Hier findet ihr Vorträge und Workshops die wir in der Vergangenheit angeboten haben. Fall ihr Interesse an einem oder mehreren habt könnt ihr euch gerne bei uns melden. Bitte denkt daran, dass e*vibes verschiedene Interessiertengruppen hat. Nicht jeder Vortragsinhalt spiegelt die komplette Gruppenmeinung wieder und deshalb wäre es uns wichtig bei Ankündigungen einen Vermerk zu haben welche Interessiertengruppe den Vortrag/Workshop macht.

Vorträge

Definitionsmacht – eine feministische Kritik

Oft wird Kritik am ‘Konzept’ der Definitionsmacht als antifeministisch abgeschmettert. So werden wichtige Debatten zum Umgang mit sexualisierter Gewalt und Diskriminierung verhindert. Als feministische Gruppe hoffen wir, dass uns dies erspart bleibt und ein offener Autausch über theoretische und praktische Probleme sowie mögliche Alternativen zu diesem scheinbar unumstößlichen Standard stattfinden kann. – Interessiertengruppe e*space

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Did Femen take over Feminism? – Fragen zu Femens „feministischem“ Gehalt und den Auswirkungen auf die Befreiung der Frau*

Femen, ein einziger Höhenflug des medialen Erfolgs. Tausende Likes auf Facebook und Interviews ohne das ein Ende in Sicht ist.
Wer ist diese Gruppe deren Name öfter gegoogelt wird als Feminism, die sich selbst als die globale Frauenbewegung des 3. Jahrtausends bezeichnen?
In diesem Vortrag wollen wir uns u.a. damit auseinandersetzen, wie Femen historisch-gesellschaftlich verortet sind, sich organisieren und welche Auswirkungen ihr Aktivismus für andere feministische Gruppen hat. Außerdem beschäftigen wir uns mit den von ihnen erzeugten Bildern und welche der vielfach geäußerten Kritik (nicht) gerechtfertig ist.

Input von der Gruppe e*vibes mit anschließender Diskussion.

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Geschlecht und Kapitalismus – eine Lovestory…

Wie in jeder guten Telenovela ist auch die Beziehung zwischen patriarchalen Strukturen und bürgerlicher Wirtschaftsweise eine facettenreiche und durchaus wechselhafte Geschichte. Trotz ihres großen Altersunterschiedes arrangierten sie sich miteinander, teilten Arbeit und Haushalt, wuchsen aneinander – und gerade auch an ihren Differenzen.
Wir werden einige Episoden anschauen und einen Blick auf ihren aktuellen Beziehungsstatus werfen. Mutmaßen wir doch zusammen: Wie geht es mit den beiden weiter? Werden feministische Bewegungen sie entzweien oder meistern sie zusammen jede Krise? Gehen sie ihren gemeinsamen Weg, bis dass der Tod sie scheidet oder ist es doch einfach eine vorübergehende Affäre? Lasst uns die Story ein wenig weiterspinnen: Wie sähe ein Happy End aus – und inwiefern haben wir überhaupt Einfluss auf das Script? – Interessiertengruppe e*skunks

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Pussy Riot

Pussy Riot. Gibt es noch irgendwen, die von dem “feministischen Punk-Kollektiv” mit bunten Strick-Hass-Masken und Putin-Hass-Gebet, dem absurden Prozess und der weltweiten Solidarisierung nichts mitbekommen hat? Jedoch kommt medial immer nur ein stark vereinfachtes, inhaltsreduziertes Bild rüber. Wer sind denn nun eigentlich Pussy Riot? Welche Positionen vertreten sie? Inwiefern ist das Kunst, inwiefern feministisch?

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Von feministischen Reitpeitschen und Blumenkränzen

Pussy Riot, eine sich als feministisch verstehende Performance-Gruppe in Russland, und Femen, eine internationale “Frauenbewegung” mit ukrainischen Ursprüngen, haben in letzter Zeit öffentlich viel Aufsehen erregt – siehe z.B. das „Punk-Gebet“ von Pussy Riot und deren darauf folgende Inhaftierung oder Femen‘s nacktbrüstiger Angriff auf Putin. Es gab weltweit sowohl Solidarisierungen als auch Kritik an Auftreten sowie Aussagen der Gruppen. Jedoch kommt medial immer nur ein stark vereinfachtes, inhaltsreduziertes Bild rüber. Wer sind denn nun eigentlich Pussy Riot bzw. Femen? Wo lassen sie sich historisch-gesellschaftlich verorten? Wie sind sie jeweils organisiert? Welche Bilder werden erzeugt und welche Folgen haben diese? Wie beschreiben sie sich selbst und welche Positionen vertreten sie? Inwiefern sind diese oder jene als feministisch zu bezeichnen? Wie kann feministische Praxis heute aussehen? Input von der Gruppe e*vibes mit anschließender Diskussion.
Die inhaltliche Schwerpunktsetzung ist den Interessen der Anwesenden anpassbar.

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Workshops

Doing sexism – sexistische Diskriminierung und die Reproduktion von Geschlechterrollen
breitbeinig sitzen, auf die geschwister aufpassen, etwas reparieren, coole sprüche ablassen, sich um harmonie bemühen oder mal ein machtwort sprechen…
was ist sexismus, wo beginnt sexistische diskriminierung, was heißt geschlecht und wie werden geschlechterrollen immer wieder hergestellt?
an diesem abend wollen wir euch für diese themen sensibilisieren und dazu anregen sich auch weiter mit ihnen auseinanderzusetzen.

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Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

    Update (12.01.): Wir freuen uns sehr, dass der Workshop auf so viel Interesse stößt. Gerade planen wir eine Überarbeitung des Workshops im April. Bis dahin werden wir keine Workshops mehr durchführen. Bitte meldet euch einfach Ende April bei uns – wobei es auch dann unter Vorbehalt ist und wir bereits für die Zeit danach viele Anfragen haben. -> Emails bitte an: e_space@riseup.net

Bei eurer Partyreihe kommt es immer wieder zu Übergriffen und ihr wisst nicht wie ihr damit umgehen könnt? In eurer Gruppe gibt es fast nur Männer* und/oder die wenigen Frauen* bringen sich wenig ein? Ihr fragt euch, wie ihr bei eurem Sommercamp auf Diskriminierung aufmerksam machen könnt?
Schon wieder eine den Freund_innenkreis spaltende Diskussion über Definitionsmacht? Wenn ihr bei solchen Fragen gerade nicht weiterkommt oder euch weitere Anregungen fehlen, bieten wir euch diesen Workshop an:

Überlegungen zu einem emanzipatorischen Umgang mit Diskriminierung und Gewalt

Herrschaftsverhältnisse strukturieren unser Denken und Handeln. Deren Analyse und Kritik auf gesamtgesellschaftlicher Ebene ist unabdingbar. In konkreten Situationen stellen wir uns vor diesem Hintergrund die Frage nach Handlungsmöglichkeiten und -alternativen. Umgegangen wird mit Diskriminierung und Gewalt sowieso immer, nur meist ignorant oder planlos und damit oft Bestehendes verstärkend. Aber auch ein bewusstes “es ganz anders machen wollen” kann nach hinten losgehen.

Wir sind keine Antidiskriminierungs-Organisation, deren Blick bei der juristischen Gleichstellung der Menschen endet oder für die die Existenz von Polizei und bürgerlicher Rechtsprechung einfach für alle Zeiten vorausgesetzt ist. Aber wo sind die Alternativen?

Wir wollen nach emanzipatorischen Ansätzen suchen, also in Richtung der Befreiung der Individuen. Uns geht es um das richtige Leben im Falschen – also das Unmögliche, das so oft zur bloßen Elendsverwaltung der kapitalistischen Zustände verkommt. Ein Unterfangen, in dem man sich nun mal in Widersprüchen verheddert.
Wir betrachten uns als Multiplikator_innen, die ihre bisherigen Überlegungen weitergeben, sie mit euch verwerfen, weiterdenken, Strategien und Konzepte entwickeln sowie politische Kontroversen anstacheln wollen.

Wir sind keine Unterstützungs-, oder Awarenessgruppe, keine Mediator_innen oder Konfliktmanager_innen. Wir haben nicht ‘die Lösung’. Wir diskutieren MIT euch, nicht FÜR euch. Wir verteilen keine Antisexismus-Zertifikate.

Inhaltlich umfasst der Workshop Folgendes:
- Diskriminierung und Gewalt (Was genau verstehen wir darunter? Wo finden sie statt?)
- Strategien zum Umgang mit Diskriminierung und Gewalt? (Gibt es progressive Alternativen zum Strafrecht?)
- Sensibilisierung/Awareness (Was ist das? Was soll das? Wie kann das aussehen?)
- Unterstützung von Personen die von Diskriminierung und/oder Gewalt betroffen sind und Arbeit mit diskriminierenden und/oder gewaltausübenden Personen (Gesprächsführung, Konfrontation, Deeskalation, eigene Grenzen)
- Vertiefung mit praktischen Übungen (z.B. Rollenspiele) möglich
- Vertiefungsdiskussion (Textarbeit) über Definitionsmacht möglich
- Input zu Traumatisierung (unterschiedliche Intensivität) möglich

Je nach euren Wünschen können verschiedene Schwerpunkte gesetzt werden. Ungefährer zeitlicher Rahmen: 2,5-4 Tage, je nachdem welche Schwerpunkte und Vertiefungen ihr auswählt.
Bei Interesse meldet euch unter e_vibes@riseup.net :) – Interessiertengruppe e*space