Tag-Archiv für 'neonazifrauen'

“girls just wanna have fun”? – Das 25. Damenverbindungstreffen in Dresden

Vom 3. bis 5. Oktober findet in Dresden das 25. deutsche Damenverbindungstreffen statt.
Hier geht es um die Studentenverbindungs- bzw. Burschenschafts-Version für Frauen.
Ausrichterin des Treffens ist die 2009 gegründete „Akademische Damenverbindung Regina Maria-Josepha zu Dresden“.
Wie bei allen diesen Zusammenschlüssen, ist eine allgemein chauvinistische, nationalistische und natürlich sexistische Ausrichtung bis hin zur Verbreitung rechtsradikalen Gedankenguts die Regel. Dass es das auch in weiblicher Ausführung gibt, ist absolut nicht verwunderlich.
Außer der Pflege dieser “Werte” und sonstigen Brauchtums geht es solchen “Verbindungen” um bessere Aufstiegschancen der Mitglieder durch “Verbindungen” zu älteren “Füchsen” , oder hier: “Fähen”. Das bloße Schimpfen auf “Klüngelei” griffe zu kurz – daraus folgen würde das Abfeiern “ehrlicher Arbeit”, durch die man sich den Aufstieg durch reine Leistung verdienen würde. Der Ausruf “Der schummelt!” zieht nicht so richtig in einem Spiel, in dem es nunmal darum geht, sich irgendwie in der Konkurrenz durchzusetzen.
Festzustellen ist, dass Frauen* gegenüber Männern* immer noch erschwerte Karrierebedingungen haben. Nun wäre doch eine interessante Frage, inwiefern solcherlei, zynisch gesagt, praktische Selbstorganisation in “Damenverbindungen” auf diesen Zustand reagiert. So etwas würden die Damen niemals von sich sagen. Ihre Gründe der Mitgliedschaft sind anders gelagert, es geht um Tradition, nicht um Emanzipation. Aber grundsätzlich: Warum nicht zurückklüngeln? Überflüssig zu sagen ist wohl, dass diese Form der Organisierung nicht unsere ist – nicht der “Lebensbund” und nicht die genannten Ideologien, welche mit der Form der Studentenverbindung verschmolzen sind. Aber über das Gegenklüngeln könnte man doch mal diskutieren ;-)

Zurück zum kommenden Treffen in Dresden: Deutschtümelei geht (wie meistens) auch international: Vermutlich sind u.a. österreichische Vertreterinnen der “Mädelschaft Freya” mit dabei, die sich als Deutsche verstehen. Wer nämlich zur ‘Sprach-, Volks- und Kulturgemeinschaft’ gehört, erklären sie auf ihrer „Heimseite“. Puh.
Keine Voruteile – die Damen sind tolerant und weltoffen. Zu bunt wird es den “Farbenschwestern” sicher nicht so schnell. Wenn ihr Lust habt, könnt ihr also gern mal vorbeischauen und das Treffen bereichern. Das Foto an der Semperoper wird sicher schön. Viel Spaß.

Weitere Texte:
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Ablaufplan:

Freitag, 3. Oktober 2014
19 Uhr : Begrüßungsabend
„schwarzer Salon“- Kino in der Fabrik (Tharandter Straße 33)

Samstag, 4. Oktober 2014
12 Uhr : DVT-Convent auf dem Haus eines sehr verehrlichen Vereins deutscher Studenten Dresden (Westendstraße 18)
15 Uhr : Gemeinsames Foto an der Semperoper mit anschließender Führung (Theaterplatz 2, 01067 Dresden)
18 Uhr : Abendessen im Kanonenhof (Brühlscher Garten 4)
20 Uhr : DVT-Kneipe im Kanonenhof (Brühlscher Garten 4)

Sonntag, 5. Oktober 2014
10 Uhr : Ausklang mit Brunch im Café Central (Altmarkt 6)

Juli-Cafém: Über Frauen in der Neonazi-Szene und „nationalen Feminismus“

Nach dem letzen Workshop an der EHS werden wir im Juli-Cafém die Thematik „Geschlecht und Nationalismus“ weiter vertiefen. Dafür gibt es nach dem üblichen vegan-vegetarischen Brunch ein Input von Daniela Schmohl (His­to­ri­ke­rin und Bil­dungs­ar­bei­te­rin), später kann anhand von Textbeispielen über nationalistische Frau­en und ihre The­men, aber auch mög­li­che Ge­gen­an­sät­ze dis­ku­tie­rt werden.

Geschlechterreflektierende Präventionsarbeit gegen Neonazismus

mutvorort

Neonazistische Szenen sprechen Jugendliche nicht als geschlechtslose Wesen an. „Machohafte“ Männlichkeitsmuster prägen das Auftreten in diesen Szenen und können attraktiv für junge Männer* sein. Doch auch junge Frauen* übernehmen eine aktive Rolle in neonazistischen Zusammenhängen, was häufig unterschätzt wird. Sie vertreten gleichermaßen die neonazistische Ideologie, übernehmen wichtige Aufgaben und entwickeln ihr Frauen*bild innerhalb der Szene.
Welche geschlechtsspezifischen Motive als Junge* oder Mädchen* gibt es, sich neonazistisch zu orientieren? Wie kann eine geschlechterreflektierende Arbeit präventiv gegen neonazistische Orientierungen bei Jugendlichen wirken? Durch eine geschlechterreflektierende Arbeit sollen die Präventionsmöglichkeiten gegen Rassismus, Antisemitismus und neonazistisch motivierte Gewalt von Jugendlichen erweitert werden.

Kostenloser Workshop mit Trainer_innen von „Mut vor Ort“ – in Kooperation mit dem Asta der Ehs Dresden
Teilnehmer_innenzahl auf 18 Personen begrenzt.
Um eine Anmeldung unter e_vibes@riseup.net wird gebeten.
@ ehs Dresden; Raum:3.114