Tag-Archiv für 'selbstreflexion'

Vortrag und Diskussion: Definitionsmacht – eine feministische Kritik

Oft wird Kritik am ‘Konzept’ der Definitionsmacht1 als antifeministisch abgeschmettert. So werden wichtige Debatten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und Diskriminierung verhindert.
Als feministische Gruppe hoffen wir, dass uns dies erspart bleibt und ein offener Autausch über theoretische und praktische Probleme sowie mögliche Alternativen zu diesem scheinbar unumstößlichen Standard stattfinden kann.

18.11.2014
16:40 Uhr
HSZ R.401, TU Dresden
@FB

  1. Die Referent_innen werden sich auf den Definitionsmachtsbegriff, wie er innerhalb der (akademisierten) feministischen radikalen Linken in Bezug auf den Umgang mit sexualisierter Gewalt verwendet wird, beziehen. [zurück]

PART 2: Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

Die Interessiertengruppe e*space, die über längere Zeit einen Workshop ausgearbeitet hat und seit einigen Monaten mit diesem „tourt“, führt nächsten Samstag den Workshop in Leipzig fort – die zweite Hälfte fehlt schließlich noch:

02.08., 10:30-19h, Atari
(Facebook-Veranstaltung)

Am Wochenende 12.+13.07. fand in Leipzig der erste Teil unseres Workshops “Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt” statt. Dieser Teil war eher von Abstrakterem, Begriffsdiskussionen etc. geprägt. Viele hatten allerdings gerade auch Interesse am zweiten Teil, der sich u.a. konkreten Beispielen widmet. Da die Berliner Gruppe ask gerd_a ihre Veranstaltung für den 02.08. leider absagen musste, schlugen wir eine Weiterführung unseres Workshops an diesem Tag vor. Einige Teilnehmer_innen von Teil 1 werden wieder dabei sein, andere können aber gern dazukommen. Ihr habt dann zwar wichtige Diskussionen in dieser Gruppe nicht mitgeführt, aber wir werden versuchen, euch bestmöglich ‘hineinzuholen’.
Ab 10:30 Uhr werden im Raum bereits einige Ergebnisse aus Teil 1 aushängen – gerade den neu Hinzukommenden empfehlen wir, dann da zu sein, da so Rückfragen noch unkompliziert geklärt werden können. Um 11 Uhr starten wir mit Teil 2, sonst kommen wir nicht durch. Bitte meldet euch unter in_our_hands@riseup.net an, dann erhaltet ihr noch etwas Vorbereitungsmaterial.

(Im Rahmen der Veranstaltungsreihe „In Our Hands“, organisiert von der Leipziger Gruppe Reclaim Utopia)
___________________________________

Was bisher geschah:
* Vorstellung, Kennenlernen, Vereinbarungen (z.B. bezüglich Kommunikation im Workshop)
* Diskussion von relevanten Begriffen, Differenzierung voneinander, am ausführlichsten “Diskriminierung” und “Gewalt”
* Sammeln eigener Kriterien an einen emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt
* Beziehen dieser Kriterien auf verschiedene Konzepte bzw. Ansätze
** bürgerliche Justiz
** Definitionsmacht
** Community Accountability
* jeweils Sammeln von Positivem und Negativem, Diskussion, Überprüfen der Ausgangskriterien

Was noch kommt:
* Awareness/Sensibilisierung (Sammlung möglicher Barrieren, Priorisierung, Erarbeitung konkreter Veränderungsansätze)
* Unterstützung Betroffener von Diskriminierung und Gewalt (Selbstbetrachtung und Schlussfolgerungen)
* Arbeit mit diskriminierenden bzw. gewaltausübenden Personen (Erarbeiten und Diskutieren von Strategien zum Umgang mit vorgegebenen Beispielsituationen)
* + X

Hier nochmal die Ankündigung des gesamten Workshops:

„>Über­le­gun­gen zu einem eman­zi­pa­to­ri­schen Um­gang mit Dis­kri­mi­nie­rung und Ge­walt< Bei eurer Par­ty­rei­he kommt es immer wie­der zu Über­grif­fen und ihr wisst nicht wie ihr damit um­ge­hen könnt? Schon wie­der eine den Freun­d_in­nen­kreis spal­ten­de Dis­kus­si­on über De­fi­ni­ti­ons­macht?
Herr­schafts­ver­hält­nis­se struk­tu­rie­ren unser Den­ken und Han­deln. Deren Ana­ly­se und Kri­tik auf ge­samt­ge­sell­schaft­li­cher Ebene ist un­ab­ding­bar. In kon­kre­ten Si­tua­tio­nen stel­len wir uns vor die­sem Hin­ter­grund die Frage nach Hand­lungs­mög­lich­kei­ten und -al­ter­na­ti­ven. Um­ge­gan­gen wird mit Dis­kri­mi­nie­rung und Ge­walt so­wie­so immer, nur meist igno­rant oder plan­los und damit oft Be­ste­hen­des ver­stär­kend. Aber auch ein be­wuss­tes “es ganz an­ders ma­chen wol­len” kann nach hin­ten los­ge­hen.
Wir sind keine An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs-Or­ga­ni­sa­ti­on, deren Blick bei der ju­ris­ti­schen Gleich­stel­lung der Men­schen endet oder für die die Exis­tenz von Po­li­zei und bür­ger­li­cher Recht­spre­chung ein­fach für alle Zei­ten vor­aus­ge­setzt ist. Aber wo sind die Al­ter­na­ti­ven?
Wir wol­len nach eman­zi­pa­to­ri­schen An­sät­zen su­chen, also in Rich­tung der Be­frei­ung der In­di­vi­du­en. Uns geht es um das rich­ti­ge Leben im Fal­schen – also das Un­mög­li­che, das so oft zur blo­ßen Elends­ver­wal­tung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Zu­stän­de ver­kommt. Ein Un­ter­fan­gen, in dem man sich nun mal in Wi­der­sprü­chen ver­hed­dert."

Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

Der erste Part unseres Workshops zu „Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt“ kann nächste Woche in Leipzig besucht werden.

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Bei eurer Par­ty­rei­he kommt es immer wie­der zu Über­grif­fen und ihr wisst nicht wie ihr damit um­ge­hen könnt? Schon wie­der eine den Freun­d_innen­kreis spal­ten­de Dis­kus­si­on über De­fi­ni­ti­ons­macht?
Herr­schafts­ver­hält­nis­se struk­tu­rie­ren unser Den­ken und Han­deln. Deren Ana­ly­se und Kri­tik auf ge­samt­ge­sell­schaft­li­cher Ebene ist un­ab­ding­bar. In kon­kre­ten Si­tua­tio­nen stel­len wir uns vor die­sem Hin­ter­grund die Frage nach Hand­lungs­mög­lich­kei­ten und -al­ter­na­ti­ven. Um­ge­gan­gen wird mit Dis­kri­mi­nie­rung und Ge­walt so­wie­so immer, nur meist igno­rant oder plan­los und damit oft Be­ste­hen­des ver­stär­kend. Aber auch ein be­wuss­tes “es ganz an­ders ma­chen wol­len” kann nach hin­ten los­ge­hen.

Wir sind keine An­ti­dis­kri­mi­nie­rungs-Or­ga­ni­sa­ti­on, deren Blick bei der ju­ris­ti­schen Gleich­stel­lung der Men­schen endet oder für die die Exis­tenz von Po­li­zei und bür­ger­li­cher Recht­spre­chung ein­fach für alle Zei­ten vor­aus­ge­setzt ist. Aber wo sind die Al­ter­na­ti­ven?

Wir wol­len nach eman­zi­pa­to­ri­schen An­sät­zen su­chen, also in Rich­tung der Be­frei­ung der In­di­vi­du­en. Uns geht es um das rich­ti­ge Leben im Fal­schen – also das Un­mög­li­che, das so oft zur blo­ßen Elends­ver­wal­tung der ka­pi­ta­lis­ti­schen Zu­stän­de ver­kommt. Ein Un­ter­fan­gen, in dem man sich nun mal in Wi­der­sprü­chen ver­hed­dert.

12. – 13.06.2014
jeweils von 13 – 19 Uhr
Meuterei, Leipzig

Anmeldungen bitte direkt an reclaim utopia schicken.

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Audiomitschnitt des Vortrags in Dortmund online

Am 11.11.2013 fand im Dortmunder ‚Nordpol‘ unter dem Titel „Von feministischen Reitpeitschen und Blumenkränzen“ ein Vortrag von uns statt. Den Mitschnitt davon sowie der darauffolgenden Diskussion findet ihr hier.

Feminismus aus der Ukraine

In der nächsten Ausgabe der Phase 2 (wahrscheinlich Dezember) wird ein Beitrag von uns unter dem Titel „Sind Femen noch zu retten?“ erscheinen.

Bis dahin gibt es noch ein paar Hörtips:

Die Wutpilger Streifzüge (Oktober) gesendet vom FSK diskutieren Femen mit einem interessanten Vortrag von Maria Neuhaus.

Der Mitschnitt unseres Vortrags „Did Femen take over Fe­mi­nism? – Fra­gen zu Fe­mens „fe­mi­nis­ti­schem“ Ge­halt und den Aus­wir­kun­gen auf die Be­frei­ung der Frau*“ aus der Vortragsreihe Durchkreuzen der EAG.

Und falls wer Lust hat auf Backgroundinfos zur queer-feministischen Szene und den derzeitigen gesetzlichen Entwicklungen in der Ukraine kann sich Folgendes anhören: From Kyiv with Love – Queer lifeworlds in Ukraine (auf Englisch)

Wider die Rotation. Für eine emanzipatorische Praxis

Liebe Mitstreiter*innen und Interessierte,
eine ganze Weile habt ihr nichts von uns gehört. Was haben wir eigentlich gemacht?

Die Nachbereitung des eh!-Veranstaltungswochenendes ist abgeschlossen, wir werden sie euch in den nächsten Tagen zugänglich machen.

Dann hatten wir eigentlich vor, für Juli eine Demo zu organisieren, die sich an das Slutwalk-Konzept anlehnt. Wir hatten bereits andere Gruppen zum Mitgestalten eingeladen, es gab mehrere Vorbereitungstreffen (wenn auch mit geringer Beteiligung), wir hatten einen Aufruf-Entwurf, … Dann jedoch ist uns die Wichtigkeit folgender zwei Worte aufgegangen: KEIN STRESS.

Was organisieren ist gut – erstmal klarhaben, was und warum genau, ist besser. Wir sind voll damit beschäftigt, uns als Gruppe zu “finden”, zu verorten, zu gucken, was uns verbindet, was uns unterscheidet, was wir zusammen tun wollen, wie wir arbeiten wollen. Viele politische Standpunkte sind noch nicht einmal ausgetauscht. Irgendwas organisieren heißt oft: zu wenig Platz für inhaltliche Auseinandersetzung+ Diskussion sowie Emotionales/ Zwischenmenschliches. Und Spaß an dem zu haben, was wir tun, ist ja auch ultrawichtig.

Es wäre schon möglich gewesen, weiter zu rotieren und eine solche Demo jetzt “durchzuziehen”. Allerdings ging es darum ja nicht – eine Demo um der Demo willen. Es geht uns ebenso um den Prozess rund um das Ereignis/Event herum. Und: Wenn wir eine Demo organisieren, soll sie gut sein. Was wollen wir eigentlich GENAU auf die Straße tragen (und warum, und wie)? Kann eine Demo das leisten oder müssen wir da was anderes machen?

Der Termin einer möglichen Demo (falls wir sie weiterhin für ein geeignetes Ausdrucksmittel halten) soll sich nach dem Stand der Diskussion innerhalb der Gruppe richten. Es ist momentan unklar, wann wir (als Gruppe) dazu bereit sind.

Dieses “Zurückrudern” in Bezug auf die Demo ist in der Außenwirkung ein bisschen peinlich, aber zumindest besser, als etwas durchzuziehen, weil mensch nicht in der Lage ist, sich und anderen (vorläufiges) Scheitern einzugestehen :) Wir sind stolz auf diesen wichtigen “cut” und freuen uns auf die nächsten, stress-armen, input-reichen, Monate.

Aktionismus kann gut sein – erstmal lesen/diskutieren ist besser. Unsere Pläne für die nächste Zeit bestehen vor allem aus Lesen und Texte-Diskutieren innerhalb der Gruppe. Ein offener Lesekreis ist geplant, ihr werdet eingeladen, wenn das fest steht. Zudem wünschen wir uns Austausch über bestimmte Themen in Form von öffentlichen Diskussionen.

Unser erster offener Diskussionsabend fand unter dem Titel “Sexismuskritische Praxis im Diskurs” am 05.07. in der kosmotique statt. Thematisch drehte es sich um den Komplex Schutzkonzept/Awareness/Unterstützung – eine Auswertung dessen gibt’s demnächst hier zu lesen. Wir fanden die Form des Austauschs über die Gruppe hinaus sehr angenehm und werden das so weiterführen. Aber erstmal ist Sommer. Vielleicht sehen wir uns ja bei einer der weiteren Veranstaltungen? Wir freuen uns auf euch und anregende Diskussionen!

eure e*vibes