): Wir freuen uns sehr, dass der Workshop auf so viel Interesse stößt. Jedoch sind wird nur fünf Leute, die auch noch andere Dinge zu tun haben. Derzeit gibt es so viele Anfragen, dass sie uns voraussichtlich bis Ende Juli beschäftigen werden und dann machen wir erstmal einen Monat Pause. Gern könnt ihr uns trotzdem weiterhin Anfragen – im Idealfall für den Herbst/Winter. Gerne könnt ihr euch auch melden wenn ihr selbst Interesse habt einen ähnlichen Workshop zu konzipieren und zu halten. -> Emails bitte an: e_space@riseup.net

Bei eurer Partyreihe kommt es immer wieder zu Übergriffen und ihr wisst nicht wie ihr damit umgehen könnt? In eurer Gruppe gibt es fast nur Männer* und/oder die wenigen Frauen* bringen sich wenig ein? Ihr fragt euch, wie ihr bei eurem Sommercamp auf Diskriminierung aufmerksam machen könnt?
Schon wieder eine den Freund_innenkreis spaltende Diskussion über Definitionsmacht? Wenn ihr bei solchen Fragen gerade nicht weiterkommt oder euch weitere Anregungen fehlen, bieten wir euch diesen Workshop an:

Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

Herrschaftsverhältnisse strukturieren unser Denken und Handeln. Deren Analyse und Kritik auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ist unabdingbar. In konkreten Situationen stellen wir uns vor diesem Hintergrund die Frage nach Handlungsmöglichkeiten und -alternativen. Umgegangen wird mit Diskriminierung und Gewalt sowieso immer, nur meist ignorant oder planlos und damit oft Bestehendes verstärkend. Aber auch ein bewusstes “es ganz anders machen wollen” kann nach hinten losgehen.

Wir sind keine Antidiskriminierungs-Organisation, deren Blick bei der juristischen Gleichstellung der Menschen endet oder für die die Existenz von Polizei und bürgerlicher Rechtsprechung einfach für alle Zeiten vorausgesetzt ist. Aber wo sind die Alternativen?

Wir wollen nach emanzipatorischen Ansätzen suchen, also in Richtung der Befreiung der Individuen. Uns geht es um das richtige Leben im Falschen – also das Unmögliche, das so oft zur bloßen Elendsverwaltung der kapitalistischen Zustände verkommt. Ein Unterfangen, in dem man sich nun mal in Widersprüchen verheddert.
Wir betrachten uns als Multiplikator_innen, die ihre bisherigen Überlegungen weitergeben, sie mit euch verwerfen, weiterdenken, Strategien und Konzepte entwickeln sowie politische Kontroversen anstacheln wollen.

Wir sind keine Unterstützungs-, oder Awarenessgruppe, keine Mediator_innen oder Konfliktmanager_innen. Wir haben nicht ‘die Lösung’. Wir diskutieren MIT euch, nicht FÜR euch. Wir verteilen keine Antisexismus-Zertifikate.

Inhaltlich umfasst der Workshop Folgendes:
- Diskriminierung und Gewalt (Was genau verstehen wir darunter? Wo finden sie statt?)
- Strategien zum Umgang mit Diskriminierung und Gewalt? (Gibt es progressive Alternativen zum Strafrecht?)
- Sensibilisierung/Awareness (Was ist das? Was soll das? Wie kann das aussehen?)
- Unterstützung von Personen die von Diskriminierung und/oder Gewalt betroffen sind und Arbeit mit diskriminierenden und/oder gewaltausübenden Personen (Gesprächsführung, Konfrontation, Deeskalation, eigene Grenzen)
- Vertiefung mit praktischen Übungen (z.B. Rollenspiele) möglich
- Vertiefungsdiskussion über Definitionsmacht
- Input zu Traumatisierung

Je nach euren Wünschen können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden. Ungefährer zeitlicher Rahmen: 1-3 Tage, je nachdem welche Schwerpunkte und Vertiefungen ihr auswählt.

Motorisierter Individualverkehr?!

Am 19.04.2012 fand die „Reclaim the Streets! Tanz dir die Straße zurück!“ – NachtTanzDemo in der Dresdner Neustadt statt. Dort wurde folgender, von uns verfasster Flyer, verteilt:

no means no flyer 19.04.

Der Aufruf hat uns veranlasst, die Demo nicht zu unterstützen. Allerdings war es uns wichtig, die Teilnehmer_innen für die Alltäglichkeit von Diskriminierungen und einen respektvollen Umgang mit persönlichen Grenzen zu sensibilisieren.

Weitere Informationen und Diskussionen findet ihr unter folgenden Links:
Kritik des Aufrufs auf contrelagravitation
Diskussionen auf Facebook hier und hier (öffentlich, also auch für Nicht-Facebook-Mitglieder sichtbar)
Zusammenfassung auf addn.me
Rückblick auf Indymedia
Rückblick der Linksjugend
Audio-Mitschnitt

P.s.: Wir mögen keine antisemitische, homophobe Scheiße. Wir sind ultragerne “antifa-fags” („genau so dämlich wie das nazi pack“) oder “unorientierte kampflesben” und lassen gern unsere “Facejew accounts” von coolen Hackern mit Guy-Fawkes-Masken veröffentlichen.
(Zitate sind vom Anonymous-Sachsen-twitter)

Anonymous – wir erwarten euch.